Sanierung der Brücke zur Burgruine Wolfstein fast doppelt so teuer wie geschätzt

Eigentlich hätte es schon im Frühjahr losgehen sollen, nun ist es endlich soweit: Die Sanierung der Holzbrücke zur Burgruine Wolfstein bei Neumarkt hat begonnen. Wie lange die Arbeiten dauern und was in dieser Zeit genau passiert, erklärt das Staatsunternehmen Immobilien Freistaat Bayern (IMBY).
Seit Dezember 2022 ist die knapp 23 Meter lange Holzbrücke zur Burgruine gesperrt und Besucher müssen den „Hintereingang“ über eine Zufahrt nehmen, die mit einer Schranke gesichert ist. Fußgänger dürfen durch – die Brücke über dem Burggraben können sie seit gut zweieinhalb Jahren aber nur aus der Ferne erleben.
Der Holzbau hatte arg unter den Witterungseinflüssen an dieser exponierten Stelle gelitten. Schon vor Jahren waren deshalb Holzplanken ausgetauscht worden. 2022 stellte sich dann heraus, dass auch das Tragwerk angegriffen ist. Dazu kommt, dass Schädlinge das Holz befallen haben.
Teure Baustellenlogistik sorgt für starke Kostensteigerung
Laut IMBY muss die komplette Tragkonstruktion erneuert werden, einschließlich Planken und Handläufen. Das Staatliche Bauamt Regensburg übernimmt die Sanierung im Auftrag des Freistaats Bayern.
Die neue Brücke wird sich zwar optisch nicht sehr von ihrer Vorgängerin unterscheiden, aber trotzdem entscheidende Vorteile bieten, erklärt Gerhard Reichel, Geschäftsführer von IMBY: „Das neue Tragwerk wird vollständig in Stahl ausgeführt, während Laufbelag und Handlauf – in austauschbarer Ausführung – aus Holz bestehen.“ Damit hofft man, den Steg fit für die Zukunft zu machen.

„Die neue Konstruktion gewährleistet eine höhere Standsicherheit und Lebensdauer. Sie trägt maßgeblich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei – insbesondere durch bessere Rutschfestigkeit – und verringert den Wartungsbedarf“, erklärt Reichel weiter. Auch die Auflager der Brücke müssen erneuert werden.
In einer ersten Schätzung war man vor gut einem Jahr von 250.000 Euro Baukosten ausgegangen. Doch dabei werde es nicht bleiben, kündigt der IMBY-Geschäftsführer an: „Für das reine Brückenbauwerk fallen rund 250.000 Euro Kosten an. Allerdings rechnen wir mit weiteren Kosten von etwa 200.000 Euro, die für die sehr aufwendige Baustelleneinrichtung, den Rückbau unter erschwerten Bedingungen, die Entsorgung und die Planung anfallen.“
Die Preisentwicklung entspreche der Marktlage und sei angesichts der mit dem Ersatzneubau geplanten guten und dauerhaften baulichen Lösung angemessen, lautet Reichels Einschätzung.
Brücke zur Burgruine Wolfstein: Fertigstellung noch heuer
Die eingeschränkte Zugänglichkeit, die komplexe Baulogistik sowie die Einrichtung der Baustelle seien in diesem Fall besondere Herausforderungen. Was das konkret bedeutet, war diese Woche vor Ort bereits zu beobachten, als sich die Gerüstbauer ans Werk gemacht haben: Um das Material in den Burggraben zu befördern, blieb nur ein Kran, denn ein befahrbarer Zugang zum Graben existiert nicht.
Fertig werden will man mit der neuen Brücke noch in diesem Jahr, heißt es von der IMBY. Den neuen Steg können die Burgbesucher dann aber wohl nicht gleich ausprobieren, denn ab November ist die Ruine normalerweise für die komplette Wintersaison gesperrt.