Mit 83 Jahren düst dieser Kelheimer auf einem Stuhl über die Donau

Von Beate Weigert · 20. August 2025 um 19:00

Wasserski-Fahren ist Klaus Konzoks Lebenselixier. Viele kennen den Kreisstädter von spektakulären Shows auf der Donau. Seit Kurzem ist er 83. Anspruchsvolle Tricks hat er immer noch drauf.

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Bis 2009 lockten die Wasserski-Shows als Abschluss des Kelheimer Volksfestes viele Schaulustige an. Einer, der jedes Mal Hunderte mit seinen Akrobatik-Nummern ins Staunen und Johlen versetzte, war Klaus Konzok. Unter anderem fuhr er im Handstand auf einem Stuhl über die Donau.

Den Kelheimer, von dem wir gehört haben, dass er auch mit 83 Jahren immer noch gerne seinem „liebsten Ausgleichssport“ nachgeht, wollten wir in Action erleben. Gesagt, getan: „Kommen Sie doch vorbei. Wir treffen uns beim Kelheimer Yachtclub in Kapfelberg“, sagt Klaus Konzok am Telefon.

Konzoks Freund Gerhard Kohl zieht ihn mit seinem Boot und hat alles im Auge, was dem seinem Freund hinderlich werden könnte. - Foto: Beate Weigert

Mittwochmorgen, kurz nach 9 Uhr, lagen nebenan im Yachthafen die meisten Motorboote noch fest vertäut an den Stegen. Klaus Konzok hatte da schon alles vorbereitet. Mit dabei sein Freund Gerhard Kohl. Er wird ihn mit seinem Boot ziehen. Konzoks Sohn Bernhard ist als „Beifahrer“ dabei.

Mit 85 Sachen über den Fluss

Konzoks Skier liegen am Steg bereit. Zum Einstieg will der Kelheimer, der in seinem Berufsleben viele namhafte große Bauprojekte leitete, an der 16-Meter-Leine mit dem Mono-Ski Slalom fahren. Er steigt in seinen Neopren-Anzug mit Prallschutz. Nachdem er sich gedehnt und aufwärmt hat, geht es auf die erste Runde. Gerhard Kohl beschleunigt sein 330-PS-Boot auf 58 Sachen. Konzok legt sich hinter dem Boot in die Kurven. Vom Boot aus sieht das mühelos aus. Doch beim Kreuzen hat Klaus Konzok „mindestens 80 bis 85 Sachen drauf“, wissen die anderen.

Morgens auf der Donau bei Kapfelberg: Klaus Konzok legt sich an der 14-Meter-Leine schöner in die Kurven als manch Jüngerer. Er geht nach wie vor gerne seinem „Riesenausgleich“, dem Wasserski-Fahren, nach. „Monoski bei glattem Wasser, das ist wie Tiefschneefahren im Winter“, sagt Konzok hinterher und grinst. - Foto: Beate Weigert

Ein Moment der Unachtsamkeit kann beim Wasserski-Fahren schnell schmerzhafte Verletzungen nach sich ziehen. Muskelfaserrisse, Brüche etc. Deshalb fährt Klaus Konzok auch nicht mehr ohne Helm, sagt er.

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Im Urlaub im früheren Jugoslawien sah der Kelheimer vor gut 40 Jahren, wie die Menschen für den Sport Schlange standen.

Spione lugen auf Autodidakt

Beigebracht hat er sich das Fahren dann als Autodidakt, sagt Konzoks Sohn Bernhard nicht ohne Stolz. „Heute gibt es tausend Youtube-Videos. Aber damals gab es nicht mal Fachliteratur, wenn dann aus den USA.“

Der Kelheimer mit seinem Mono-Ski am Steg in Kapfelberg - Foto: Beate Weigert

Wasserski-Fahren war immer sein liebster Ausgleichssport, sagt Papa Klaus. Lange Jahre lebte und arbeitete der Kelheimer in München. Freitagabend ging es zurück nach Niederbayern. Der Sport war zum „Auspowern“ genau richtig.

Bis heute hält das Wasserski-Fahren seinen Körper fit. „Man muss immer Übungen machen, sonst kannst du das nicht lange machen“, sagt der 83-Jährige.

MZ-Bericht von 1994: Bei der Wasserski-Show fuhr er damals im Handstand über die Donau. - Foto: Repro: Weigert

Als er bei vor einer weiteren Runde am Steg den Teller und den bunt lackierten Stuhl zurechtlegt, nähert sich ein Boot mit zwei deutlich jüngeren Insassen. „Spione“, ruft Konzok lachend hinüber.

Dann geht Gerhard Kohls Boot mit konstanten 16 km/h wieder raus auf die Donau. Klaus Konzok steigt vom Wasser aus auf den Teller – so heißt das seitlich abgerundete Sportgerät – dann auf den Stuhl, und zeigt einen Trick nach dem nächsten. Vom Ufer aus klatschen Passanten. Er hat es immer noch drauf. Auch wenn er zugeben muss, dass es doch ganz schön auf den Rücken geht.

Früher begleitete ihn seine Frau Helga, nun ist Sohn Bernhard sein „Beifahrer“. - Foto: Beate Weigert