An der Südtangente in Berching entsteht eine neue Kita

Jahrelang diskutierte der Berchinger Stadtrat über eine Sanierung beziehungsweise einen Neubau des Kindergartens St. Marien. Mehrfach wurde dieses Vorhaben auch im Gremium beschlossen. Doch spätestens seit Dienstagabend ist klar, dass an der Einrichtung in der Klostergasse vorerst nichts passiert.
Stattdessen soll zuerst eine neue Kindertagesstätte an der Südtangente errichtet werden. Das Gremium stimmte einem Neubau auf dem städtischen Grundstück nahe der Tennisplätze zu. Lediglich DFB-Stadtrat Franz Donhauser lehnte den Beschluss ab. Nicht aber, weil er gegen eine neue Kita sei: „Sondern wegen des Chaos, der fehlenden Zahlen zu Betreuungsplätzen und wegen der fehlenden Priorisierung.“
Die anderen anwesenden Stadträte stimmten dem Beschluss zu, zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen an den Sulzauen zu bauen. Im Neubau sollen 74 Kinder unterkommen (50 Kindergartenkinder, 24 Krippenkinder).
Der zweigeschossige Baukörper soll bei Bedarf um zwei Gruppen erweitert werden können, sagte Innenarchitektin Birgit Neumüller. Sie stellte mit Architekt Gerhard Maurer die Machbarkeitsstudie für diesen Standort vor, die der Stadtrat im März beschlossen hatte.
Die Bürogemeinschaft Neumüller + Maurer mit Sitz in Neumarkt sollte ermitteln, ob ein Neubau mit je zwei Kindergarten- und Krippengruppen im Süden Platz hat, welche Bauweisen möglich sind und was ein Neubau grob kostet.
Kita Berching IV Süd: Architekt bevorzugt Holzbau
Neumüller und Maurer stellten ihre Ergebnisse ausführlich vor und beantworteten Fragen. Neumüller betonte, dass die Studie keine komplette Planung einer Kita sei. Es gehe vielmehr um eine Grundlagenermittlung. Das Ergebnis: Das Areal zwischen der Tennisplätze und den neuen Wohnhäusern von Markus Plank an den Sulzauen sei für eine Kita geeignet. Ob der Bau auch in der Form realisiert wird, in der er in der Sitzung grob vorgestellt wurde, ist noch offen. Ebenso, wer die Kita plant. Darum ging es am Dienstag noch nicht.
Die Bürogemeinschaft präferiert einen Neubau in konventioneller Holzbauweise. „Wenn Sie langfristig planen, nehmen Sie Abstand von der Modulbauweise“, sagte Neumüller zu den Stadträten, nachdem Maurer beide Bauweisen miteinander verglichen hatte. Als groben Richtwert für die Kosten nannte der Architekt vier Millionen Euro für einen Holzbau und gerundet 4,2 Millionen Euro für eine Kita in Modulbauweise. Zusätzlich kommen jeweils gut 465000Euro Erschließungskosten drauf.
Neumüller und Maurer sehen vor, den Neubau im Westen des Grundstücks an die Sulz zu bauen. Eine extreme Hochwassergefahr bestehe dort nicht, wie die Bürogemeinschaft eruiert hat. Erweitert werden könnte die Kita dann in Richtung Osten.
35 Meter lang und 21 Meter breit könnte der U-förmige Bau werden. Über eine Stichstraße mit Wendehammer im Osten – rechts neben Planks neuen Häusern – könnte das Grundstück erschlossen werden.
Nach dem Vortrag fragte der CSU-Fraktionsvorsitzende Andreas Höffler, wie lange es dauere, bis der Neubau stehe. Der Architekt rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren. Es mache Sinn, den Bau für die Kita zeitgleich mit den Arbeiten für Planks Wohngebäude durchzuführen. Plank, der als Zuschauer die Sitzung verfolgte, teilte mit, dass er Ende Februar 2025 seine Wohnungen übergeben möchte. „Das schaffen wir“, antwortete Maurer.
Neue Kita in Berching: 1,5 Jahre Bauzeit geplant
Diese Aussage freute nicht nur Manfred Rackl. Der CSU-Stadtrat kritisierte aber in Richtung der Stadtverwaltung, dass er aktuelle Betreuungszahlen für Kindergarten und Krippe vermisse. Vergangenes Jahr hatte Kämmerer Christian Rogoza dem Stadtrat zwar seine Ergebnisse präsentiert, Bürgermeister Ludwig Eisenreich hatte im Anschluss aber andere Zahlen kundgetan. „Dieses Zahlen-Wirrwarr hat uns schon frustriert“, bemängelte auch Andreas Höffler.
Rogoza ratterte in der Sitzung am Dienstag seine aktuellsten Zahlen auf Basis der Einwohnerstatistik herunter, versprach aber auf Nachfrage, diese den Stadträten im Nachgang schriftlich zur Verfügung zu stellen. Das Ergebnis der Zahlen-Flut: „Wir brauchen auf jeden Fall mehr Krippenplätze“, sagte Rogoza. Vermutlich benötige man auch zusätzliche Kindergartenplätze.
„Reichen die Krippenplätze der neuen Kita dann überhaupt aus?“, fragte CSU-Stadtrat Roland Meyer. „Nein“, antwortete der Kämmerer. Aber der Neubau sei ein Schritt in die richtige Richtung. „Müssten wir dann an diesem Standort nicht noch einen Schritt weitergehen?“, hakte Meyer nach. Diese Diskussion sei jetzt überflüssig, entgegnete Rogoza. Das Planungsbüro habe das geliefert, wofür es beauftragt worden war. Es sollte prüfen, ob zwei Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen an der Südtangente Platz finden.
Die Beschlussvorlage sah auch vor, über jeweils diese zwei Gruppen abzustimmen. Doch einige Stadträte wollten sich darauf noch nicht festlegen, weil sie nicht wüssten, ob es nicht vernünftiger wäre, etwa drei Krippengruppen und eine Kindergartengruppe zu planen.
Sitzungsleiter Christian Meissner wollte deshalb den Beschluss schon umformulieren und offen lassen, wie viele Gruppen jeweils beschlossen werden. Doch dann grätschten die Innenarchitektin und Manfred Lang vom Bauamt dazwischen. Man müsse jetzt festlegen, was man wolle. Sonst könne das Büro nicht weiterplanen und man verliere wieder Zeit.
Und so beschlossen die Räte nach über 75-minütiger Diskussion, dass je zwei Kindergarten- und Krippengruppen vorgesehen sind. Der Neubau an der Südtangente sei St.Marien vorzuziehen. Die weiteren Planungen für die neue Kita Berching IV Süd sowie die Erschließung des Grundstücks seien zu veranlassen.