Das Schönste auf der Landesgartenschau in Furth im Wald ist die Atmosphäre

Einen entspannten Tag auf der Landesgartenschau zu erleben, ist nicht so einfach, wenn man drei Hunde dabei hat und zuhause Familienmitglieder sitzen, die betreut werden wollen. Trotzdem wollte meine Frau wenigstens einmal sehen, wovon ich ihr häufig vorschwärme. Also haben wir die Vierbeiner eingepackt und sind losgefahren. Bei der Heimfahrt hat sie mir dann erzählt, wie es für sie war, auf der Sommerparty des Jahres.
„Klingt ein bisschen, wie der Aufsatz mein schönstes Ferienerlebnis, den wir am ersten Schultag nach den Ferien schreiben mussten“, sagt Susanne und grinst. Im Fußraum auf der Beifahrerseite sitzt Opa Darko, der mit seinen 16 Jahren den Tag im Bollerwagen verbracht hat und trotzdem müde ist, hinten schnarchen Ginny und Moony. Es war ein ereignisreicher Tag, der allerdings mit einem Negativerlebnis begonnen hat.
„Ich hatte zuerst keine Ahnung, wie das mit den Parkgebühren funktionieren soll. Man fährt einfach durch, bekommt kein Ticket und zu lesen, was auf den Hinweistafeln steht, hat man keine Zeit, weil hinten die nächsten Besucher mit den Hufen, besser gesagt Reifen scharren.“
Alte Bäume und viel Wasser
Natürlich hätte ich meiner Frau erklären können, wie es funktioniert. Aber sie sollte es ja selbst erfahren. Die Parkwächterin mit dem Bezahlterminal in der Hand löst das Problem. Hinter ihr wartet ein weiteres. Die Brückenkonstruktion über den Straßengraben ist für den Bollerwagen eine Herausforderung. „Wie mag das erst für Rollstuhlfahrer sein?“
Nachdem die Kasse passiert ist, entfährt meiner Gattin allerdings umgehend ein erstauntes: „Oh, ist das schön hier.“ Blumenbeete, Dekoration, Sitzmöglichkeiten und interessante Pavillons haben es ihr gleich angetan. Im Leiterwagen nörgelt der Opa, er möchte lieber raus und über das Gelände humpeln. Die Selbstüberschätzung ist typisch Dackel, der kaum noch 100 Meter laufen kann, aber der festen Überzeugung ist, er würde einen Marathon schaffen. Es ist heiß an diesem Tag im August und so steuern drei Vier- und zwei Zweibeiner auf ein schattiges Plätzchen zu. Die Sitzsäcke, die verstreut über das Gelände liegen, haben es meiner Frau besonders angetan. „Ich habe ja keine Vergleichsmöglichkeit, weil ich noch auf keiner Gartenschau war, aber dieser schattenspendende alte Baumbestand ist schon besonders angenehm.“ Im Anschluss freut sie sich darüber, dass der Cappuccino vom Kaffeestand so gut schmeckt und auf der Damentoilette kostenlose Hygieneartikel zur Verfügung stehen.
Wir drehen eine Runde im Schattengarten, die zum Teil exotisch anmutenden Tiergeräusche vom Band verwirren die Hunde, faszinieren meine Frau. Den Brückenring spazieren wir gleich zweimal rundherum, weil er so gut gefällt. Ebenso die Tatsache, dass es überall Wasser gibt – die beiden Flüsse Chamb und Pastritz durchqueren das Gelände – ist ihr besonders positiv aufgefallen. „Es hätte in Furth keinen schöneren Platz, als diesen für die Landesgartenschau geben können“, lautet ihr Zwischenfazit. Dann ergeht es ihr so, wie den allermeisten Menschen vor ihr, die die Parkarena zum ersten Mal sehen: Sie steht mit offenem Mund und staunend unter dem Kuppeldach. Auch den Spielplatz mit dem Drachenei und dem freien Zugang zum Wasser findet sie toll, ebenso den Beitrag der Obst- und Gartenbauvereine, die ihr Thema deutsch-tschechische Freundschaft in ihren Augen perfekt inszeniert haben. „Man mag überall stehen bleiben, Volksmusik am Landkreispavillon genießen oder den akrobatischen Einlagen der Tanzgruppen auf der Hauptbühne zusehen“, sagt sie.
Besondere Atmosphäre
„Aber weißt du, was mir am besten gefallen hat?“, fragt mich meine Frau, als wir wieder im Auto sitzen. Ich zucke mit den Schultern. „Es herrscht ein ganz besonders freundliche Stimmung. Alle lächeln und ich habe einige nette Gespräche geführt.“
Gedankenverloren schaut sie aus dem Fenster, murmelt, dass wir das wiederholen und ohne Hunde noch einmal herkommen müssen, dann ist auch sie zufrieden und glücklich eingeschlafen.
■ Die Landesgartenschau läuft noch bis zum 5. Oktober. Einlass an den beiden Haupteingängen Wiesenpark und Chambauenpark ist täglich von neun bis 20 Uhr, die Kassen sind bis 18 Uhr besetzt. Parken auf dem großen Parkplatz kostet fünf Euro. Beim Einfahren wird das Nummernschild gescannt. Man kann entweder vor Ort mit Karte zahlen oder überweisen, wenn man wieder zuhause ist. Das Parkticket kann auch vorab online unter www.furth2025.de gebucht werden.

