Mit Michael Bully Herbig am Filmset: Regensburger spielt bei „Das Kanu des Manitu“ mit

Von Lisa Steigerwald · 28. August 2025 um 05:00

Für viele ist es ein Traum: einmal selbst auf der großen Kinoleinwand zu erscheinen – vielleicht sogar Seite an Seite mit Hollywood-Stars wie Charlize Theron oder Uma Thurman, oder mit bekannten deutschen Filmgrößen wie Michael Bully Herbig und Christian Tramitz. Für Jacob Katana aus Regensburg ist das Wirklichkeit geworden.

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In dem Kinofilm „Das Kanu des Manitu“ ist der Schauspieler in einer Rolle zu sehen – sein bislang größter Auftritt in einem Kinofilm. Katana, der zum Studieren nach Regensburg kam, kannte Bully nur von der großen Leinwand. Er erinnert sich an einen Kinobesuch mit Freunden in seiner Heimatstadt Amberg, sie sahen „Der Schuh des Manitu“: Wenn man Popcorn bestellt hatte, war immer ein kleiner Haribo-Frosch mit in der Tüte. Über 20 Jahre später ist er nun selbst Teil der Fortsetzung des erfolgreichsten deutschen Kinofilms. Es sei immer „eine Faszination, die Leute hinter diesen Werken“ kennenzulernen. Und wie war die erste Begegnung mit dem Regisseur und Schauspieler? „Ich war nervös“, sagt Katana. Doch die Nervosität sei schnell verflogen. „Bully ist einfach so eine warme, herzliche Person.“ Er sei offen gewesen und habe sich darum gekümmert, dass es ihnen gut geht.

Casting in den Bavaria Filmstudios in München

Für den Film wurde Jacob Katana in den Bavaria Filmstudios in München gecastet. „Ich hab gedacht, ich probier einfach mal mein Glück“, sagt Katana, der hauptberuflich als Sprecher tätig ist. Dort traf er auf Sabrina Schieder aus Weiden – die beiden wurden spontan zu einem Casting-Pärchen zusammengestellt. Sie haben „gut gevibt“, sagt Katana. Dass sie harmonieren, konnten sie beim Vorspielen beweisen. Mit Erfolg: Sie erhielten beide die Zusage.

Und so ging es unter anderem für Drehtage nach Spanien, in die Nähe von Almeria – hier wurden bereits Szenen für den ersten Teil gedreht. Katana erinnert sich an einen Moment: Er hatte ein enges, asiatisches Kostüm an. „Das war schon sehr, sehr körperbetont“, sagt Katana, der einen Prinz spielt. Bei einer Szene, in der er dirigieren musste, fiel ihm der Dirigierstab aus der Hand. „Ich hab mir gedacht: Okay, dann hebst du den auf.“ Er versuchte sich hinunterzubeugen. Doch so leicht ging es nicht: „Ich kann es nicht. Wenn ich jetzt noch weiter heruntergehe, dann sprengt es das ganze Kostüm“, erinnert sich Katana. Jemand vom Set kam zur Hilfe und hob den Stab auf – Katana selbst habe kaum aufhören können zu lachen.

Von der Filmpremiere war Katana geflasht: die vielen Eindrücke, die feierliche Stimmung, das Blitzlichtgewitter – und mittendrin die Hauptdarsteller und die gesamte Crew. Ein bewegender Moment war für den Regensburger das Gespräch mit Schauspieler Alan Tafoya, der indigene Wurzeln hat. Tafoya habe erzählt, was es ihm bedeutet, dass eine deutsche Produktion Interesse daran zeigt, mit Indigenen zusammenzuarbeiten.

Auf dem roten Teppich - Foto: Stephanie Grass

Ein Höhepunkt an diesem Abend war die Präsentation des Films: „Ich habe bei der Premiere meine Szene fast verpasst“, sagt Katana. Wie kam es denn dazu? Seine Schauspielkollegin Sabrina Schieder musste dringend auf die Toilette. Da sie nicht wussten, wann genau ihre Szene im Film kommen würde, versuchte Katana sie zu beruhigen: „Die Szene kommt noch nicht.“ Also ging sie. Doch das Thema Toilette ließ auch ihn nicht mehr los: „Ja, eigentlich müsste ich auch auf die Toilette.“ Nachdem seine Kollegin wieder da war, rannte Katana los – es sollte ja schnell gehen. „Ich renn zurück, mach die Tür auf und sehe eine Sekunde noch von der Szene.“ Ganz angeschaut habe er die Szene erst später, bei der Kinotour in Nürnberg.

Mit Hollywood-Stars vor der Kamera – Double von Henry Golding

Die Prinzenrolle bei „Das Kanu des Manitu“ ist bisher seine größte Rolle, doch es war nicht das erste Mal, dass Katana in einem Film mitgespielt hatte. Seine erste Komparsenrolle übernahm der Regensburger 2021 für den Passauer Krimi, danach folgte „Guglhupfgeschwader“ – ein Teil der Eberhofer-Krimireihe. Für eine internationale Produktion mit Charlize Theron, Chiwetel Ejiofor und Henry Golding ging es nach Italien: „The Old Guard 2“. Zunächst habe er eine klassische Komparsenrolle gehabt. Aber dann wurde die Regisseurin Victoria Mahoney auf ihn aufmerksam und platzierte ihn weiter vorne. „Es gibt eine Szene, da sind die in Korea auf einem asiatischen Markt“, sagt Katana. Im ersten Bild ist er zu sehen – als Business-Hipster mit Brille.

Später war er als Lichtdouble bei „Nine Perfect Strangers“ im Einsatz, und zwar für Henry Golding. Golding erkannte ihn wieder: „Hey, you're a guy from Italy, from Old Guard 2“ (Übersetzt: Hallo, du bist der Typ aus Italien, von Old Guard 2). „Das war ein Moment, in dem hab ich gesagt: Wow, dass er sich an mich erinnern konnte“, sagt Katana, der sich selbst als ein „neues Gesicht in der Filmlandschaft“ sieht. Seinen allerersten Auftritt als Schaupieler hatte er übrigens in der Grundschule: beim Krippenspiel.

Und wenn gerade kein Filmdreh ansteht? Dann macht Katana mit Freunden Straßenmusik. Früher war er Bassist in der Rockband „2 hours till Breakdown“ aus Amberg. Die Bühne begleitet ihn also schon lange

Details zum Film

Filmlänge: 88 Minuten dauert „Das Kanu des Manitu“.

FSK: Der Film hat eine FSK-Altersfreigabe ab sechs Jahren.

Kassenschlager: „Der Schuh des Manitu “ ist mit rund 11,7 Millionen der erfolgreichste deutsche Kinofilm. Die Fortsetzung, die am 14. August anlief, zieht ebenfalls Millionen Deutsche ins Kino.