Hund in Rötz überfahren – Autofahrer trägt keine Schuld, aber viele andere fahren zu schnell

Von Stefanie Bauer · 28. August 2025 um 05:00

Eins schickt Karin Krauß gleich vorweg: Dass sie dem beteiligten Autofahrer keine Schuld zuweist. Trotzdem ist der Vorfall für einen der Gäste ihres Natur-Hunde-Hotels Bergfried nicht minder tragisch. Denn vergangene Woche hat sich beim Hotel in Rötz (Landkreis Cham) ein Unfall ereignet. Nun prüft die Stadt, ob eine mobile Geschwindigkeitsanzeige aufgestellt werden kann.

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Besagter Gast, eine Frau, die nur zwei Tage hier gewesen war und gerade abreisen wollte, sei mit ihrem Hund gerade von der hoteleigenen Parkplatz-Auffahrt gekommen, als – so vermutet es Karin Krauß – der Hund „sicherlich dem Auto reingelaufen“ sei, überrollt wurde und aufgrund der erlittenen Verletzungen vom Tierarzt eingeschläfert werden musste.

Sie selbst sei bei dem Vorfall nicht dabei gewesen, vermutet aber, dass der Autofahrer sich in diesem Fall an die Verkehrsregeln gehalten habe und nicht zu schnell gefahren sei.

Ein generelles Problem

Allerdings möchte sie den Unfall zum Anlass nehmen, um auf ein generelles Problem hinzuweisen. Es sei fast ein Wunder, dass „lange nichts passiert“ ist, sagt die Hotelchefin, denn vor allem am Abend, aber auch tagsüber würden regelmäßig Autofahrer und Motorradfahrer auf der Straße neben dem Hotel „vorbeidonnern“.

Diese würden auf der Strecke oft einfach „ihre Runden drehen“ und die vorgeschriebene Geschwindigkeit nicht beachten. 50 bis 70 Stundenkilometer seien es ab und zu leider schon, schätzt ihr Mann, Ralf Zalman. Auch Fahrradfahrer würden im Übrigen ziemlich rasant vorbeifahren und könnten im schlimmsten Fall von einem Autofahrer übersehen werden, und, betonen beide, auch Kleinkinder könnten sich ja von der Hand der Eltern losreißen.

„Viele halten sich aber auch an die Tempo-30-Beschränkung“, fügt Karin Krauß gleich hinzu. Sie will die Verkehrsteilnehmer nicht unter Generalverdacht stellen. Wieder anderen sei es vielleicht gar nicht richtig beziehungsweise erst zu spät bewusst, dass hier Tempo 30 gilt. Denn direkt auf Höhe des Hotels befindet sich ein entsprechendes Schild, und in einiger Entfernung weitere.

Das Ehepaar würde sich allerdings zwei zusätzliche 30er-Schilder zwischen dem Hotel-Parkplatz und dem Weg zur Burg wünschen sowie in der Kurve zwischen den zwei Wegen. Auch eine Geschwindigkeitsanzeige oder Fahrbahnschwellen könnten eine gute Lösung sein, so Zalman.

Direkt vor dem Hotel weist ein 30er-Schild auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hin. - Foto: Stefanie Bauer

Der Wald am Schwarzwihrberg sei „einfach bevölkert“, sagen beide. Gerade deshalb sei gegenseitige Rücksichtnahme wichtig, „das hilft allen, nicht nur uns“. Und das gelte für alle: „Wir weisen auch unsere Gäste darauf hin, Rücksicht zu nehmen, zum Bespiel beim Schwarzwihrberglauf, der an diesem Wochenende stattfindet“, so die Hotelbetreiberin, die gemeinsam mit ihrem Mann selbst zwei Hunde hat. Ihre Hotelgäste stammen aus ganz Deutschland, aus Österreich, der Schweiz, Belgien und Luxemburg.

Nach dem Unfall vergangenen Woche hat sie sich an den Rötzer Bürgermeister gewandt. Dieser unterstützt den Appell, dass am Bauhof vorsichtiger gefahren werden soll. Weitere Beschwerden über Raser seien ihm noch nicht zu Ohren gekommen, teilt Dr. Stefan Spindler auf Anfrage mit. Auch eine Mitarbeiterin, die ortskundig sei, könne keinerlei solche Vorfälle anführen.

„Die Leichtigkeit des Straßenverkehrs ist ein hohes Gut, mehr als Tempo 30 kann man schon fast nicht machen“, so der Bürgermeister. „In Frage kämen höchstens noch Fahrbahnschwellen, wie sie zum Beispiel vor dem Müller in Cham-Janahof angebracht sind, aber das wäre schon ein sehr starker Eingriff in die Freiheit des Straßenverkehrs.“ Man habe das schon einmal für die Ortseinfahrt von der Umgehung her geprüft, da sei dies rechtlich eigentlich nicht möglich gewesen.

Auf der Straße zum Hotel gilt Tempo 30. Viele Verkehrsteilnehmer halten sich nicht daran, bedauert Hotelbetreiberin Karin Krauß. - Foto: Stefanie Bauer

Möglichkeit wird geprüft

Auch der Bürgermeister betont, dass bei dem Unglück am Bergfried offenbar gar nicht klar sei, wer schuld ist. „Es kann auch sein, dass der Hund unter das Auto gelaufen ist“, so Spindler. „Hier wäre eine Anleinpflicht für Hunde wohl die bessere Variante, zumal auf dem Schwarzwihrberg auch viele Radfahrer, Kinder und Wanderer unterwegs sind.“

Nichtsdestotrotz sieht er den Handlungsbedarf: „Ob eine mobile Geschwindigkeitsanzeige aufgestellt werden kann, prüfen wir gerade.“

Das Hotel

Auszeichnungen: Das Natur-Hunde-Hotel Bergfried wurde in nationalen und internationalen Rankings ausgezeichnet.

Geschichte: Das Haus besteht bereits seit 1959. Es wurde von Karin Krauß‘ Großeltern und später von ihren Eltern geführt. Im Jahr 2009 wurde es von der Hotelpension zum Hundehotel umgebaut.