Illegale Mülltransporte nach Tschechien: Rückholung nach Deutschland beginnt bald

Zwei Verdächtige sitzen mittlerweile wegen illegaler Mülltransporte von der Oberpfalz nach Tschechien in U-Haft. Nun soll die Rückholung der Abfälle starten – erstmal geht es um über 300 Tonnen. Verwertet werden sollen sie in verschiedenen Bundesländern.
Eigentlich hatte die Regierung der Oberpfalz das Recyclingunternehmen mit Sitz in Weiden per Bescheid dazu aufgefordert, die Abfälle zurückzuholen und zu entsorgen. Doch weil die mittlerweile insolvente Firma die Fristen verstreichen ließ, kümmert sich nun die Behörde darum – das Unternehmen muss aber offiziell die Kosten dafür tragen. Ob es das kann, bleibt fraglich.
Wie die Regierung der Oberpfalz mitteilt soll ab dem 8. September nun zunächst auf dem Gelände im tschechischen Jiríkov der Abtransport beginnen. Gerechnet wird mit über 300 Tonnen Müll, darunter Verbundwerkstoffe wie carbonfaserverstärkter Kunststoff und Teile von Lithium-Ionen-Batterien. Auf einem weiteren Gelände nahe Brünn liegt ungefähr noch einmal genauso viel Müll.
In Jiríkov müsse eine „vorübergehende Baustelle mit Bagger und Tieflader“ errichtet werden, um die Abfälle nach Art, Größe und Fraktionen grob zu sortieren. Diese werden dann von den beauftragten Transportunternehmen zurück nach Deutschland gebracht. Dort sollen sie nach Angaben der Behörde in geeigneten Anlagen, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Brandenburg und Bayern thermisch oder stofflich verwertet oder beseitigt werden.
Dass einige Zeit bis zur Rückholung verstrichen ist, liegt der Regierung der Oberpfalz zufolge an den notwendigen Genehmigungsverfahren. Dafür mussten neben den beauftragten Transport- und Entsorgungsbetrieben unter anderem die zuständigen Behörden in mehreren Bundesländern und der Tschechischen Republik eingebunden werden.