Lamer Straße ab 1. September voll gesperrt – Arbeiten sollen bis Schulbeginn beendet sein

Inmitten der Lamer Straße klafft ein tiefer Graben. Nach und nach hebt ein Bagger mit seiner großen Schaufel Erde und Geröll aus der Grube. Als das lose Erdreich beseitigt ist, fährt der Bagger an die Grube heran. Vorne baumelt ein langes blaues Rohr an einem Gurt. „Bist so weit?“, ruft ein Bauarbeiter seinem Kollegen in der Grube zu. „Auf alle Fälle“, erwidert dieser. Langsam wird das Rohr hinabgelassen. Der Arbeiter im Loch führt das Rohr, damit es nicht ausschwenkt, und steckt es mit dem Teilstück, das bereits vergraben wurde, zusammen.
Es ist Halbzeit bei den Bauarbeiten in der Lamer Straße in Bad Kötzting. Dort werden gerade Wasserleitungen neu verlegt und zugleich Kanal und Straße saniert sowie schiefe Randsteine wieder gerade gesetzt. Das alles passiert „unter großem Zeitdruck“, wie Stadtbauamtsleiter Christian Kopf sagt. Denn bis zum Schulbeginn am 16. September soll die Hauptverkehrsader für Schulbusse wieder befahrbar sein.
Ans Aqacur angeschlossen
Dies sei auch der Grund dafür, dass die Bauarbeiten auf Höhe der Zufahrt des Raiffeisen Fachmarktes zu Beginn der Ferien aufgenommen wurden. Auf einer Länge von circa 220 Metern wird seitdem die Hauptwasserleitung erneuert, so Kopf. Zudem wird auch die Brauchwasserleitung verlegt, die an die Technik der Aqacur Badewelt angeschlossen werden soll. Dieses Wasser – das zwar qualitativ ohne Beanstandung ist, jedoch in keinem Schutzgebiet liegt – kommt vom Pumpenhaus in Beckendorf und soll künftig die Becken des beliebten Schwimmbads füllen.
Bestehende Infrastruktur erhalten
Wenn die beiden Leitungen verlegt worden sind, müssten acht Haushalte daran angeschlossen werden – nachdem die neue Hauptleitung unter anderem entkeimt worden und angelaufen ist. Das bedeute laut Zankl-Oberbauleiter Richard Sixt erneut eine Vollsperrung der Lamer Straße, und zwar voraussichtlich ab kommenden Montag, 1. September. „Bei einem Neubau ist das einfacher. Ein Problem ist’s beim Bestand, denn die bestehende Infrastruktur muss erhalten bleiben“, sagt Bauamtsleiter Kopf.

Eine neue Deckschicht für die Straße
Die maroden Wasserleitungen zu erneuern, ist nur eine Maßnahme. Sobald diese abgeschlossen ist, werden die maroden Kanaldeckel saniert und zu guter Letzt bekommt auch die Straße noch eine neue Deckschicht. Dafür sei dann die Firma Strabag verantwortlich. „Wir haben versucht, möglichst viel in einem Abwasch zu machen“, sagt Kopf.








Noch 13 Arbeitstage bis zum Schulbeginn
Bis zum Schulbeginn am 16. September sind es noch 13 Arbeitstage. Werden die Maßnahmen bis dahin tatsächlich abgeschlossen sein? „Wenn das Wetter herhält, sollte es klappen“, sagt Robert Vogl und ergänzt: „Am Tiefbau bist aufgeschmissen, wenn’s regnet.“ „Es sind Unsicherheiten da, dass wir in den Schulbetrieb reinrutschen“, sagt Oberbauleiter Sixt.
Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, werde sich sicherlich eine Notlösung für die Busse finden, ist er überzeugt.
Maßnahme in Zahlen
Die Hauptwasserleitung, die im Bereich der Lamer Straße erneuert wird, hat eine Länge von circa 220 Metern. Dazu kommen acht Hausanschlussleitungen.
Die neue Brauchwasserleitung vom Pumpenhaus in Beckendorf bis zum Aqacur hat laut Bauamtsleiter Kopf eine Gesamtlänge von 900 Metern. Das 500 Meter lange „Zwischenstück“ ist laut Kopf bereits fertig. Es fehlen noch circa 150 Meter bis zum Aqacur und etwa 200 Meter zum Pumpenhaus in Beckendorf.
Der Entlastungskanal hat eine Gesamtlänge von circa 265 Metern. In diesem Jahr wurden die Anbindung an den vorhandenen Regenwasserkanal auf einem Privatgrundstück und die Verlängerung an der Reitensteiner Straße bis zum Regenüberlaufbauwerk gebaut. Seit Ende Juli ist der Entlastungskanal in Betrieb, so Kopf.
Die Kosten für Wasserleitungsbau, Kanal- und Straßensanierung belaufen sich auf etwa 1,2 Millionen Euro.