Hier sprudelt Trinkwasser für Nittenau: Sanierung der Quelle Gipfelberg ist fast abgeschlossen

Von Cornelia Lorenz · 8. April 2025 um 15:00

Die Baustelle liegt knapp zehn Kilometer von Nittenauer Gebiet entfernt, doch was sich hier unterirdisch sammelt, ist für die Bürger der Stadt ein wertvolles Gut: Rund 85 000 Kubikmeter Trinkwasser fließen pro Jahr von der Quelle Gipfelberg bei Sollbach nach Nittenau. Nun wurde sie für rund 655 000 Euro umfangreich saniert.

Im Februar 2024 waren die Pläne erstmals im Stadtrat besprochen worden. Die Erneuerung war laut Wasserwirtschaftsamt Weiden nötig, damit die Stadt Nittenau für die Quelle am Gipfelberg wieder eine wasserrechtliche Erlaubnis für weitere 30 Jahre erhalten kann.

Dass Umbaumaßnahmen dringend nötig waren, zog im Stadtrat niemand in Zweifel. Die Quelle war 1934 in Betrieb genommen worden – und mit der Zeit hatte das Wurzelwerk von Bäumen die unterirdischen Rohrleitungen der Quellfassung immer mehr angegriffen, so dass ein Eingreifen immer dringlicher wurde.

Baustart war im Herbst 2024

Im Herbst 2024 fiel der Startschuss: Die alten Leitungen aus Ton wurden entfernt und durch Varianten aus Kunststoff ersetzt. Diese nehmen mit Hilfe ihrer kleinen Öffnungen das im Hangbereich versickernde Niederschlagswasser auf, und zwar aus einem Oberflächenbereich von rund 0,82 Quadratkilometern.

Das hier – und damit auf einer Höhe von 427 Metern über dem Meeresspiegel – gesammelte Wasser fließt zunächst bergab zur Aufbereitungsanlage bei Sollbach. Diese Maßnahme ist unter anderem deshalb nötig, weil das Wasser mit seinem PH-Wert von 4,3 recht sauer ist. Die weitergeleitete Menge ist dabei nicht zu verachten: Rund 85 000 Kubikmeter Trinkwasser fließen pro Jahr von der Aufbereitungsanlage zum Hochbehälter bei Karghof und von dort weiter nach Nittenau. Mit einem Anteil von 17 Prozent ist das ein wichtiger Beitrag zur in Nittenau benötigten Jahrestrinkwassermenge von insgesamt 500 000 Kubikmetern.

Während der Sanierungsphase der vergangenen Monate konnte das Wasser der Sollbacher Quelle nicht genutzt werden und wurde in den Trollbach eingeleitet. Die Kreiswerke Cham, die den Großteil des Wassers für Nittenau liefern, haben in dieser Zeit den Ausfall der Sollbacher Quelle kompensiert.

Nittenau ist kein Härtefall

Von den Arbeiten im Untergrund ist vor Ort nicht mehr viel zu sehen: Bald soll hier buchstäblich wieder Gras über die Baustelle wachsen. Bäume werden nicht gepflanzt, um die unterirdisch verlaufenden neuen Kunststoffrohre nicht wieder durch Wurzeln beschädigen zu lassen. Die Kosten für die Sanierung der Quelle muss die Stadt Nittenau allein schultern: Weil man nicht unter die Härtefallregelung falle, sei keine Förderung der Sanierung möglich, sagt Bürgermeister Benjamin Boml (FW).