Regensburger Künstlerin Maria Maier zeigt ihre Fotografien von der Prinz-Leopold-Kaserne

Maria Maier fotografiert das, was es nicht mehr gibt. 2021 nahm sie die Prinz-Leopold-Kaserne in den Blick. Rund 1300 Aufnahmen sind dabei entstanden. Sie durfte auf dem Areal fotografieren, als es schon längst verlassen war und die Abrissarbeiten bereits begonnen haben. Noch bis 14- September zeigt das Akuso in der Roten-Hahnen-Gasse unter dem Titel „PLK Ade! – Fotowerke“ eine Auswahl daraus.
Rosafarbene Gardinen, Poster in Toiletten und zurückgelassene Lampen – Details wie diese hat Maier in ihren Bildern festgehalten. Die Geschichte der Kaserne reicht zurück bis ins Jahr 1930. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte sie die US-Armee, später bis 2008 die Bundeswehr. Heute soll auf dem Areal ein Wohnquartier entstehen. Wie groß das Gelände der ehemaligen PLK sei, merkte Maier, als sie dort fotografierte. „Es war ein riesiges Areal. Anfangs konnte man sich da schon verlaufen“, sagt Maier.
Die Ausstellung im Akuso sei aufgeteilt in zwei Räume, erklärt die Regensburger Künstlerin. Im ersten Raum widmet sich Maier Zwischentönen: Collagen, die Licht und Schatten kaleidoskopartig inszenieren. Im zweiten Raum sind ihre Fotografien zu Blöcken aus je vier Bildern arrangiert, die gemeinsam ein Ganzes ergeben.
Maier beschäftigt sich mit Zeit
Zeit und Vergänglichkeit sind zentrale Themen in Maiers Arbeit. Sie wollte das, was einmal auf dem Areal war, festhalten. Die Künstlerin unterscheidet ihre künstlerischen Fotografien bewusst von klassischen Dokumentaraufnahmen. Anders als bei gängigen „lost places“ gehe es ihr nicht um das Verlassene, sondern um das Verlorene. Sie fotografiere das, was es nicht mehr gebe mit einem künstlerischen Ansatz – wie schon bei ihrem früheren Projekt zum alten Jahnstadion.
Für ihre Arbeit in der Prinz-Leopold-Kaserne erhielt die Regensburgerin Unterstützung vom Heimatministerium. Sie ist eine von sieben Projektträgerinnen, die die Förderung „Heimat.Engagiert!“ erhalten haben, erklärt Maier. Außerdem unterstützten die Rewag Kulturstiftung und Konrad Habbel das Projekt.
Begleitend zur Austellung gibt es Vorträge über die Kaserne und ihre Zukunft. Am kommenden Donnerstag stellt Tobias Ruf, Baudirektor bei der Stadt Regensburg, das Innovationsquartier PLK vor. Im September wird es einen Vortrag zur Geschichte der Bundeswehr in Regensburg geben.