Ausbau der Ganztagsbetreuung kostet dem Schulverband 1,25 Millionen Euro

Von Thomas Kreissl · 30. August 2025 um 05:00

Jetzt hat es der Schulverband Pettendorf-Pielenhofen schwarz auf weiß: Auf rund 1,25 Millionen Euro summiert sich der Eigenanteil für den Ausbau der Ganztagsbetreuung an der Grundschule in Pettendorf. Finanziert werden muss das über Kredite, die den Verband und die beiden Kommunen in den nächsten Jahren erheblich belasten werden.

Der Pettendorfer Bürgermeister und Verbandsvorsitzende Eduard Obermeier blickte in der Sitzung eingangs auf eine längere Umplanungsphase und viele Gesprächsrunden zu diesem Projekt zurück. Anfang des Jahres war die Entwurfsplanung schließlich weitgehend in trockenen Tüchern. Trotzdem wollte das Gremium damals kein grünes Licht geben, ohne zu wissen, wie hoch die staatliche Förderung für das Projekt ausfällt.

Regierung listete die gesamten Zuschüsse auf

Genau diese Gesamtaufstellung hat die Regierung der Oberpfalz nun an den Schulverband geliefert. Wie Obermeier in der Sitzung berichtete, sind es gut 3,3 Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen, mit denen der Schulverband aus verschiedenen Programmen und Fördertöpfen rechnen kann.

„Der Bund schafft an, aber wir haben immer noch einen Rieseneigenanteil zu stemmen“, hielt sich beim Pielenhofener Bürgermeister Rudolf Gruber die Freude über die staatlichen Zuschüsse in Grenzen. Er bewertete es als nicht befriedigend, dass von den beiden Kommunen 1,25 Millionen Euro für ein Projekt aufgebracht werden müssen, das letztlich erst durch gesetzliche Vorgaben des Bundes erforderlich wurde.

Große Nachfrage nach Ganztagsplätzen

Nach Ansicht von Gruber und Tobias Manz ist es vor allem dem Einsatz und den Verhandlungen von Obermeier zu verdanken, dass überhaupt mit Zuschüssen in dieser Größenordnung gerechnet werden könne. „Wir sollten das jetzt so schnell wie möglich umsetzen“, forderte der Pielenhofener Bürgermeister. Der Druck sei da, bestätigte auch der Verbandsvorsitzende mit Blick auf die große Nachfrage nach Ganztagsplätzen. Insgesamt wird das Projekt mit Kosten von fast 4,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Verbandsversammlung stimmte der Umsetzung der Maßnahme letztlich einstimmig zu.

Im Endausbau sollen an der Grundschule in Pettendorf 120 Hortplätze und 60 Plätze für die Mittagsbetreuung an der Schule entstehen. Ein Großteil davon muss neu gebaut werden. Der neue Hort wird demnach in einem zweigeschossigen Bau untergebracht, der nördlich im Anschluss an das bestehende Treppenhaus und den Mehrzweckraum angebaut wird. Neben vier Horträumen und vier Hausaufgabenzimmern entstehen hier Leiterinnen- und Personalräume, sanitäre Anlagen, ein Wartebereich für die Eltern und Lagerräume. Eingebaut wird auch ein Aufzug, der einen komplett barrierefreien Zugang zu Schule, Hort und Mittagsbetreuung ermöglicht.

Mittagsbetreuung wird in jetzigen Hort verlagert

Architekt Günter Freisleben hat für den Anbau Kosten von rund 4,15 Millionen Euro veranschlagt. An reinen Umbaukosten im Bestandsgebäude kommen weitere 432 000 Euro hinzu. Zuwendungsfähig sind davon knapp 3,6 Millionen Euro für den Neubau der Horträume, 91 000 Euro für einen Lagerraum, der der Schule zur Verfügung stehen soll, und rund 500 000 Euro für den Umbau der bisherigen Horträume zur Mittagsbetreuung. Sie soll künftig auf zwei Ebenen in den jetzigen Horträumen untergebracht werden. Im Untergeschoss des Schulgebäudes entstehen hierfür eine neue Aufbereitungsküche sowie eine größere und eine kleinere Mensa.

Die 1,25 Millionen Euro, die der Schulverband aufbringen muss, müssen nach Auskunft des Verbandsvorsitzenden langfristig über ein Darlehen finanziert werden. In einer Beispielrechnung mit einer Laufzeit von 25 Jahren und einem Zinssatz von 3,45 Prozent summiert sich der Gesamtbetrag der Rückzahlung auf 1,94 Millionen Euro, die letztlich die beiden Mitgliedsgemeinden Pettendorf und Pielenhofen aufbringen müssen. Entscheidend für den jeweiligen Anteil sind dabei die anteiligen Schülerzahlen.

Jugendsozialarbeit an Schulen kommt nach Pettendorf

Obermeier berichtete, dass es im neuen Schuljahr an der Grundschule in Pettendorf nun auch das Projekt Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) geben wird. Die sozialpädagogische Fachkraft dafür ist täglich stundenweise an der Schule. Bereits vor zwei Jahren hatte die Schule den Einsatz einer JaS-Kraft in Pettendorf beantragt, war damit jedoch aus Kostengründen beim Landkreis abgeblitzt.

„Aus Gerechtigkeitsgründen“ kommt Pettendorf nach den Worten des Bürgermeisters nun doch noch zum Zug. Grundsätzlich blickte er aber skeptisch auf die Entwicklung an den Schulen: „In vielen Bereichen kompensieren wir hier Defizite, die an anderer Stelle entstehen “, erklärte er. Die Kosten der Fachkraft übernimmt der Landkreis, der Schulverband muss nur einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen und ausstatten.

Schülertransport um 11.30 Uhr wird gestrichen

Der Bürgermeisterteilte mit, dass im neuen Schuljahr der Schülertransport um 11.30 Uhr ab der zweiten Schulwoche nicht mehr angeboten wird. Er begründete dies mit der insgesamt geringen Auslastung des Busses und den Kostensteigerungen im Transportwesen. Bislang konnten Grundschüler, deren Unterricht nach der vierten Stunde endete, diesen Bus nutzen.

Die Schüler müssen künftig bis zum nächsten Bus warten, der um 12.25 Uhr von der Schule abfährt. Bis dahin werden die Kinder in der Schule betreut. Das übernehmen die Johanniter im Rahmen der Mittagsbetreuung. Der Schulverband vereinbarte mit den Johannitern, dass das Personal entsprechend aufgestockt wird, um die Betreuung an fünf Tagen in der Woche gewährleisten zu können. An Tagen, an denen keine Betreuung für auf den Bus wartende Kinder erforderlich ist, kommen diese zusätzlichen Personalstunden der Mittagsbetreuung zugute. Obermeier geht davon aus, dass die Mehrkosten dafür von den Einsparungen durch die gestrichene Linie um 11.30 Uhr mehr als aufgefangen werden können. Er geht hier von einem Einspareffekt von rund 41 000 Euro aus.