Urteile zwischen Witz und Wahnsinn: Neumarkter Anwalt begeistert mit neuem Buch

Die Justiz ist ernst – außer, wenn Geedo Paprotta sie aufmischt. Von absurd bis urkomisch führte der Neumarkter Rechtsanwalt bei der ersten Lesung aus seinem frisch veröffentlichten Buch durch die Kuriositäten deutscher Gerichtsurteil und brachte sein Publikum im Hotel Post bei zum Lachen und Staunen – besonders bei einem so absurden Fall, bei dem selbst gestandene Richter die Paragrafen außer acht ließen.
Die Stühle im Saal reichten kaum aus, so groß war das Interesse der Besucher. Gerlinde Delacroix begrüßte die Gäste im Namen der Gluckfreunde, die den Abend organisiert hatten. Sie versprach gleich drei Premieren: erstens die erste offizielle Buchpräsentation von Geedo Paprotta, zweitens eine musikalische Begleitung durch Herbert Rebler und Wolfgang Schmiedel, die erstmals zusammen auftraten und drittens, dass die gesammelten Spenden an die Talentschmiede gehen.
Dies ist ein neues Projekt zur Unterstützung von Kindern, die sich keinen Instrumentalunterricht leisten können. Kooperationspartner dabei ist das Symphonische Blasorchester Berching.
Ursprünglich Schauspiel-Studium im Visier
Der aus Neumarkt stammende Anwalt Paprotta erzählte, er habe ursprünglich Schauspiel studieren wollen, sich dann aber für ein Jura-Studium entschieden. An diesem Abend bewies er, dass er beides kann, pointiert schreiben, aber auch mitreißend vortragen.
Sein Buch trägt den Titel: „300 Urteile über Deutschland – vom alltäglichen Wahnsinn in deutschen Gerichten“. Schon der Name verrät, wohin die literarische Reise geht, in die manchmal komische, oft absurde und doch reale Welt deutscher Gerichtsurteile. Bereits seit Jahren schreibt der Anwalt Kolumnen für unser Medienhaus und bringt die Leser mit seinen „Paragrafen“ zum Schmunzeln.
Wenn der Schmuck im Klo landet
Geedo Paprotta brachte ein buntes Repertoire an menschlichen Geschichten und juristischen Kuriositäten mit. Mal humorvoll, mal ironisch, aber stets pointiert schilderte er Situationen, die das Leben schreibt. So erzählte er von einem Familientreffen mit Toilettenbesuch der dreijährigen Tochter.
Das Mädchen schaffte es alleine, allerdings mit einer unvorhersehbaren Folge: Sie spülte den Schmuck der Tante im Wert von 4000 Euro hinunter. Das Gericht entschied: ein Unglücksfall. Doch der Familienfrieden war buchstäblich im Klo.
Von nackten Radlern bis zu vergessenen Rauchmeldern
Weitere Anekdoten reichten vom sexuellen Verhalten in Mietwohnungen über nackte Radler bis hin zu vergessenen Rauchmeldern. Jedes Mal war die Pointe überraschend, die juristische Bewertung teils kurios, teils erhellend.
Die musikalische Untermalung des Abends übernahmen die beiden Gitarristen Herbert Rebler und Wolfgang Schmiedel mit dem Song „Macho Macho“. Ihr Zusammenspiel überzeugte sofort, das Publikum war begeistert.
Am Ende war die Lesung nicht nur ein literarisches, sondern auch ein kulturelles Ereignis. Humor, Musik und Gemeinsinn trafen aufeinander. Der Spendenkorb für die Talentschmiede füllte sich reichlich. Ein Abend, der in Erinnerung bleibt.