BI-Sprecher sorgt sich um Hochwassermulde neben dem Regen in Nittenau

Von David Santl · 11. August 2025 um 05:00

Eigentlich ist es bei der „Buign-Flutmulde“ neben dem Regenufer in Nittenau richtig idyllisch: Hohes grünes Gras, verschiedenste Pflanzen und kleine Sträucher wachsen dort. Ein idealer naturbelassener Ort für Flora und Fauna also. Doch der Schein trügt: Es ist ein Naturparadies, das eigentlich keins sein sollte – findet der Anwohner Franz Schreiner.

Der 73-Jährige ist Vorsitzender der Bürgerinitiative Hochwasserschutz und schlägt Alarm: „Die Flutmulde wird zu wenig gepflegt. Bei Hochwasser kann sie wegen des Gestrüpps nicht mehr so viel Wasser aufnehmen. Und dann steigt das Risiko für Anwohner“, warnt er und übt Kritik an der Stadt Nittenau.

BI-Sprecher Franz Schreiner stört das Gestrüpp in der Mulde. - Foto: David Santl

Denn die ist für die Pflege der 1,50 Meter tiefen Mulde zuständig. „Aber seit mehreren Jahren lässt das sehr zu wünschen übrig.“ Die Pflanzen seien inzwischen teils über zwei Meter hoch.

Immer mehr Ablagerungen

Die Mulde, so Schreiner, sei 2012 nicht gebaut worden, um ein Biotop einzurichten, sondern um die Bürger zu schützen. „In der Mulde sollte eigentlich nur Wiese sein. Und die gehört sich zwei Mal im Jahr gemäht. Ansonsten verringert sich der Nutzen Jahr für Jahr“, erklärt er. Das habe er bereits mit einem Meterstab nachmessen können.

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Dabei stellte Schreiner fest, dass der Boden immer höher wird. Es kommt also zu einer Verlandung. Die entsteht, weil es bei einem Hochwasser zu Ablagerungen am Boden kommt. „Da bleibt immer was hängen. Dadurch bildet sich Humus“, erklärt Schreiner. Inzwischen, so hat er nachgemessen, liegt die Verlandung bereits bei ungefähr 19 Zentimetern.

So sieht die Mulde derzeit aus. Das hohe Gras und die Sträucher sind laut BI ein Problem. - Foto: David Santl

Wie Schreiner erklärt, sollte die Wiese auf dem Niveau des kleinen Durchfahrtsweges sein – oder sogar darunterliegen. „Im Prinzip müsste das einmal mit einem Bagger oder einem Radlader abgetragen werden“, sagt er. Hier sieht Schreiner die Stadt in der Pflicht. „Wir mahnen das immer an. Aber es heißt immer, dass man sich kümmert und dann tut sich nichts“, sagt Schreiner.

Auf MZ-Nachfrage erklärt Bürgermeister Benjamin Boml (FW), dass die Mulde jährlich im August gemulcht wird. Das werde demnächst auch wieder der Fall sein. Auch sonst widerspricht Boml der Auffassung von Franz Schreiner und verweist auf das Wasserwirtschaftsamt. „Wir stehen immer wieder mit dem Amt im Austausch, um zu klären, wie die Flutmulde gepflegt werden muss“, sagt Boml.

Die frisch angelegte Flutmulde: Damals lag der Boden unter dem Niveau des kleinen Weges. - Foto: Franz Schreiner, Archiv

Er weist außerdem darauf hin, dass bei der jüngsten Jahresversammlung der Bürgerinitiative ein Vertreter des Wasserwirtschaftsamts zugegen gewesen sei. „Und der hat darüber informiert, dass laut der letzten Begutachtung der Mulde keine Einschränkung bezüglich Wirksamkeit festgestellt werden konnte.“ Dass der Buign-Durchstich wichtig und wirksam sei, wird laut Boml von niemandem in Frage gestellt. Vielmehr hätten die vergangenen Hochwasser-Ereignisse am Regen sehr deutlich gezeigt, welche Verbesserung der Durchstich mit sich gebracht habe.

Das sieht grundsätzlich auch Franz Schreiner so. „Durch den Klimawandel gibt es immer mehr Starkregen. Aber in den vergangenen Jahren blieben wir gut verschont. Und das soll auch so bleiben“, sagt er. Die Flutmulde würde nie ihre Wichtigkeit verlieren – erst recht nicht, solange der geplante neue Hochwasserschutz nicht realisiert sei. Aber auch danach würde sie laut Schreiner eine bedeutsame Rolle spielen.

Warten auf neuen Schutz

Bis der neue Hochwasserschutz gebaut ist, werden noch ein paar Jahre vergehen. Bürgermeister Boml rechnet derzeit mit einem möglichen Baubeginn frühestens im Jahr 2029. Aktuell warte die Stadt nach wie vor auf die Vereinbarung, in der geregelt ist, wie hoch der Anteil der Stadt Nittenau an den Kosten sein wird. Dieses Abkommen ist laut Boml noch in Arbeit. „Nach unserem Kenntnisstand müssen die Kostensätze neu berechnet werden, da die bisherigen bereits rund zehn Jahre alt sind.“

Aktuell würden aber bereits nach und nach Gespräche mit den Grundstückseigentümern stattfinden. Zumindest beim neuen Hochwasserschutz ziehen Stadt und Bürgerinitiative an einem Strang. „Da stehen wir im Grunde zu 100 Prozent dahinter. Der geplante Schutz ist eine gute Lösung“, sagt Franz Schreiner.