Zwei Jahre Warten haben ein Ende: Rodings „neues“ Freibad begeistert Gäste

Es darf endlich wieder geplanscht, gebadet und geschwommen werden – was die Bürger auch gleich rege annahmen: Schon zur Eröffnung am Donnerstag strömten viele Besucher bei bestem Wetter (und freiem Eintritt) ins Rodinger Freibad, das in den vergangenen zwei Jahren für 14,4 Millionen Euro generalsaniert wurde und viele neue Attraktionen bekam.
Beim offiziellen Festakt betonten die Redner (mit Hubert Aiwanger und Christian Bernreiter unter anderem gleich zwei Minister), dass ein sehr modernes und schönes Freibad entstanden sei, das einen erheblichen Mehrwert für Roding biete.

Bürgermeisterin Alexandra Riedl war schon bei einem Rundgang wenige Tage vor der Eröffnung die Freude ins Gesicht geschrieben, am Donnerstag wurde das noch einmal gesteigert: „Dass gleich so viele Bürger kommen und es nur total positive Rückmeldungen gibt, zeigt, dass es richtig war, was wir gemacht haben.“

Lange Vorgeschichte
Beim Festakt, der von der Rodinger Stadtkapelle musikalisch begleitet wurde, hatte die Rathaus-Chefin noch einmal zurückgeblickt. Schon 2011 sei zum ersten Mal über eine Sanierung des Freibads gesprochen worden, damals habe wohl niemand geahnt, welche Odyssee dabei auf die Stadt und die Städtischen Betriebe als Betreiber zukommen würde. Auch nach dem Spatenstich habe es noch zeitliche Verzögerungen (vor allem wegen der Witterung) gegeben, so dass die eigentlich für 1. August 2024 vorgesehene Eröffnung noch einmal verschoben werden musste. Nun aber könne die Badesaison pünktlich, oder sogar früher als sonst, erfolgen. Das Ziel sei immer gewesen, den Charme der 1973 gebauten Anlage zu erhalten, aber auch neue Attraktionen für die ganze Familie zu bieten, „ich denke, das haben wir ganz gut hinbekommen.“




Nach aktuellem Stand habe die Freibadsanierung 14,4 Millionen Euro gekostet, sagte Riedl, noch sind nicht alle Endrechnungen eingegangen. 1,5 Millionen Euro steuerten die Städtischen Betriebe aus eigenen Mitteln bei, acht Millionen Euro kamen von der Stadt, drei Millionen Euro über ein Bundesprogramm für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur sowie weitere 1,5 Millionen Euro vom Freistaat Bayern. „Ohne die Förderungen hätten wir das Projekt so nicht umsetzen können“, betonte Riedl. Auch so sei es noch eine riesige Investition für die Stadt gewesen, „aber ich denke, es war absolut richtig.“ Riedl dankte allen, die zur Umsetzung beigetragen haben.

Es sei „etwas sehr Schönes geschaffen worden“, befand Ernst Reuschl vom Architekturbüro Prokopetz. Die Bauzeit sei intensiv und auch mit vielen Diskussionen verbunden gewesen, darauf, was letztlich entstanden ist, könne man aber stolz sein. Thomas Pickel von der L & P Beratende Ingenieure GmbH sprach von einen „kleinen Paradies“. Alleine fünf Kilometer an Badewasserleitungen wurden verbaut, 35 Pumpen sorgen für die Umwälzung des Wassers, nannte er einige beeindruckende Zahlen. Anstatt eines Schlüssels gab es von ihm einen Dreizack bei der symbolischen Übergabe für die Vertreter von Stadt und Städtischen Betrieben. Ein „tolles Projekt für die Bevölkerung“ nannte Professor Hermann Brenner (LAB Landschaftsarchitekten) Generalsanierung und Attraktivierung des Platschare. Er freue sich, dass nun letztlich alles so gut geklappt habe.
„Ist das Geld wert“
Die Freude bei Bürgermeisterin Riedl sei absolut berechtigt, befand Christian Bernreiter, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, es sei ein tolles Freibad entstanden. Die Kommune habe sich der mutigen Aufgabe gestellt und die Generalsanierung gestemmt, lobte er. Bäder seien sehr wichtig, auch, weil viele Kinder (und auch Erwachsene) dort schwimmen lernen können.

„Die Sache ist das Geld wert“, befand auch Bayerns stellvertretender Ministerpräsident sowie Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Hubert Aiwanger. Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen habe Roding die Sanierung geschultert. Entstanden sei ein „High-Tech-Bad“, das für alle Altersklassen etwas zu bieten habe.
„Großen Respekt“ zollte ebenso Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler der Stadt dafür, die „bemerkenswerte Aufgabe“ der Sanierung durchgezogen zu haben. Es habe lange Überlegungen gegeben, ob es in Roding zwei Bäder brauche (neben dem Platschare das Hallenbad bei der Realschule, das der Landkreis betreibt), letztlich sei es aber „gut, so wie es ist.“

Die Segnung der Anlage nahmen im Anschluss Stadtpfarrer Matthias Kienberger und die evangelische Seelsorgerin Ruth Endes vor. Offiziell eröffnet wurde dann die Badeplatte mit dem ersten Sprung, durchgeführt von Bürgermeisterin Riedl und mehreren mutigen Mitgliedern des Stadtrates. „Das Wasser fühlt sich sehr gut an“, befand die Rathaus-Chefin danach.
Und dann durften auch die vielen Besucher in die Becken und die anderen Attraktionen nutzen – gleich am ersten Tag zeigte sich, dass das „neue“ Rodinger Freibad das Zeug zu einem Besuchermagneten hat.
