Bergwacht Amberg zieht Zwischenbilanz: Zehn Einsätze forderten seit Beginn der Sommerferien

Von Mittelbayerische Zeitung · 23. August 2025 um 05:00

Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat gerade im Sommer viele Freizeitaktivitäten in der Natur zu bieten. Dass diese durch Einheimische und Touristen besonders in den Sommerferien vermehrt besucht werden zeigt auch die Einsatzstatistik der Bergwacht. In einer Pressemitteilung schreibt die Bergwacht über die aktuelle Saison. Seit Beginn der Schulferien Ende Juli wurde die Bergwacht Amberg bereits zu zehn Einsätzen alarmiert. Darunter nicht nur Unfälle bei sportlichen Aktivitäten, sondern auch Personensuchen und alltägliche Notfälle.

Begonnen hat die Serie laut Mitteilung für die Bergwacht Amberg und Sulzbach-Rosenberg am 31. Juli mit einem Einsatz bei Ammerthal. Nachdem für den Patienten jede Hilfe zu spät kam, konnte die Bergwacht nur noch die Polizei bei der Bergung unterstützen.

In der Woche darauf folge am Montag, 4. August, ein Einsatz bei Oed im Lehenbachtal. Bei regnerischem Wetter stürzte ein Urlauber aus München nachts unweit seiner Berghütte. Da sich die Schmerzen bis zum nächsten Morgen so verstärkten, dass eine ärztliche Behandlung notwendig war, transportierte die Bergwacht den Patienten bis zum bereitstehenden Krankentransportwagen.

Verletzung am Monte Kaolino

Am Dienstagvormittag wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Amberg erneut alarmiert. Eine Personensuche in Kümmersbruck sorgte für ein Großaufgebot an Rettungskräften. Der Patient wurde nach kurzer Zeit aufgefunden.

Am Mittwoch der Woche wurde die Bergwacht Amberg und Sulzbach-Rosenberg zusammen mit dem Rettungsdienst an den Monte Kaolino bei Hirschau alarmiert. Ein Besucher verletzte sich schwer an der Hand, erreichte aber selbstständig die Talstation des Freizeitberges. Der Einsatz der Bergwacht konnte deshalb abgebrochen werden.

Zu zwei herausfordernden Bergrettungseinsätzen direkt hintereinander rückten die Bergwachten dann am Samstag, 9. August, während des Hüttenfestes der Bergwacht Amberg aus. Bei einer Temperatur von über 30 Grad hatte ein Klettersteiggeher im dritten Teil des Höhenglückssteiges mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Die Bergwacht Amberg, Sulzbach-Rosenberg und Nürnberg, der Rettungsdienst, die Feuerwehr Hirschbach sowie der Rettungshubschrauber Christoph 27 aus Nürnberg wurden durch die Integrierte Leitstelle Oberpfalz-Nord alarmiert.

Bergretter seilten den Patienten bis zum Boden ab, wo er durch eine Notärztin und einen Notarzt der Bergwacht Amberg versorgt wurde. Eine Rettung mittels Hubschrauber war nicht erforderlich.

Direkt ein weiterer Einsatz

Noch auf Rückfahrt des ersten Einsatzes wurden die Einsatzkräfte der Bergwacht Amberg und Sulzbach-Rosenberg erneut über einen blockierten Kletterer im Höhenglückssteig informiert. Wieder eilten die Einsatzfahrzeuge zum dritten Teil des Klettersteiges in Hirschbach, um Hilfe zu leisten.Der Sonntag verlief ohne Einsatz, forderte die Ehrenamtlichen aber umso mehr am jährlichen Hüttenfest in Freudenberg. Am Donnerstag den 14. August wurde der diensthabende Einsatzleiter Bergrettung, Bereitschaftsleiter Markus Arnold, gegen 9 Uhr zum ersten Einsatz des langen Wochenendes alarmiert.

Ein Bewohner des Altenheimes in Hirschau wurde vermisst. Nach einer Lagebesprechung mit den Führungskräften der Polizei, Kreisbrandinspektion Amberg-Sulzbach, Feuerwehr Hirschau, des Rettungsdienstes und der Wasserwacht wurden die Bergwacht Amberg und Sulzbach-Rosenberg mit ATVs und Bergrettungsfahrzeug angefordert. Nach kurzer Zeit konnte der Vermisste aufgefunden werden. Allerdings konnten nur noch die Polizei bei der Bergung unterstützt werden.

Noch während die Einsatzkräfte in Hirschau im Einsatz waren, wurde das Amberger Bergrettungsfahrzeug zu einer gestürzten Person auf der Burgruine Stockenberg im Landkreis Schwandorf angefordert. Zwei Einsatzkräfte, darunter eine Notärztin aus Amberg rückten umgehend aus und unterstützten die Bergwacht Schwandorf und Regensburg bei der medizinischen Versorgung und teils schwierigen Rettung im unwegsamen Gelände. Beim neunten Einsatz konnte eine Einsatzkraft während dem Dienst am Wochenende eine Erstversorgung für den Landrettungsdienst bei einem internistischen Notfall im Birgland leisten.

Kletterer wusste nicht weiter

Zum Abschluss des sonnigen Wochenendes folgte noch ein Bergrettungseinsatz im Klettersteig. Die Begleiter eines 42-Jährigen, der im überhängenden Teil des Felsens nicht mehr vor und zurücksteigen konnte, kontaktierten telefonisch die Kameraden der Bergwacht Lauf-Hersbruck. Zusammen mit dem Einsatzleiter der Bergwacht Amberg konnte auch der zehnte Einsatz im August nachknapp zwei Stunden absolviert werden.

„Aufgrund des hohen Personalbedarfs bei herausfordernden Einsätzen und den oft nahegelegenen Standorten von Einsatzfahrzeugen anderer Bergwachten ist die Bergwacht Amberg häufig mit den benachbarten Bergwachten Sulzbach-Rosenberg, Lauf-Hersbruck, Nürnberg, Pottenstein, Schwandorf oder Regensburg im Einsatz. Die Zusammenarbeit über Regierungsbezirke hinweg ist dabei beeindruckend.“ bilanzierte Alexander Renner, Verantwortlicher Einsatz bei der Bergwacht Amberg.

Einsatzgebiete

• Gemeinsamkeiten: Die Ausbildung und die Einsatzmittel der Bergwacht sind bayernweit einheitlich, sodass eine Zusammenarbeit im gesamten Bundesland möglich ist.

• Rettungen in ganz Bayern: Die Bergwacht Amberg war 2025 schon an 67 Einsätzen in ihrem Dienstgebiet oder darüber hinaus im Skigebiet der Zugspitze, am Großen Arber, in Pottenstein, im Nürnberger Land und im Ammergebirge um Füssen beteiligt.