Zahlreiche Badegäste verwarnt: So war die große Kontrollaktion am Steinberger und Murner See

Sommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein – das lockte am Samstag zahlreiche Menschen an den Murner und Steinberger See sowie an den Klausensee. Doch in der Vergangenheit gab es dort immer wieder Probleme, wenn Autos beispielsweise Rettungswege blockiert hatten. Genau deshalb hat die Schwandorfer Polizei jüngst den ersten Seekontrolltag ins Leben gerufen.
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Ein Großaufgebot für geregelte Verhältnisse an den Badeseen
Es ist Samstag, kurz nach 11.30 Uhr. Draußen scheint die Sonne heiß vom Himmel. Für den ersten Seekontrolltag, den Polizeioberkommissar Stefan Dirnberger leitet, sind es ideale Bedingungen. Im Besprechungsraum der Schwandorfer Inspektion sitzen rund 20 Teilnehmer.
Sie kommen von der Wasserwacht, vom Zweckverband für kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz, vom Team Naturschutz, von der Verwaltungsgemeinschaft Wackersdorf, von der Naturschutzwacht, vom Sachgebiet Wasserrecht am Landratsamt, ja sogar von der Wasserschutzpolizei. Kurzum: Es sind alle Stellen versammelt, die mit der Situation an den Badeseen befasst sind. Gemeinsam soll die Gruppe ausloten, wo Probleme liegen. Und vor allem: Was sich noch verbessern lässt.
Die Rettungswege bleiben ein Thema – auch beim Theatron
Besonders die Rettungswege waren in der Vergangenheit immer das große Sorgenkind. Oft waren diese so zugeparkt, dass wertvolle Zeit hätte verloren gehen können, wenn Retter schnell passieren müssen. Doch diesmal, als die Gruppe am Murner See eintrifft, ist die Situation entspannt. Dennoch tut sich bald eine mögliche Problemstelle auf – die Autos, die neben dem Geh- und Radweg auf Höhe des Theatrons parken.

Von den sieben Fahrzeugen hat überhaupt nur eines die nötige Erlaubnis hinter der Scheibe liegen, um den Geh- und Radweg befahren zu dürfen. Mehr noch, einige stehen mit ihrem Heck sogar in den Weg hinein. Im Begegnungsverkehr entstünde so eine „Gefahrensituation“, sagt Tommy Dörner. Er leitet den Fachbereich ruhender Verkehr und kommunaler Ordnungsdienst beim Zweckverband kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz. „Und wenn es um die Menschenrettung geht, bei einem faktischen Notfall, stehen die Fahrzeuge im Weg.“
Der Geh- und Radweg ist nämlich zugleich der Rettungsweg, wenn die Wasserwacht oder die Feuerwehr schnell an den See müssen. Für die Autos gibt es daher eine Verwarnung – in Höhe von 55 Euro. Auch Mitarbeiter des Wackersdorfer Rathauses, die am Samstag Teil der Kontrolle waren, haben diesen Hinweis bereits aufgenommen und wollen die Situation verbessern.
Viele Autos parken in Grünflächen – dabei ist das verboten
Gerade erst haben die Polizisten sechs Autos aufgeschrieben, die mitten auf einer Wiese parken, knapp hinter dem Modellbau-Club Schwandorf. Doch es dauert nicht lange, da können sie einen ähnlichen Verstoß live beobachten. Nur wenige Meter weiter, wo die Straße von Sonnenried an den Brückelsee führt, stellt eine Frau ihren Ford ab. Und zwar in einer Rasenfläche, die unter Bäumen liegt, gleich neben dem Schotterweg. Stefan Dirnberger erklärt, dass es so nicht geht. „Sie dürfen nicht einfach in einer Grünfläche in der Natur parken“, sagt der Polizeioberkommissar.

Die Frau steigt also wieder ein und versetzt ihren Wagen. Diesmal parkt sie mit einem Reifen teils auf der Straße, mit dem anderen auf einem Grünstreifen. Auch das ist – eigentlich – nicht erlaubt. Doch in der Vergangenheit war unklar, ob dieser Verstoß verfolgt werden soll. Das hat sich nun bei dem Termin aber geklärt – mit dem Ergebnis, dass solche Fälle künftig nicht mehr geduldet werden können. Auch hier müsste in Zukunft also eine Verwarnung fällig werden.
Der gegenseitige Austausch ist das zentrale Anliegen der Aktion
Um genau solche praktischen Eindrücke, um die Diskussion von konkreten Fällen, geht es bei der Kontrolle. Jeder soll seine Ideen einbringen. Am Steinberger See, an der Wasserwacht-Station, wartet Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) schon auf die Gruppe. Die Parksituation habe man inzwischen relativ im Griff, sagt der Rathauschef – wegen der Kontrollen des Zweckverbands und weiterer Parkplätze.
Und doch sieht er Punkte, die Bemmerl der Gruppe mit auf den Weg gibt. So sollte beim Kreisverkehr Oder, wo es am dortigen Café vorbei zur Kugel geht, die verbotene Durchfahrt stärker kontrolliert werden. Auch an zwei anderen Punkten fände Bemmerl verstärkte Kontrollen sinnvoll: Gegenüber vom Parkplatz am Südufer, weil dort Autos oft auf Grünflächen neben der Straße stehen, und am Fußweg vom MovinGround bis zur Wakeboard-Anlage. Der ist nämlich für Radfahrer nicht freigeben – was aber oft ignoriert werde.

Es ist eine von mehreren Anregungen, die an diesem Samstag zusammenkommt. Die Polizei will beispielsweise empfehlen, dass auf dem Schwarzenfelder Bereich beim Brückelsee die Parksituation noch einmal besser ausgeschildert werden könnte. Dort standen Autos teilweise selbst im Landschaftsschutzgebiet. Und auch gemeinsame Streifen von Polizei und Naturschutzwacht sind für die Zukunft geplant, weil deren Ehrenamtliche bei ihrer Arbeit teilweise bereits unerfreuliche Reaktionen erhalten haben, wie Dirnberger berichtet.
Eine unerwartete Kontrolle durch die Wasserschutzpolizei
Der Wind weht den Männern ums Gesicht, als das Motorboot der Wasserwacht über den Steinberger See fährt. Mit an Bord: Ein Mitarbeiter des Sachgebiets Wasserrecht am Landratsamt, ein Beamter der Polizei Schwandorf und zwei Kollegen der Wasserschutzpolizei. Sie fahren über den See, vorbei am MovinGround und am Steinberger Yacht-Club. Dann fällt den Beamten ein Schlauchboot auf, es hat einen kleinen Elektromotor an seinem Heck. Doch der ist nicht erlaubt. „Sie brauchen eine Genehmigung“, sagen die Kontrolleure, als die Boote dicht an dicht nebeneinander stehen.
An Bord sind zwei Frauen und ein Mann, dazu ein Hund. Ein weißes Tuch haben sie als Sonnenschutz über das Boot gespannt. Doch eine Erlaubnis kann das Trio nicht vorweisen. Fürs Erste ist die Fahrt daher vorbei – sie müssen mit ihrem Boot zurück an Land fahren und den Motor abmontieren.
Zahlreiche Verwarnungen, Müll entsorgt und mehrere Ideen
Die Drei im Schlauchboot bleiben nicht die einzigen, die es erwischt. Drei Verstöße gegen die bayerische Schifffahrtsordnung, Verstöße gegen die Seeordnung und viele Verwarnungen im Naturschutz- und Verkehrsbereich – das ist die Bilanz der gemeinsamen Kontrollaktion an den Seen. Mehr noch, auch Müll konnte entsorgt sowie Schäden gemeldet werden. Für Stefan Dirnberger von der Polizei war die Aktion daher ein Erfolg – genauso wie für die Verwaltungsgemeinschaft Wackersdorf, die sich durchaus eine Wiederholung vorstellen kann.
Auch der Klausensee in Schwandorf wurde überprüft
• Aktion: Auch den Klausensee in Schwandorf hat die Gruppe überprüft. Dabei wurden sie vom Außendienst Ordnungsamt der Stadt Schwandorf unterstützt.
• Bilanz: Vor Ort gab es allerdings keine größeren Probleme zu beklagen. Die Polizei appelliert aber, sich bei Bedarf frühzeitig zu melden – damit mögliche Probleme erst gar nicht entstehen.