Christian Allgeier lässt Nittenau auch an der neuen Stelle nicht ganz aus dem Blick

Von David Santl · 22. August 2025 um 05:00

Als Polizist bleibt Christian Allgeier (50) dem Landkreis Schwandorf erhalten. Nur ist er jetzt nicht mehr Chef der Polizeistation Nittenau, sondern stellvertretender Dienststellenleiter in Burglengenfeld. Die beiden Stationen sind ohnehin eng verwoben. Wie brav waren eigentlich die Nittenauer? Und wann kommt ein Nachfolger für Allgeier?

Er ist zwar nur knapp 25 Kilometer weitergezogen und hatte dann doch direkt zum Einstand eine Feuertaufe: Nachdem es am vergangenen Sonntag im Zementwerk in Burglengenfeld gebrannt hatte, war Christian Allgeier als neuer Vize-Chef der dortigen Polizeiinspektion an vorderster Front bei den Ermittlungen mit dabei. Zum 1. August hat der Polizeihauptkommissar seinen Posten als Leiter der Polizeistation Nittenau abgegeben, um den Stellvertreterposten in Burglengenfeld zu übernehmen.

Hätte er sich nicht einen ruhigeren Einstand gewünscht? Allgeier bleibt locker: „Das passiert eben. Sowas wirft mich nicht aus der Bahn.“ Es seien schließlich viele Kräfte im Einsatz gewesen, mit denen er schon gut zusammengearbeitet habe. Denn Burglengenfeld ist dem 50-Jährigen bereits ziemlich gut bekannt.

Er hatte dort schon berufliche Stationen bei der Polizeiinspektion. Außerdem sind die Dienststellen in Nittenau und Burglengenfeld eng verwoben. „Die Dienststelle in Nittenau ist nicht rund um die Uhr besetzt. In der Nacht übernimmt Burglengenfeld die Zuständigkeit“, erklärt er. In Nittenau sei das Team auch deutlich kleiner. In der dortigen Station arbeiten acht Leute, in Burglengenfeld dagegen über 30.

Bei der Amtseinführung im Städtedreieck: der Burglengenfelder Dienststellenleiter Franz Wenig, sein neuer Stellvertreter Christian Allgeier und Polizeivizepräsident Robert Fuchs (v. l.) - Foto: Helbig

Wer in Nittenau neuer Leiter der Polizeistation wird, steht übrigens noch nicht fest. „Da ist noch nichts offiziell. Ich rechne aber damit, dass zeitnah ein Nachfolger bestimmt wird“, sagt Allgeier. Im September oder Oktober sollte es so weit sein. Allgeier wird wegen der engen Zusammenarbeit aber trotzdem ein gewisses Auge auf seinen früheren Zuständigkeitsbereich haben. Dieser umfasst neben Nittenau und Bruck einige gemeindefreie Gebiete in der Region. Insgesamt war er dort für rund 14 500 Leute zuständig. Eher überschaubar also.

Genau diese ländliche Mentalität hat Allgeier im Bereich Nittenau aber besonders geschätzt. Es habe immer einen guten Austausch mit den Leuten gegeben. „Sie sind auf ein gutes Verhältnis zu uns bedacht und helfen mit, wenn was ist“, sagt der ehemalige Nittenauer Polizei-Chef und erinnert sich besonders an einen Fall aus seiner vierjährigen Amtszeit zurück.

Ein Fall bleibt ihm in Erinnerung

Im Januar 2023 sollte ein Taxifahrer eine 82-jährige Frau zur Bank und anschließend zum Notar fahren. Weil die Seniorin sehr nervös wirkte, wurde der Fahrer stutzig, fragte genauer nach – und bekam heraus, dass sie auf der Bank 84 000 Euro abheben soll. Denn eine angebliche Polizistin hatte ihr zuvor mitgeteilt, dass ihre Tochter eine Radfahrerin totgefahren habe. Nur durch die Zahlung könne sie ihr Kind vor einer Verhaftung bewahren.

Der Taxifahrer allerdings durchschaute den Betrug sofort und rettete die Seniorin vor einem großen finanziellen Schaden. Dafür erhielt er eine Dankesbotschaft des damaligen Polizeivizepräsidenten Thomas Schöniger. „Bei uns passen die Leute noch aufeinander auf und geben Bescheid, wenn ihnen etwas komisch vorkommt“, lobt Christian Allgeier. Für diese gute Zusammenarbeit mit den Bürgern im ländlichen Bereich ist er auch immer sehr dankbar. „Ich wollte schließlich auch Polizist werden, um für die Menschen da zu sein und um ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu geben“, sagt er.

„Bei uns passen die Leute noch aufeinander auf und geben Bescheid, wenn ihnen etwas komisch vorkommt

Christian Allgeier, ehemaliger Leiter der Polizeistation Nittenau

Das gilt sowohl für Nittenau als auch für Burglengenfeld. Allgeier übernimmt dort die Position von Florian Beck, der zur Polizeiinspektion Regenstauf gewechselt ist. Zur Zeit gebe es bei der Polizei in der Region einige Wechsel, sagt Allgeier. Viele ältere Beamte würden in den Ruhestand gehen und neue Kollegen kämen nach.

Auch in Burglengenfeld, wo Allgeier bereits eine Station als stellvertretender Dienstgruppenleiter hatte, sei das nicht anders. Nun wird er dort unter anderem als Leiter der Verfügungsgruppe eingesetzt sein und auch beim einen oder anderen Fest im Städtedreieck nach dem Rechten sehen.

Allgeiers Werdegang:

• Ausbildung: Christian Allgeier begann laut Mitteilung des Polizeipräsidiums 2001 seine Ausbildung im damaligen mittleren Polizeivollzugsdienst in Königsbrunn. Danach wechselte er nach Dachau und war als Beamter in einer Einsatzhundertschaft sowie als Ausbildungsbeamter im Einsatz. Es folgten Stationen bei der Grenzpolizei. In diese Zeit fiel auch sein Studium für Ämter des gehobenen Dienstes.

• Stationen: Seine erste Verwendung als Polizeikommissar hatte Allgeier als stellvertretender Dienstgruppenleiter bei der PI Burglengenfeld, weshalb ihm sein neuer Dienstbereich bereits gut bekannt ist.