Zwei Tote in Wohnhaus entdeckt – Kripo ermittelt in Mintraching

Schrecklicher Fall in einer idyllischen Wohnsiedlung im Landkreis Regensburg: Ein älteres Ehepaar (69 und 76 Jahre) war seit Tagen nicht mehr erreichbar – am Dienstagmorgen fand die Polizei in deren Haus die beiden Leichen. Sie sollen noch am Mittwoch obduziert werden. Was bisher bekannt ist.
Am Dienstag finden Polizisten in einem Haus in Mintraching zwei Tote. Mordermittler der Regensburger Kripo übernehmen. Die Leichen sollten noch am Mittwoch obduziert werden, um mehr zu den Umständen zu erfahren, sagte Polizeisprecherin Melanie Bäumler der Mediengruppe Bayern. Zu Details oder Hintergründen wolle man sich nicht äußern.
Hinweise auf eine Beteiligung Dritter liegen nicht vor.
Polizeisprecherin Melanie Bäumler
Nichts deutet am Dienstagvormittag darauf hin, dass Mintraching erneut zum Schauplatz eines möglichen Verbrechens geworden sein könnte. In der ruhigen, idyllischen Siedlung am Ortsrand herrscht kaum Verkehr. Wären da nicht die Männer und Frauen in weißen Ganzkörper-Anzügen und zivile Beamte mit Pistolen am Hosenbund, es wäre wie immer. Fast alle tragen blaue Handschuhe, während sie ihre Arbeit machen. Spuren werden gesichert und Nachbarn befragt. Es läuft ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren, wird von offizieller Seite später auch bestätigt.
Ehepaar aus Mintraching seit Tagen nicht zu erreichen
Am Zaun zu einem der Häuser liegt rot-weißes Trassierband am Boden, mit dem der Tatort bis zum Eintreffen der Kriminalpolizei wohl abgesperrt wurde. Gefunden wurden die zwei Toten am Morgen. Verwandte hatten die Bewohner des Einfamilienhauses mit liebevoll gepflegtem Garten wohl seit einigen Tagen nicht mehr erreicht und daher die Behörden alarmiert. Entdeckt wurden die Leichen der 69-jährigen Frau und ihres 76-jährigen Ehemanns dann von einer Streifenbesatzung.

Aufgrund der Auffindesituation war klar, dass es sich womöglich um ein Tötungsdelikt handeln könnte, hieß es. Sofort werden die Ermittler der Kripo eingeschaltet. Sie kommen im großen Team zum Tatort – Spurensicherung und Spezialisten des für Kapitalverbrechen zuständigen Kommissariats 1. Dass nicht erneut ein Mörder in der 5000-Einwohner-Landkreisgemeinde südöstlich von Regensburg zuschlug, steht für die Polizei erst am Mittwochnachmittag fest: „Hinweise auf eine Beteiligung Dritter liegen nicht vor“, betonte Melanie Bäumler auf unsere Anfrage.
Leichen sollen noch am Mittwoch obduziert werden
Bisherige Ergebnisse der umfangreichen Ermittlungen würden das eindeutig bestätigen, erklärte die Polizeisprecherin weiter. Wie das Ehepaar genau starb und was in dem Haus geschah, solle durch umfassende Obduktionen der Leichen geklärt werden. Ergebnisse dazu erwarte man aber erst in der kommenden Woche.
Bei uns allen herrscht große Bestürzung und fassen kann es keiner.
Bürgermeisterin Angelika Ritt-Frank, Mintraching
„Bei uns allen herrscht große Bestürzung“, erklärte Mintrachings Bürgermeisterin Angelika Ritt-Frank auf aktuelle Nachfrage. Fassen könne das Ganze noch keiner. Die Polizei habe die Gemeinde am Dienstag informiert. Ehrenamtliche der Feuerwehr seien zuvor um 7 Uhr zur Wohnungsöffnung alarmiert worden. Den Angehörigen sprach die Rathauschefin „unsere aufrichtige Anteilnahme aus“.

Es ist nicht der erste Fall, der die Mordermittler nach Mintraching brachte: Bis heute sorgt der sogenannte „Pfingst-Mord“ von 2023 für Unruhe. In dem Fall gibt es einen Tatverdächtigen, der in U-Haft sitzt. Ihm wird Mord vorgeworfen.