In kleiner Location wird Großes geboten: Programm im „Wohnzimmer Roding“ bis Jahresende steht

„So etwas hat in Roding davor gefehlt“, erzählt Ernst Reuschl über das „Wohnzimmer“. Konzerte vieler Genres finden dabei in einer Atmosphäre quasi wie zu Hause im Gebäudekomplex an der Schulstraße statt.
Nach den großen Erfolgen und der positiven Resonanz bei den ersten Auftritten steht nun auch das Programm für den Rest des Jahres. Weiter kann der Verein „Wohnzimmer Roding“, der mittlerweile um die 40 Mitglieder zählt und dessen Vorsitzender Reuschl ist, noch nicht planen, da der Gebäudekomplex in der Stadtmitte zum Verkauf steht.
„Diese ganz besondere Atmosphäre mit Livemusik, die uns total fasziniert hat, wollten wir dann auch anderen anbieten.
Ernst Reuschl
Die Idee, den passenden Raum für intensive Konzerte mit begrenztem Publikum zu organisieren, kam bei einem echten Wohnzimmer-Konzert. „Das war zu Hause bei Günter und Marion Heuberger“, erinnert sich Reuschl. Über den in der Region bekannten Konzertveranstalter Olli Zilk war damals der Kontakt mit dem Wiener Singer-Songwriter Felix Yunger zustande gekommen, der dann privat auftrat. „Diese ganz besondere Atmosphäre mit Livemusik, die uns total fasziniert hat, wollten wir dann auch anderen anbieten“, erzählt Reuschl über die Motivation der Vereins-Gründung.
Rasch hatten sich genügend Mitglieder gefunden und es ging auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. „Nicht zu groß und nicht zu klein“ mussten diese sein, um genügend Platz zu bieten, aber auch für die gewünschte Atmosphäre und den direkten Kontakt mit den Künstlern sorgen zu können, erläutert der Vorsitzende. Fündig wurde man in einem bisherigen Leerstand in der Schulstraße beim ehemaligen Zoo Ebert. „Das ist optimal. Zentral gelegen und in einem Innenhof auch vom Lärm der Straße geschützt“, freut sich Reuschl, der sein Geld als Architekt verdient.
Platz für 100 Menschen
Nach dem Umbau, in den die Vereinsmitglieder viel Arbeit steckten, stehen nun eine Theke mit Barhockern, eine großzügige Bühne, mehrere Sofas und weitere Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Maximal 100 Menschen finden dort bei einem Konzert Platz. Dies sei mit der Genehmigungsbehörde der Stadt Roding so abgesprochen, erzählt Reuschl, dafür seien keine baulichen Veränderungen nötig gewesen. „Wir wurden sehr unterstützt“, betont er in diesem Zusammenhang.

Die Vereinsmitglieder hörten sich um, was für Genres in Roding gewünscht würden und versuchten, die entsprechenden Künstler zu finden. Gestartet wurde mit der Landshuter Punkrock-Band Bouncin B.C., danach präsentierte die Band Angela Aux ihre Folk-Musik. Ein Heimspiel hatten dann die Bands Roding Rollers und The Drowned Hive, bevor es mit einer Techno-Party in die Sommerpause ging. „Es war ein toller Erfolg, wir waren bis auf die Techno-Party immer ausverkauft“, erzählt der Vorsitzende. Auch die Resonanz der Besucher sei sehr positiv gewesen, „man freut sich schon, wenn man merkt, dass es gut ankommt“, so Reuschl.
Als Nächstes steht am Freitag, 5. September, eine Kultur-Kombination an: Gegen 18.30 Uhr gibt es eine Lesung von Dr. Eberhard Liss, anschließend bietet der finnische Sänger Mäkkelä eine Mischung aus American Folk, Blues, Country und Punk. Weiter geht es am Samstag, 27. September, ab 21 Uhr, mit dem Duo The Pighounds aus Dortmund. „Musik, die zum Bewegen anstiftet“, wird es dabei im Wohnzimmer geben. Quasi ein „alter Bekannter“ ist am Samstag, 8. November zu Gast: Felix Yunger kommt mit seiner Gitarre aus Wien erneut noch Roding, dieses Mal nicht im ganz privaten Rahmen.
Karten auch im Internet
Am Samstag, 22. November, gastieren ab 20 Uhr Belli & Freschi, Piano mit Schlagzeug. Siegi Mühlbauer und Luis Berra von der Landkreismusikschule Cham präsentieren Songs von Bumton, ihrer früheren Band, sowie unter anderem von Paolo Conte und Adriano Celentano.Zum Abschluss des Jahres gibt es mit den Soviet Space Dogs aus, einem Quartett aus Regenburg, am Samstag, 20. Dezember, melodischen Punkrock mit einer Prise Grunge auf die Ohren.
Karten im Vorverkauf gibt es wie gewohnt bei der Genussinsel Roding und neu auch im Internet bei Ticketfrog. „Das ist vor allem ein Angebot für Besucher, die von weiter her kommen“, erläutert Reuschl, diese müssten dann nicht zum Kartenkauf extra nach Roding fahren. Auch für die Abendkasse soll jeweils ein kleines Kontingent zurückgehalten werden.
Bei den Preisen wird es weiterhin nicht höher gehen als 15 Euro: „Es soll für jeden bezahlbar sein“, betont der Vorsitzende. Bisher sei es für den Verein auch gelungen, die anfallenden Kosten größtenteils zu decken.