Leere Bänke: Die Bedeutung der katholischen Kirche schwindet auch in Regensburg

Von Christian Eckl · 25. August 2025 um 15:50

Die Zahl der Mitglieder ist in den bayerischen Bistümern weiter rückläufig. Doch es gibt noch zwei Bistümer, in denen mehr als die Hälfte der Bevölkerung katholisch ist. Eines davon ist Regensburg. Bleibt das so? Eine Recherche in Zahlen und Statistiken.

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Immer weniger Menschen sind in Deutschland konfessionell gebunden. Nach wie vor stellen Katholiken zwar auch im Bistum Regensburg die Mehrheit. Doch ihr Anteil schwindet immer weiter. Das belegen aktuelle Zahlen, die nun die Deutsche Bischofskonferenz im Detail dargelegt hat. Abzulesen ist dabei auch ein eindeutiger Trend.

Nur noch in zwei Bistümern liegt der Anteil der Katholiken gemessen an der Gesamtbevölkerung über 50 Prozent. Regensburg und Passau sind diese Bistümer – vier weitere der insgesamt 27 Bistümer in Deutschland haben einen Anteil an Katholiken von über 40, aber unter 50 Prozent.

Liberale Bischöfe verlieren

Doch auch die beiden stärksten bayerischen Bistümer verlieren massiv Mitglieder. Seit 2010 hat die Diözese Regensburg knapp 18 Prozent an Katholiken eingebüßt. Die Zahl sank von 1,24 Millionen im Jahr 2010 auf nur mehr etwas mehr als eine Million Kirchenmitglieder 2024. Andere Bistümer verloren prozentual deutlich mehr Gläubige. Einen größeren Schwund an Mitgliedern hat etwa das Bistum München-Freising. Dort sank die Zahl der Katholiken um mehr als 20 Prozent von 1,77 auf 1,41 Millionen. Auch in Passau sank die Zahl der Katholiken, aber prozentual eher moderat: Von den im Jahr 2010 noch 490.000 Katholiken im Bistum Passau sind derzeit etwas mehr als 410.000 übrig – ein Rückgang um fast 16 Prozent.

In der Kirche gab es in den vergangenen Jahren massive Auseinandersetzungen um die Frage, ob sie sich öffnen und liberaler werden, durch mehr Beteiligung von Laien auch die Hierarchie flacher werden soll oder ob die Besinnung auf den Kern des katholischen Glaubens der richtige Weg ist. Gerade eher konservative Bischöfe wie der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, der 2013 auf den ebenfalls konservativen Gerhard Ludwig Kardinal Müller folgte, aber auch der Passauer Bischof Stefan Oster haben sich beispielsweise gegen den deutschen Synodalen Weg gestellt. An den Austrittszahlen kann man nicht ablesen, dass ein liberalerer Weg Kirchenmitglieder halten würde: Der Münchner Kardinal Reinhard Marx gilt eher als Reformer und Liberaler im Vergleich zu Voderholzer und Oster. Sein Bistum verlor stärker als Passau und Regensburg.

Doch auch andere konservative Bischöfe müssen einen massiven Mitglieder-Rückgang hinnehmen. Der im Erzbistum Köln amtierende Rainer Maria Kardinal Woelki gilt als Verbündeter Voderholzers und Osters. Er steht gegen den Kurs des liberalen Limburger Bischofs und Konferenzvorsitzenden Georg Bätzing. In Köln verzeichnete das Bistum einen Rückgang an Mitgliedern um mehr als 23,5 Prozent.

Allerdings sind es auch immer wieder konkrete Ereignisse in einem Bistum, die zu einer vermehrten Zahl von Austritten führen. Im Bistum Passau sind die Austrittszahlen relativ moderat. Ob sich der Trend von wenigen Austritten dort fortsetzt, ist noch offen. Das Bistum ist heuer von einem Skandal rund um einen Pfarrer, der wegen Vorwürfen vom Bischof suspendiert wurde, gebeutelt. Breite Teile seiner Pfarrei halten dem Pfarrer aber die Stange. Ob einige deshalb aus der Kirche austreten, dürfte erst kommendes Jahr klar werden.

Doch interessant ist auch, dass es nicht nur Skandale sind. Als im Bistum Limburg der heute in Rom und Regensburg lebende Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst 2013 über eine Prunk-Sanierung seiner Residenz stolperte, traten dort etwa 8000 Katholiken aus der Kirche aus. Im vergangenen Jahr waren es unter dem liberalen Bischof Bätzing mehr als 10.000.

Wer zahlt den Unterhalt?

Übrigens sind nicht nur Kirchenaustritte für die schwindende Zahl an Mitglieder verantwortlich. Immer weniger Taufen stehen einem Verlust an Gläibigen und einer steigenden Zahl von Beerdigungen gegenüber. Fraglich ist, was der Schwund für den Staat bedeutet. Der Unterhalt des Regensburger Doms wird vom Freistaat bezahlt, denn dem gehört die Kathedrale – anders als die anderen sechs bayerischen Kathedralen. Doch auch im Bistum stellt sich die Frage, wie die Liegenschaften der Kirche in den kommenden Jahren unterhalten werden können.