Nach verstärkten Kontrollen an den Badeseen: So dürften Autos am Murner See & Co. parken

Rund um die Badeseen, vor allem am Murner See und am Brückelsee, hat die Polizei zuletzt verstärkt kontrolliert. Zahlreiche Autos parkten dort neben der Fahrbahn mitten auf Grünstreifen. Insgesamt 154 Strafzettel haben die Beamten seit 1. August verteilt. Doch wie dürfen Autos geparkt werden, ohne dass es ein teures Vergnügen wird? Die Schwandorfer Polizei und die Kommunen geben Tipps.
Das Nordufer des Murner Sees ist eigentlich ein naturnaher Erholungsraum – doch der Andrang ist groß
Laut dem Markt Schwarzenfeld sollte sich die touristische Nutzung der Seen eigentlich auf die südlichen und östlichen Bereiche konzentrieren – so wurde es jedenfalls im Regionalplan festgelegt, der nach dem Ende des Braunkohletagebaus aufgestellt wurde. Die nördlichen Abschnitte des Murner Sees und Brückelsees sind demnach „als naturnahe Erholungsräume vorgesehen“, teilt das Rathaus mit. „Diese Gebiete zeichnen sich durch ihre besondere ökologische Bedeutung aus und sind daher als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.“
Doch der Andrang in den Bereichen, die offiziell für den Tourismus gedacht sind, ist bekanntlich groß. Vor allem der Bereich am Ostufer rund um das Theatron ist von den Badegästen stark frequentiert. Mancher Besucher würde vielleicht gar von überlaufen sprechen. Auch das dürfte einer der Gründe sein, wieso Menschen vermehrt an das Nordufer ausweichen. Nur gibt es vor Ort deutlich weniger Parkplätze – und so stehen Autos am Ende häufig auf Grünflächen.
Grünflächen sind nicht als Parkfläche vorgesehen – Verstoß kann teuer werden
Allerdings ist das nicht erlaubt, wie so mancher Badegast festgestellt haben dürfte. Die Schwandorfer Polizei war zuletzt nämlich mehrfach am Murner und Brückelsee unterwegs. Neben einem großen Seekontrolltag im Juli gab es auch an den heißen Tagen im August mehrere Kontrollen. Insgesamt haben die Beamten 154 Strafzettel verteilt. Polizeioberkommissar Stefan Dirnberger hat die erste große Kontrollaktion geleitet. Er betont, dass der Gesetzgeber zum 1. September 2023 den Bußgeldkatalog erhöht habe – unter anderem für Parken auf dem Grünstreifen. „Dass das neu hochgesetzt worden ist, zeigt, dass das Problem relativ aktuell ist.“
Wenn es ein Dauerzustand ist, wenn an nahezu jedem wärmerem Tag und jedem Wochenendtag der Grünstreifen voll ist, dann ist der Grünstreifen tot. Dann hat er keine Chance, sich neu zu bilden oder nachzuwachsen.
Stefan Dirnberger, Polizeioberkommissar
Ein Grünstreifen habe letztlich wichtige Funktionen – so etwa bei der Versickerung, dass Wasser gut ablaufen kann. Wenn ein einzelnes Auto für kurze Zeit darauf parkt, möge das für die Fläche vielleicht noch kein Problem sein, sagt Dirnberger. „Aber wenn es ein Dauerzustand ist, wenn an nahezu jedem wärmerem Tag und jedem Wochenendtag der Grünstreifen voll ist, dann ist der Grünstreifen tot. Dann hat er keine Chance, sich neu zu bilden oder nachzuwachsen“, sagt der Beamte. Der große Andrang sei hier letztlich das Problem. „Diese Masse macht es, und die macht wirklich etwas kaputt.“
Die Kommunen befürworten die Polizeikontrollen
So manchem Badegast sind die Kontrollen sauer aufgestoßen. Der Unmut war teilweise wahrnehmbar – vor Ort an den Seen, aber auch in den Kommentarspalten der Sozialen Medien. Doch aus dem Schwarzenfelder und Wackersdorfer Rathaus gibt es Rückendeckung für die Polizei. Man begrüße die Kontrollen rund um den Murner See und Brückelsee „ausdrücklich“ und sehe „darin einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung von Ordnung, Sicherheit und Naturschutz in der Region“, heißt es aus Schwarzenfeld. Der Markt selbst ist 2021 dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz beigetreten, weil es in den Sommermonaten „wiederholt zu erheblichen Verkehrsproblemen rund um dem Murner See“ kam – so etwa mit zugeparkten Rettungswegen.

Ähnlich äußert sich die Verwaltungsgemeinschaft Wackersdorf, soweit es um Kontrollen auf ihrem Gebiet geht. Auch ihre Mitgliedsgemeinden gehören dem Zweckverband an. Anders als im Schwarzenfelder Bereich ist hier das Parken auf Grünflächen aber kein so großes Thema. Laut Michael Weiß, dem Pressesprecher der VG, gehe es auf ihrem Gemeindegebiet „in erster Linie um die Freihaltung von Zufahrts- und Rettungswegen“.
Wie aber können Badegäste parken, ohne am Ende 55 Euro bezahlen zu müssen?
Wenn Badegäste ans Nordufer des Murner Sees oder an den Brückelsee fahren, dann sollten sie beim Parken vor allem auf zwei Punkte achten, wie Polizeioberkommissar Stefan Dirnberger erklärt. Die Grünstreifen sind – erstens – als Parkfläche tabu, solange sie unbefestigt sind. „Die Reifen gehören auf die Straße und nicht ins Grün“, sagt Dirnberger dazu. Außerdem müsse – zweitens – eine Restfahrbahnbreite von 3,05 Metern übrig bleiben, damit andere Fahrzeuge und Rettungskräfte passieren können.
Unter diesen Voraussetzungen dürften Autos dann auch am Nordufer des Murner Sees oder am Schotterwegs abgestellt werden, der am Modellbau-Club Schwandorf vorbei zum Brückelsee führt. Generell gelte, so Dirnberger: „Man darf immer dann stehen bleiben, wenn man 3,05 Meter Restfahrbahnbreite hat und auf der Fahrbahn steht.“
Hier gibt es offizielle Parkplätze am Murner See und am Steinberger See
Für Badegäste, die am Steinberger See und am Wackersdorfer Teil des Murner Sees parken, gibt es zudem eine größere Zahl offizieller Parkplätze. Darunter sind auch Anlagen, die kostenlos sind. Wie die Verwaltungsgemeinschaft Wackersdorf mitteilt, gibt es am Murner See in der Summe gut 1000 und am Steinberger See mindestens 1800 Parkplätze. „Sogar während der Pandemie, als der 'Urlaub-Dahoam-Boom' überall zu Besucherrekorden führte, waren die genannten Parkkapazitäten immer ausreichend“, sagt Pressesprecher Michael Weiß. „Im schlimmsten Fall müssen die Seegäste in Kauf nehmen, auf einen etwas weiter vom Wunschort entfernten Parkplatz ausweichen zu müssen.“
So hat etwa die Fläche „Murner See P2“, der an der Industriestraße liegt, knapp 600 kostenfreie Parkplätze. Auch beim Erlebnispark gibt es weitere 200 Stellplätze, die umsonst sind. Dazu kommt der Uferparkplatz am Damm, offiziell als Murner See P1 bekannt, mit rund 300 Parkplätzen – die sind allerdings kostenpflichtig. Auch am Steinberger See müssen die Besucher für die meisten Parkplätze zahlen. Die größten Flächen sind hier der P4 Liegewiese/Bikepark mit 500 und der P1 Erlebnisholzkugel mit 400 Stellflächen, wie die Verwaltungsgemeinschaft mitteilt.