Reaktivierter Flugplatz nahe Berching sorgt weiter für Diskussionen

Seit gut eineinhalb Wochen starten wieder Flugzeuge vom lange ungenutzten Flugplatz Breitenfurt bei Berching. Dagegen hatten sich einige Bürger gewehrt. Nun kritisieren zwei Stadträte das Rathaus und den Flugsportverein für die aus ihrer Sicht mangelnde Kommunikation. Und sie formulieren eine Forderung. So reagieren Stadt und Verein.
Franz Donhauser (DFB) und Dietmar Zeller (SPD, zudem Bürgermeisterkandidat der freien Bürgerliste) kritisieren, von der Stadt nicht ausreichend über die Wiederinbetriebnahme informiert worden zu sein. Auch vom Flugsportverein hätten sie sich nach eigener Aussage im Vorfeld einen stärkeren Kontakt zu Stadtrat, Verwaltung und Bürgern gewünscht.
„Zumal es sich um eine Thematik handelt, bei der die Bewohner mehrerer Ortsteile wegen erwartbarer Lärmbelästigung Argwohn und Befürchtungen angebracht sehen“, schreiben beide in ihrer Stellungnahme. Es stehe die Befürchtung im Raum, dass vor allem auswärtige Flugsportler mit ihren Maschinen und deren Lärm insbesondere an schönen Tagen die Anwohner beeinträchtigten.
Die beiden Stadträte fordern vom Rathaus, sie über die rechtlichen Möglichkeiten aufzuklären. Zudem müsse geklärt werden, wie viele Flugzeuge starten und landen werden. „Vage Versprechungen auf Rücksichtnahme haben keinen Wert, wenn die Betroffenen die auf sie zukommende Belastung nicht abschätzen können“, schreiben die Stadträte.
Berchinger Flugsportverein verspricht Rücksicht
Sie beziehen sich damit auf Aussagen des Vorsitzenden des Flugsportvereins, Claus Blattner. Dieser hatte im Gespräch mit unserem Medienhaus betont, der Verein wolle den Flugsport mit der gebotenen Rücksicht betreiben. Konkrete Zahlen zu Starts und Landungen nannte Blattner nicht.
Das tat er auch auf neuerliche Nachfrage nicht, betonte aber: „Es wird kein intensiver Flugverkehr sein.“ Der Verein hat es laut Blattner in den eigenen Händen, den Flugbetrieb zu regulieren. Der Platz darf nur mit Genehmigung des Vereins angeflogen werden. Ebenso gibt es die Möglichkeit, den Luftraum in einem gewissen Umfang über dem Flugplatz zu sperren. Es gebe zudem keine vorgeschriebene Platzrunde. An- und Abflüge könnten so bestmöglich organisiert werden, um Lärm zu vermeiden.
Außerdem verwies Blattner auf die luftrechtliche Genehmigung des Luftamtes Nordbayern. Die darin enthaltene Lärmmessung besage, dass es keine Lärmbelästigung geben werde.
An jener Genehmigung sei rechtlich nicht zu rütteln, sagt 2. Bürgermeister Christian Meissner, der den im Urlaub weilenden Bürgermeister Ludwig Eisenreich vertritt. Öffentlich bekannt ist das schon länger. Die Stadt hatte einen Anwalt beauftragt, die rechtliche Situation zu prüfen. Das erwähnte Ergebnis teilte sie im Juli 2023 auf Anfrage unserem Medienhaus mit.
Rechtlich hat Stadt Berching keine Handhabe gegen Flugplatz
Rechtlich hat die Stadt nach eigener Aussage keine Handhabe. Wird sie dann durch Gespräche versuchen, Einfluss zu nehmen? Er wolle Bürgermeister Eisenreich nicht vorgreifen, sagt Meissner. Persönlich sehe er aber den Zeitpunkt als gekommen an, Gespräche mit dem Flugsportverein zu suchen.
Vorher habe die Stadt keine Gespräche führen können, da auch sie nicht gewusst habe, in welchem Stadium die Pläne des Flugsportvereins für eine Wiedereröffnung gewesen seien. Das sei zumindest seine Interpretation der Entwicklung.
Meissners Interpretation der Stimmung unter den Bürgern ist, dass es zuletzt ruhiger geworden sei. Er habe lange nichts von den Kritikern gehört. Vornehmlich zwei Anwohner aus Rappersdorf hatten sich in der Vergangenheit öffentlich zu Wort gemeldet.