Kommentar zur OB-Kandidatur von Andreas Feller in Schwandorf: Bürgernähe als Trumpf

Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller will es trotz seiner herben Niederlage bei der CSU noch einmal wissen. Wenn mindestens 190 Bürger für ihn unterschreiben, tritt er bei der Kommunalwahl 2026 erneut als OB. Im Wahlkampf dürfte er trotz manch Schnitzer in der Vergangenheit nicht die schlechtesten Karten haben, kommentiert MZ-Redaktionsleiter Martin Kellermeier.
Welche Chancen hat Andreas Feller als parteiloser OB-Kandidat im Kampf ums Rathaus? Sie dürften höher sein, als manch einer seiner Kritiker glauben mag. Denn wenn der 56-Jährige eines ist, dann bürgernah. Und gerade das kommt in Zeiten gut an, in denen die Gesellschaft immer unpersönlicher wird.
Wer den OB beobachtet, der erlebt ihn am glücklichsten, wenn er mal wieder einer Schulklasse ein Eis ausgibt oder mit den Eltern der Neugeborenen einen Baum pflanzt. Oder beim Stadtball, wenn er eine Hand nach der nächsten schüttelt. Oft führt er bei solchen Repräsentationsterminen lockere Gespräche und erfährt, wo der Schuh drückt. Dann versucht Feller zu helfen, und zwar unkompliziert. Auch das kommt in Zeiten, wo fast jeder im Land nach Bürokratieabbau lechzt, gut an.
Doch diese Art birgt gleichwohl Gefahren. Lockerflockig geht nicht alles. Nicht umsonst wurde Feller für die rechtswidrigen Baugenehmigungen in Irlaching-Siedlung oder die Genehmigungspraxis in Sachen Hotelprojekt am Klausensee scharf kritisiert. Und seine Art stieß auch manchen Kritikern auf, wenn es um die Leitung der Stadtverwaltung geht.
Doch sieht das der Bürger genauso wie die CSU, die auch wegen dieser Gründe von Feller abrückte? Oder sympathisieren die Schwandorfer einfach mit „ihrem Andi“, den jeder kennt? Spätestens nach der Wahl am 8. März wissen wir mehr.
Der Kommentar bezieht sich auf diesen Haupttext: Paukenschlag in Schwandorf – Andreas Feller will parteilos als Oberbürgermeister kandidieren