Wenn in Nittenau das Wasser nicht mehr läuft, ist das Rohrbruch-Team auf Zack

Von David Santl · 20. August 2025 um 17:14

Am Mittwoch gab es in Nittenau (Landkreis Schwandorf) einen Wasserrohrbruch. In solchen Fällen sind Wassermeister Toni Faltermayer und seine Kollegen schnell zur Stelle. Rohrbrüche sind für das Team Routine. Aber warum zählt ein Mikrofon zu ihren Arbeitsgeräten?

Der Übeltäter ist ungefähr so lang wie ein Unterarm, hat knapp 20 Zentimeter Durchmesser und heißt in der Fachsprache Muffe. Ist so ein Verbindungsstück zwischen zwei Rohren kaputt, kann das bei zahlreichen Haushalten für Verdruss sorgen. Dann gibt es nämlich einen Rohrbruch und das Wasser muss abgedreht werden. Am Mittwoch hat es den Lilienweg und Teile des Schlößlgartenwegs in Nittenau erwischt.

In der Früh wurde dort ein solcher Rohrbruch festgestellt. Also mussten Bauarbeiter und Techniker ran, bei knapp 30 Grad Außentemperatur. Unter ihnen war auch der Nittenauer Wassermeister Toni Faltermayer. Für den 29-Jährigen sind Wasserrohrbrüche wie dieser Routine. Im Schnitt, so erzählt Faltermayer vor Ort, gibt es im Nittenauer Stadtgebiet ungefähr zehn Rohrbrüche pro Jahr. Die Abläufe sind längst eingespielt.

Dieses Verbindungsstück ging am Mittwoch kaputt. - Foto: David Santl

Zunächst wird die Stelle abgesperrt, damit keine Verkehrsteilnehmer die Arbeiten stören. Dann lokalisieren Toni Faltermayer und seine Kollegen die Stelle des Rohrbruchs möglichst genau. „Wir wollen ja nicht mehr von der Straße aufgraben als nötig“, erklärt er. Hierzu werden spezielle Lokalisierungsgeräte genutzt. Dabei halten die Mitarbeiter einen Stab mit einem Mikrofon an den Straßenbelag.

Verschiedene Ursachen möglich

Über einen Kopfhörer ist dann unter der Erde ein Sprudeln zu hören. Genau dort reißen Bauarbeiter die Straße auf. „Und dann schauen wir erst einmal, was eigentlich los ist“, sagt der Wassermeister. Mal ist ein ganzes Rohr kaputt, mal gibt es nur einen Riss und mal ist ein Stein schuld, der auf dem Rohr liegt und es nach und nach aufgerieben hat.

Auch ein Fehler bei der Verlegung des Rohres kann eine Ursache sein – oder eine Materialermüdung bei der Abdichtung. Beim Rohrbruch im Schlößlgarten- und Lilienweg war eine kaputte Muffe das Problem. Die musste natürlich ausgetauscht werden. Mit einer Pumpe und einem Schlauch entfernten die Arbeiter das austretende Wasser direkt aus dem Loch.

Dann kontrollierten Faltermayer und seine Kollegen, ob das neu verbaute Teil auch wirklich dicht ist. Natürlich wurde alles noch einmal freigespült und desinfiziert. „Das machen wir immer, wenn wir etwas neu verbauen“, erklärt der Wassermeister. Als letztes füllten die Bauarbeiter das entstandene Loch mit Sand und asphaltierten die Straße wieder zu.

Wo sprudelt es? Zur Lokalisierung wird ein Mikrofon genutzt. - Foto: David Santl

Am Mittwochnachmittag sollten die Anwohner schließlich wieder mit Wasser versorgt werden – auch der ältere Herr, der sich während der Arbeiten kurz freundlich erkundigte, ab wann das Wasser wieder läuft. „Mit Anwohnern haben wir keine Probleme. Die sind immer freundlich und umgänglich“, erzählt Toni Faltermayer.

Mit Anwohnern haben wir keine Probleme. Die sind immer freundlich und umgänglich

Toni Faltermayer, Wassermeister Nittenau

Sofern es Zeit und Umstände zulassen, informiert die Stadt Nittenau vorab im Internet über Rohrbrüche. „Wir wollen die Leute schon vorwarnen, bevor wir das Wasser abdrehen“, so lautet Faltermayers Devise. Außer es spritzt bereits aus der Straße raus. Dann müsse die Versorgung schnellstmöglich gekappt werden. Beim Rohrbruch am Mittwoch war das nicht der Fall.

Ein Rohrbruch an einer Kreuzung wäre dagegen eine größere Sache. „Denn da kommen mehrere Rohre zusammen“, weiß der Wassermeister Das komplette Wasserversorgungsnetz instand zu halten, beschäftige Nittenau ständig.

Laut Faltermayer ist dazu auch ein Sanierungskonzept in Arbeit. Das sei durchaus aufwendig, da schließlich unter anderem Straßen aufgegraben werden müssen. „Da gibt es viele verschiedene Dinge, die miteinander in Einklang gebracht werden müssen.“

So sah der Schaden aus: Durch die kaputte Muffe lief das Wasser aus dem Rohr. - Foto: David Santl