Flugplatz in Berching: Sprecher der Fluggemeinschaft äußert sich zu den Plänen

Von Bernhard Neumayer · 28. Juli 2023 um 19:00

Die Nachricht einer Fluggemeinschaft vor fast genau einem Jahr, den stillgelegten Sonderlandeplatz Berching-Breitenfurt (Landkreis Neumarkt) wieder in Betrieb nehmen zu wollen, sorgte bei manchen Bürgern für Aufruhr. Nach anfänglicher Hektik ist es mittlerweile still geworden um das Projekt – bis jetzt.

Auf Anfrage unserer Zeitung meldete sich ein Sprecher der Fluggemeinschaft Berching-Breitenfurt und sprach über den aktuellen Stand der Pläne. Zuvor hatten weder Verantwortliche der Berchinger Stadtverwaltung, beteiligte Ortssprecher noch (möglicherweise) betroffene Bürger aus Rappersdorf lange nichts mehr von der selbst ernannten Fluggemeinschaft gehört.

Vor der Stadtratssitzung am vergangenen Dienstag fragte unsere Zeitung bei den Ortssprechern Erhard Wolfrum (Rappersdorf) und Günter Mirwald (Sollngriesbach) nach, ob sie etwas Neues zu den Plänen gehört haben. „Nein“, antworteten beide.

Genehmigung für Flugplatz Berching hat Bestand

Auch Zweiter Bürgermeister Christian Meissner und Bernd Sammüller vom Bauamt der Stadt Berching haben seit März nichts mehr gehört, sagen sie. Damals fand im Dorfhaus in Rappersdorf eine Ortsversammlung mit den beiden Vertretern der Stadt, Ortssprechern und einem Rechtsanwalt statt. Meissner bestätigt, dass sich die Stadt juristischen Beistand geholt hat, so wie es Bürgermeister Ludwig Eisenreich vergangenes Jahr angekündigt hatte. Das Ergebnis der Prüfung lautet: Die vorhandene Genehmigung habe Bestand. „Da ist nichts dran zu rütteln“, sagt Meissner.

Das bestätigt auch das zuständige Luftamt Nordbayern über die Pressestelle der Regierung von Mittelfranken. Der Betrieb könne in Breitenfurt wieder aufgenommen werden, teilt ein Sprecher mit. „Mit der Platzhalterin haben vergangenes Jahr Gespräche hinsichtlich einer etwaigen Wiederinbetriebnahme des Sonderlandeplatzes sowie eines etwaigen künftigen Betreiberwechsels stattgefunden.“ Konkrete Anträge zur Wiederinbetriebnahme liegen dem Luftamt Nordbayern bisher allerdings nicht vor, teilt der Sprecher mit.

„Ich hoffe, es bleibt so ruhig“

„Still ruht der See“, sagt Georg Dintenfelder, als er auf den Sonderlandeplatz Berching-Breitenfurt angesprochen wird. Der Rappersdorfer war mit Norbert Finsterer eine treibende Kraft, die sich vergangenes Jahr auch öffentlich gegen den Flugbetrieb ausgesprochen hatte. Dintenfelder hatte vor allem Fluglärm befürchtet und, dass der Betrieb mit Ultraleichtflugzeugen ausarte.

„Bisher gab es keine Flugbewegung von der Fluggemeinschaft“, berichtet Dintenfelder, der von seiner Terrasse aus auf die etwa 400 Meter entfernte Landebahn blickt. „Ich hoffe, es bleibt so ruhig“, sagt Dintenfelder, der anmerkt, dass vor Inbetriebnahme des Flugplatzes offiziell ein Betreiberwechsel stattfinden müsse. Das Luftamt Nordbayern teilt dazu allerdings mit, dass ein Nutzerwechsel keinen Einfluss auf die Genehmigung habe.

Und auch der Sprecher der Fluggemeinschaft glaubt nicht, dass der Flugbetrieb am Nutzungsrecht scheitere. „Die aktuelle Betreiberin ist selber in unserem Verein dabei“, sagt der Mann, der weiterhin in der Öffentlichkeit nicht namentlich genannt werden will. Es gehe nicht um ihn persönlich, sondern um den Verein.

Flugplatz Berching: Piloten wollen noch heuer starten

Der Sprecher spüre zwar den Widerstand einzelner Bürger, wie er sagt. „Es gibt aber auch positive Stimmen“, sagt der Sprecher, der betont, dass er nicht gegen die Bürger arbeiten wolle. „Es muss ein Miteinander sein, kein Gegeneinander.“ Deshalb sei er auch kompromissbereit, welche Flugzeuge wie oft starten und landen. Die Nutzung werde in einem begrenzten Umfang sein und der geplante Sportflugbetrieb solle mit Segel- und Ultraleichtsportgeräten stattfinden, hieß es vor einem Jahr in einer Pressemeldung der Fluggemeinschaft. Segelflugzeuge sollen mit einer Winde in die Höhe gezogen werden. „An dem Plan hat sich nichts geändert“, sagt der Sprecher heute.

Dazu müsse der Verein weiterhin den Platz herrichten und die Sicherheit gewährleisten. Daran arbeite man nach wie vor. Aufgrund des regnerischen Wetters habe sich zwar der Zeitplan verschoben, die Idee an sich aber nicht: „Es ist der Wunsch, dass noch dieses Jahr der erste Flug absolviert wird“, sagt der Sprecher.