Tödlicher Unfall bei Riekofen: Polizei hat neue Spur und geht in Offensive

Das Todesrätsel ist noch immer nicht gelöst: Warum musste Vinzenz L. in einer Nacht Anfang September 2024 sterben? Der junge Mann wurde auf der Straße zwischen Sünching und Riekofen im Landkreis Regensburg von einem Fahrzeug erfasst und erlag seinen Verletzungen noch an der Unfallstelle. Vom Fahrer fehlt seit einem Jahr jede Spur. Nun geht die Polizei einmal mehr in die Offensive.
Am Mittwoch stellten Beamte ein riesiges Plakat mit einem Bild des Toten unmittelbar am Unfallort auf. Darauf steht: „Warum musste ich hier sterben?“ Der Unfall jährt sich am 4. September zum ersten Mal und steht in einem engen Zusammenhang mit dem Sünchinger Markt. Dort feierte Vinzenz L. in seiner Todesnacht.
Eine neue Spur nach Unfallflucht bei Riekofen: Polizei sucht nach weißem SUV
Am Freitag beginnt eben jenes Volksfest wieder – für die Polizei mit ein Grund, mit dem Plakat in die Offensive zu gehen. Thomas Wagner, Leiter der Polizeiinspektion Wörth, sagt: „Wir haben die Hoffnung, dass Gäste des Marktes an dem Plakat vorbeikommen und vielleicht noch einmal nachdenken und Hinweise geben, die sie bislang noch nicht gegeben haben.“ Aus diesem Grund bieten die Beamten auch einen Infostand am Samstag in Sünching an – siehe Infokasten. Dabei steht die Polizei vor mehreren Rätseln. Laut Wagner ist bis heute unklar, wo sich der Tote anderthalb Stunden vor dem Unfall aufhielt. Die Beamten suchen nach wie vor nach Hinweisen, wo Vinzenz L. zwischen 23.30 Uhr am Abend des 3. September und 1 Uhr am frühen Morgen des 4. September war. Wohl auch deshalb veröffentlichten die Beamten nun erstmals ein Foto des Toten vom Abend der Tat.
Das zentrale Rätsel in diesem Fall: Wer überfuhr Vinzenz L.? Klar ist: Gegen 1 Uhr muss der Unfall geschehen sein. Recht schnell gaben die Beamten an, dass es wohl ein Geländewagen war, der den jungen Mann erfasst hat.
Nun gehen die Beamten einer neuen Spur nach: Die Polizei sucht nach einem weißen SUV, also einem größeren Auto, das in der Tatnacht auf einem Feldweg entlang der Staatsstraße 2146, also der Strecke zwischen Sünching und Riekofen, unterwegs war. Eine Sprecherin der Polizei betonte auf Nachfrage, dass unklar sei, ob es sich bei dem Fahrzeug um das Auto des Täters oder eines Zeugen handelt. Man habe jedenfalls mehrere Hinweise auf ein solches Fahrzeug bekommen.
Tödliche Unfallflucht: LKA untersucht weiteres Fahrzeug
Zugleich sagte die Sprecherin, dass derzeit ein weiteres Fahrzeug vom Landeskriminalamt untersucht wird. Im Zuge des tödlichen Unfalls wurden in den vergangenen Monaten immer wieder Fahrzeuge von den Spezialisten untersucht – bislang allerdings ohne auf die entscheidende Spur zu stoßen.
Zum Teil sorgten die Untersuchungen auch für böse Gerüchte. Das Fahrzeug eines niederbayerischen Unternehmers wurde von Beamten mitgenommen – Monate später war klar: Der Mann hat gar nichts mit dem Todesdrama zu tun. Da war er allerdings schon Gesprächsthema Nummer eins im Ort. Die Polizei warnte damals vor Gerüchten.

Beamte geben nicht auf
Die neue Offensive zeigt indes: Die Beamten lassen nichts unversucht, um denjenigen zu finden, der das Leben von Vinzenz L. ausgelöscht hat – dazu wird die Polizei nun erneut Plakate in Sünching aufhängen. In einer Pressemitteilung heißt es: „Die Polizei erhofft sich dadurch neue Hinweise insbesondere zum Verbleib des Verstorbenen beziehungsweise zur Herkunft des weißen SUV.“ Hinter dem Beamtendeutsch versteckt sich nichts anderes, als die Hoffnung, irgendwann die drängendste aller Fragen zu beantworten: Warum musste Vinzenz L. sterben?