Maßnahmen laufen an: Die Vils soll naturnäher werden

Das Wasserwirtschaftsamt Weiden wird in den kommenden Wochen an mehreren Abschnitten der Vils Arbeiten zur naturnahen Gestaltung des Flusslaufs durchführen. Das betrifft dies Gebiete im Landkreis Amberg-Sulzbach, nämlich nördlich von Vilshofen, südlich von Schmidmühlen, nördlich und südlich von Emhof sowie auch im Landkreis Schwandorf nördlich von Dietldorf.
Die Vielfalt fördern
Wie einer Pressemitteilung des Amtes zu entnehmen ist, zielt die Maßnahme darauf ab, die Vils ökologisch aufzuwerten und ihre natürliche Vielfalt zu fördern. Dabei sollen verschiedene Strukturelemente wie Baumstämme und Wurzelstöcke sowie Steine als Strömungslenker ins Flussbett eingebracht werden. Durch den Einbau dieser Strukturelemente sollen unterschiedliche Strömungsverhältnisse in der Vils gefördert werden. Davon profitieren laut Mitteilung vor allem die im Wasser lebenden Tier- und Pflanzenarten.
Zudem werde das Material der Flusssohle, das in der Vils im Wesentlichen aus Sand besteht, umgelagert. Damit werde wieder ein gewässertypisches Flussbett hergestellt.Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verfolgt als oberstes Ziel das Erreichen eines guten ökologischen Zustandes für jeden Flusswasserkörper (Note 2 von 5) bis 2027.
Ökologischer Zustand zeigt Verbesserungsbedarf
Der aktuelle ökologische Zustand der Vils zwischen der Einmündung des Rosenbaches nördlich von Amberg und der Einmündung der Lauterach bei Schmidmühlen wird laut Wasserwirtschaftsamt als „unbefriedigend“ (Note 4) eingestuft. Ausschlaggebend hierfür sei die Bewertung der in der Flusssohle vorkommenden Kleinlebewesen. Es handle sich dabei besonders um Insekten und ihre Larven, zum Beispiel von Libellen oder Eintagsfliegen, Schnecken und Muscheln. Diese kleinen Tierchen seien wichtige Glieder in der Nahrungskette und würden sich außerdem als Bioindikatoren eignen. Sie spiegeln den ökologischen Zustand des Flusses wider, schreibt das Wasserwirtschaftsamt.
Zwischen der Einmündung der Lauterach und der Mündung in die Naab bei Kallmünz werde der aktuelle ökologische Zustand mit „mäßig“ (Note 3) bewertet. Ausschlaggebend hierfür seien die Bewertungen der Fischfauna und der Gewässerpflanzen, denn Defizite flusstypischer Arten dienen auch hier als Indikator für den Zustand des Flussökosystems. Mit diesen Flussgestaltungsprojekten leiste das Wasserwirtschaftsamt Weiden einen wichtigen Beitrag zur naturnahen Entwicklung der Vils in den genannten Abschnitten, heißt es in der Mitteilung weiter.
Man setzte die Maßnahmen genehmigungsfrei im Rahmen der gewöhnlichen Gewässerunterhaltung und in Abstimmung mit der Fachberatung für Fischerei beim Bezirk Oberpfalz um.
Mehr Raum für die Natur
Fahrspuren werden die Mitarbeiter der Fachbehörde am Schluss wieder beseitigen, versichert das Wasserwirtschaftsamt. Flüssen und Auen mehr Raum geben, sie naturnah entwickeln und die Wasserqualität verbessern: auch wenn das Wasserwirtschaftsamt die erforderlichen Schritte im Rahmen der WRRL ambitioniert umsetze, gehöre die Bereitstellung von Ufergrundstücken für Renaturierungsmaßnahmen zu den wichtigsten und schwierigsten Aufgaben.
Flächen gesucht:
Herausforderung: Viele Maßnahmen hängen davon ab, ob die benötigten Flächen zur Verfügung stehen.
Kauf oder Tausch: Deshalb ist das Wasserwirtschaftsamt auf der Suche nach verkaufs- oder tauschbereiten Eigentümern von Ufergrundstücken oder wenig produktiven landwirtschaftlichen Flächen, die auch abseits von Gewässern liegen können.