Gewerbegebiet in Furth im Wald heizt jetzt ökologisch und spart 160.000 Liter Heizöl

Von Alexander Frimberger · 3. September 2025 um 05:00

Nach nur rund sieben Monaten Bauzeit und einer Investitionssumme von circa 2,5 Millionen Euro konnte am Dienstagvormittag die Firma Naturenergie Furth im Wald GmbH ein Heizkraftwerk einweihen. Mit ihm wird das Gewerbegebiet Dr.-Georg-Schäfer Straße in Zukunft mit ökologischem Strom versorgt.

Es sind durchaus beeindruckende Zahlen, die Matthias Regner und Matthias Traurig präsentieren: Zwei Öfen erzeugen mittels Hackschnitzel eine Heizleistung von 926 Kilowatt. Bis auf wenige Ausnahmen haben sich alle Unternehmen vor Ort angeschlossen.

40 Prozent Förderung

Diese verbrauchen zusammen 1,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr. „Damit sparen wir rund 160 000 Liter Heizöl und rund 400 Tonnen Kohlendioxid“, so Traurig. 1000 Mitarbeitende sitzen demnach aufgrund der neuen Bio-Heizanlage in warmen Räumen. Den Löwenanteil der Investitionskosten, die mit rund 40 Prozent gefördert wurden, haben laut Traurig die Leitungsarbeiten mit Grabungen und Asphaltierungen verbraucht. In den Heizkreislauf sind mehrere Sicherungen eingebaut. So kann ein Ofen die Leistung weiter erbringen, wenn der zweite ein technisches Problem haben sollte. Die Anschlüsse bei den Kunden sind nicht direkt, sondern über Verteiler im Netz angebunden. So bleibt das System stabil, auch wenn es bei einem Unternehmen Probleme geben sollte.

Der Bau der Anlage ist so dimensioniert, dass in Zukunft auch noch Platz für einen dritten Ofen ist und somit die Ausweitung auf weitere benachbarte Gebiete möglich werden kann. Wie Traurig weiter erklärte, gibt es darüber hinaus weitere Gedankenspiele für die Zukunft. Die Firma Regner Projekt Bau, aus der heraus sich Naturenergie Furth gegründet hat, geht damit konsequent einen ökologischen Weg weiter, der im Jahr 2002 mit einer ersten PV-Anlage auf den firmeneigenen Gebäuden begonnen hat. Seit 14 Jahren gibt es firmeneigene E-Autos, inzwischen auch beispielsweise E-Bagger. Nachgedacht wird laut Traurig auch über Batteriegroßspeicher, um die Eigenstromversorgung voranzutreiben. Der große Plan ist, im Jahr 2029, wenn Regner Projekt Bau 100-jähriges Jubiläum feiert, klimaneutral zu arbeiten.

Macher und Gratulanten: Matthias Regner (v. li.), Gerhard Hopp, Sandro Bauer, Michael Multerer, Norbert Tauer, Tobias Scherner und Matthias Traurig - Foto: Alexander Frimberger

Zu den Gratulanten gehörte unter anderem Norbert Tauer, Geschäftsführer der Firma Semex, die ihre Wärme in Zukunft auch von hier bezieht, und gleichzeitig Vorsitzender des Unternehmerforums Furth im Wald. „Ihr habt ganz tolle Arbeit geleistet, wenn man bedenkt, dass hier vor ein paar Monaten noch nichts da war“, sagte er und ergänzte: „das in so kurzer Zeit, Respekt.“ Auf Nachfrage unsere Zeitung bestätigte Tauer, dass die Heizanlage gerade auch mit einer geplanten Erweiterung des Industriegebietes ein riesiger Standortfaktor für Neuansiedelungen ist. So können Unternehmen der sogenannten CO2-Bepreisung entgegenwirken. Die besagt, dass für den Ausstoß von Kohlendioxid Steuern fällig werden.

„Regionale Wertschöpfung ist gerade in aller Munde“, befand Michael Multerer, Sprecher der Bürgermeister im Landkreis Cham. Besser als mit dem Beispiel in der Dr.-Georg-Schäfer Straße könne man es nicht machen. So würden unter anderem die Gelder in der Region bleiben und nicht zu Großkonzernen abfließen. Der Arnschwanger Rathauschef vertrat auch die Ansicht, dass die CO2-Bepreisung in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird.

Das gute Beispiel

Bürgermeister Sandro Bauer freute sich über die Standortsicherung und ergänzte, dass diese privaten Initiativen auch wertvoll seien, weil eine Stadt diese gar nicht stemmen könnte. Von einem Mutmacher in schwierigen Zeiten sprach der Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp. „Wir brauchen diese Beispiele, um zu zeigen, dass etwas geht in unserem Landkreis.“ Tobias Scherner, dessen Unternehmen die Anlage geplant und gebaut haben, bedankte sich für die unkomplizierte Zusammenarbeit. Während bei anderen Projekte Ausschreibungen und langwierige Prozesse das Vorankommen behindern, sei hier alles schnell und unkompliziert entschieden worden.