Stadt Regensburg setzt Zeichen für Seenotrettung: Spenden für Sea-Eye werden verdoppelt

Von Marion Neumann · 2. September 2025 um 05:00

Der Startschuss für die Aktion „Regensburg rettet“ ist gefallen: Bis Ende des Jahres wird die Stadt Regensburg Spenden in Höhe von 30.000 Euro für den Verein Sea-Eye verdoppeln. „Wir dürfen die Augen nicht verschließen“, sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer bei der Auftaktveranstaltung.

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Die Zeit bis zum 31. Dezember läuft: Bis dahin werden alle Spenden, die der Organisation Sea-Eye zukommen, bis zu einer Höhe von 30.000 Euro verdoppelt. Das gab Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, die Schirmherrin der Aktion, am Montag bei der Auftaktveranstaltung zu „Regensburg rettet“ bekannt.

„Als Menschen dürfen wir nicht die Augen verschließen“, erklärte die Oberbürgermeisterin am Nachmittag am Donaumarkt. Sie erinnere sich noch genau an die Situation vor zehn Jahren, als sich viele Menschen für eine bessere Perspektive nach Europa aufgemacht haben. „Viele von ihnen sind ertrunken.“ Sie sei „unglaublich stolz“ auf Menschen wie Michael Buschheuer, der den Verein Sea-Eye im Jahr 2015 gründete, um Menschen im Mittelmeer aus Seenot zu retten. Um die zivile Seenotrettung zu unterstützen, hatte der Stadtrat kürzlich auf Vorschlag der Grünen beschlossen, die Patenschaft für das Projekt zu übernehmen. Durch das Spendenprogramm solle das Bewusstsein für die Flüchtenden im Mittelmeer geschärft werden. „Viele haben das Vorhaben im Stadtrat unterstützt“, sagte Maltz-Schwarzfischer. „Viele, aber nicht alle.“

„Regensburg rettet“: Mehrere Begleitveranstaltungen geplant

Für den Startschuss der Spendenaktion – geplant sind dazu noch mehrere Begleitveranstaltungen, wie etwa der „Run for Rescue“ am 28. September – war auch der Sea-Eye-Vorstandsvorsitzende Gordon Isler aus Hamburg gekommen. Auch er blickte auf die Zeit vor zehn Jahren zurück und erinnerte an das Schicksal des ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjunge Aylan Kurdi, dessen Foto um die Welt ging. „Auch sein Bruder und seine Mutter starben“, sagte Isler. „Das Boot, in dem sie untergebracht waren, war für acht Personen ausgelegt und mit 16 Menschen besetzt.“ Seitdem sei fast jeden Tag ein Kind an den Außengrenzen Europas gestorben – und auch jetzt gerade, ein Jahrzehnt später, sei das Rettungsschiff Sea-Eye 5 im Einsatz.

Laut der lokalen Sea-Eye-gruppe würden die gesammelten Spenden unter anderem für die Wartung des Schiffes, Nahrung und medizinische Versorgung an Bord verwendet werden. „Die Spender können sicher sein, dass das Geld dahin geht, wo es gebraucht wird, um Menschen zu retten.“

Auch die Grünen-Stadtratsabgeordnete Theresa Eberlein appellierte bei der Veranstaltung dafür, nicht wegzuschauen bei dem, was im Mittelmeer passiere. „Die Geschichten dürfen uns nicht kalt lassen.“ Damit eine solche Aktion ins Rollen komme, brauche es einen „Stein des Anstoßes“, erklärte Eberlein. „SPD, Brücke, ÖDP und Freie Wähler haben den Vorschlag unterstützt.“ Bei der Seenotrettung handle es sich aber nicht um eine politische Entscheidung, betonte sie. Vielmehr gehe es um Menschlichkeit. „Das sollte keine Phrase sein, sondern gelebte Realität.“

Thema nimmt auch auf Bundestagsebene Fahrt auf

Nicht nur in Regensburg, auch auf Bundestagsebene hat die Diskussion um zivile Seenotrettung in jüngster Zeit Fahrt aufgenommen. Laut einer Pressemitteilung setzt sich auch die SPD-Abgeordnete Dr. Carolin Wagner für das Thema ein. Mit mit zwölf weiteren Bundestagsabgeordneten der Sozialdemokraten appellierte sie in einem Schreiben an Außenminister Johann Wadephul, die rund zwei Millionen Euro für die zivile Seenotrettung nicht zu streichen.

Weitere Infos zu „Regensburg rettet“ gibt es unter www.sea-eye.org/regensburg-rettet.