Die BRK Rettungshundestaffel Cham nimmt erstmals am Rötzer Ferienprogramm teil

Mucksmäuschenstill warten die Kinder in ihrem Versteck darauf, dass die Rettungshunde sie finden. In den Büschen gleich neben dem Spielplatz Am Rödlanger im Landkreis Cham sind sie tatsächlich kaum zu sehen – zumindest für das menschliche Auge. Die Suche dauerte nur wenige Sekunden. Denn beim Rötzer Ferienprogramm war in diesem Jahr auch die BRK Rettungshundestaffel dabei.
Zum ersten Mal fand in Rötz am Samstag im Rahmen des Ferienprogramms die Aktion „Retter auf vier Pfoten: Rettungshundestaffel des BRK Cham – Alles über die spannende Arbeit der Rettungshunde“ statt. Und der Andrang war riesig: Viele Kinder und Jugendliche wollten mehr über die wichtige Arbeit der tierischen Lebensretter erfahren.
Einsätze meist nachts

Martina Hackl, die Fachdienstleiterin der Rettungshundestaffel, erklärte, dass die Rettungshunde zum Einsatz kommen, wenn der Wald zu dicht ist und Drohnen oder Hubschrauber bei der Vermisstensuche nichts mehr ausrichten. Dabei dürfe man nicht vergessen, dass sie hauptsächlich nachts – meist erfolge die Alarmierung zwischen 22 Uhr und Mitternacht – und bei jedem Wetter im Einsatz seien.
Neun Hunde sind am Samstag mit ihren Hundeführern Am Rödlanger. Alle haben, bevor sie auf Einsätze geschickt werden, eine Prüfung gemacht und frischen diese alle zwei Jahre auf, erklärt Martina Hackl. Im Ernstfall setzt die Polizei die Vermisstensuche mit den Rettungshunden in Gang. Die Rettungshundestaffel wird über die Leitstelle gerufen.
Flächensuche auf 50.000 Quadratmetern
Hauptaufgabengebiet der Rettungshundestaffel Cham ist die Flächensuche. Laut Martina Hackl kommen dafür alle mittelgroßen Rassen in Frage. Der Hund läuft eigenständig ein Gebiet im Wald ab, das etwa 50.000 Quadratmeter groß ist und sucht nach jeder Form von menschlichem Geruch, abhängig von der Witterung und den örtlichen Gegebenheiten. Wenn er einen solchen gefunden hat, zeigt er das seinem Hundeführer an.

Dazu gibt es drei verschiedene Möglichkeiten. Die häufigste Anzeigeform ist Bellen: Die Hunde, die sogenannten „Verbeller“, bellen so lange, bis ihr Hundeführer bei ihnen ist. Dieser leistet dann Erste Hilfe und fordert Rettungskräfte unter Angabe des Standorts an. Eine weitere Anzeigeform ist das Rückverweisen. Dabei laufen die Hunde zur vermissten oder verletzten Person, dann wieder zurück zu ihrem Hundeführer, zeigen ihm durch Anspringen an, dass sie jemanden gefunden haben und führen ihn hin dann dorthin.
Die dritte Anzeigeform nennt sich Bringseln. Dabei hat der Hund ein sogenanntes Bringsel um den Hals. Wenn er jemanden gefunden hat, nimmt er dieses ins Maul, bringt es zum Hundeführer zurück und nimmt diesen dann mit zur zu rettenden Person.
Alle drei Varianten wurden vorgeführt, und im Anschluss von den Kindern in der Praxis getestet. Nachdem sie in kürzester Zeit von den Rettungshunden in ihrem Versteck im Gebüsch entdeckt wurden, war sofort ein Hundeführer vor Ort und alarmierte den „Rettungsdienst“, der aus weiteren Kindern bestand und der die Gefundenen auf Tragen sicher abtransportierte. Im Ernstfall erfolgt dies meist mit Verstärkung von Feuerwehr und/oder Bergwacht.

Als Belohnung gibt es für die Hunde Leckerli oder Spielzeug, es wird ausschließlich mit positiver Verstärkung gearbeitet. Für die beeindruckende Suchtechnik gab es reichlich Applaus der Zuschauer für die Hunde und ihre Betreuer.
Auch viel Infomaterial hatten die Verantwortlichen mitgebracht. Nach den praktischen Übungen gab es ausreichend Zeit, Fragen zu stellen, die Hunde zu streicheln, zu füttern und mit ihnen über den Spielplatz spazieren zu gehen.

Um der Rettungshundestaffel beizutreten, informierten die Hundeführer, brauche es nicht zwingend einen Hund – auch Versteckpersonen oder Helfer würden immer gesucht.
Schnuppertraining möglich
Wer sich für eine Mitarbeit interessiert und kein Problem hat, bei Wind und Wetter draußen zu sein, kann sich per Mail unter der Adresse rhs@brk-bereitschaft.de oder unter der Telefonnummer 0176/97919734 an Fachdienstleiterin Martina Hackl wenden. Ein Schnuppertraining ist jederzeit möglich.