Neues Erlebnis mit Livemusik: Wenn im Wohnzimmer in Roding der Punk abgeht

Von Christoph Klöckner · 27. März 2025 um 19:00

Hand aufs Herz: Würden Sie sich eine fünfköpfige Punkband in ihr neues Wohnzimmer einladen? Hier ist das anders – da ist kurzerhand abgestimmt worden. Die Mehrheit war für Punk – so geht an diesem Freitag in Rodings neuem Wohnzimmer der Punk ab. „Wir wollten mit einem Knaller starten, einem Weckruf!“, sagt Marion Heuberger.

Das wird gelingen – die Nachbarn sind gewarnt, dass es hier und da lauter werden kann. Zum einen ist es die Konzertpremiere für die Rodinger Wohnzimmer-Crew – sie wissen nicht, wie laut es wird. Zum anderen spielen die Fünf von Bouncin B.C. aus Landshut, die vermutlich gar nicht wissen, wie leise geht.

Musik statt Fische

Marion Heuberger bildet gemeinsam mit Ernst Reuschl das Führungsteam im Verein „Wohnzimmer Roding“. Und das Wohnzimmer selbst kann sich mittlerweile sehen lassen. Dort, wo früher bei Zoo Ebert an der Schulstraße 6 Fische hinter Glas schwammen, gibt es auf der einen Seite jetzt die Bar, gegenüber eine Sitzecke, Wohnzimmermöbel, dazwischen eine Bühne von vielleicht acht Quadratmetern. Einzig der orientalische Teppich ist noch übrig aus Geschäftszeiten, den Rest haben die Vereinsmitglieder seit Januar um- und ausgebaut. Gemütlich eng könnt‘s werden – bis zu 100 Zuhörer passen rein.

Die Idee, einen Verein zu gründen, der Livemusik aller Art im gemütlichen Umfeld fördern will, ist wirklich in einem Wohnzimmer geboren worden, erzählen Marion und Günter Heuberger und Ernst Reuschl. Bei Heubergers im Wohnzimmer hat vor kurzem Gitarrist und Songwriter Felix Yunger gespielt. Schnell hat sich der Gedanke dazu in der Gruppe weiterentwickelt. Mit der Vereinsgründung, um hier etwas Gemeinnütziges auf die Beine zu stellen, sei der schwierigste Part geschafft worden, sagt Vereinsvorsitzender Ernst Reuschl. Alles andere, Behördengänge, Verträge und Bürokratiehürden, seien da eher einfach gewesen, Unterstützung kam auch von der Stadt selbst.

Viel Aufwand bis zum Ziel

Insgesamt sei es viel Aufwand, auch finanziell – „da haben wir einiges dazu gelernt.“ Rechnerisch müsste man danach 60 Euro statt der 15 Euro für den Eintritt nehmen, sagt Reuschl. Doch das wolle man nicht – auch dafür sei man Verein geworden. „Wir hören alle gerne Musik!“, so seine Stellvertreterin Marion Heuberger. Das sei die Basis – selbst Musiker seien sie nicht, aber gerne Publikum. Früher habe es so etwas gegeben, etwa in Roding im „Grammophon“, wo Live-Musik angeboten wurde. Hier mehr Angebot zu schaffen, sei das Ziel. So vielseitig wie die Musik, die hier gespielt werden soll – von Klassik bis zu Hardcore – sind auch die Berufe, die sich im Verein sammeln: Von der Erzieherin und Lehrerin über den IT-Fachmann bis zum Architekten und Werkzeugmacher ist alles vertreten. „Jeder bringt etwas mit, jeder packt an!“, ist hier Vereinsphilosophie der etwa 30 Mitglieder.

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Es hätten schon einige ihr Kommen angekündigt, weniger wegen der Musik, sondern vor allem, weil sie neugierig seien auf das Neue, sagt Marion Heuberger: „Wir werden sehen, was an diesem Freitag geht!“ Das Konzert werde etwa eineinhalb Stunden dauern, danach sei Ende. „Wir sind kein Club“ – es gehe also nicht bis in die frühen Morgenstunden. Auch einige Bands haben den Verein schon angeschrieben, ob sie auftreten könnten.

Friedrich Ebert als Vermieter wird auch einmal reinschauen – „meine Musik ist das aber nicht!“, sagt er. Die Räume standen schon zwölf Jahre leer, da der Einzelhandel es in der Stadt wie überall schwer habe. Daher habe er jetzt an den Verein vermietet, für den die Räume mitten in der Stadt optimal passen. Eine Bewirtung gibt es im Wohnzimmer natürlich auch. Die KonzerttermineStart: Mit der Punkrockband Bouncin B.C. startet das Wohnzimmer an diesem Freitag, 28. März, gegen 21 Uhr. Einlass ist um 20 Uhr. Der Eintritt kostete 15 Euro – buchbar über die Adresse wohnzimmer@gmail.com oder, je nach Verfügbarkeit an der Abendkasse.

Folk: Ruhiger wird es beim zweiten Konzert am 12. April, bei dem die Band Angela Aux ihre Folk-Musik präsentiert. Wie es dann weitergeht, ist offen. Eine Sommerpause ist geplant, doch gibt es auch einige Anfragen von Bands.

Nur gute Schwingungen im Raum: Friedrich Ebert (2.v.re.) mit Ernst Reuschl wie Marion und Günter Heuberger