Nächste Sperrung auf der Schiene: Bald ist die Bahnstrecke Schwandorf-Weiden komplett dicht

Noch bis einschließlich 22. August ist die Bahnstrecke von Schwandorf nach Regensburg gesperrt. Dann werden die Arbeiten planmäßig abgeschlossen. Doch es dauert keinen Tag, bis die nächste Streckensperrung folgt. Diesmal trifft es den Abschnitt von Schwandorf nach Weiden.
Wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilt, werden dort Weichen und Gleise erneuert, aufgeteilt auf zwei Etappen. Der erste Abschnitt liegt demnach zwischen Irrenlohe und Weiden – hier wird vom 23. August bis zum 14. September gearbeitet. So lange ist auch die Strecke ab Schwandorf komplett dicht. Auf dem zweiten Abschnitt, der zwischen Schwandorf und Schwarzenfeld liegt, erfolgen die Baumaßnahmen hingegen von 26. September bis 10. Oktober. Auch bei dieser Etappe wird es voraussichtlich zu Sperrungen kommen. Wie genau diese aussehen, ist bisher aber offen. Aktuell laufen hierzu noch die Detailplanungen, hieß es von der DB.
Insgesamt müssen zwischen Irrenlohe und Weiden 15 Weichen und zehn Kilometer an Gleisen erneuert werden, heißt es von der Pressestelle. Auf dem kleineren Abschnitt von Schwandorf bis Schwarzenfeld sind es wiederum eine Weiche und sechs Kilometer an Gleisen. Für die Arbeiten wird auch schweres Gerät nötig sein: So werden unter anderem ein Umbauzug und Reinigungsmaschinen, aber auch Zweiwegebagger, Schienenkran und Stopfmaschine zum Einsatz kommen.
Zwischen Schwandorf und Weiden fahren Ersatzbusse
Dass sich die Sanierung nahtlos an die Arbeiten anschließt, die seit 15. Juni zwischen Schwandorf und Regensburg laufen, ist kein Zufall. Im Gegenteil: Die Baumaßnahme ist ein großes Projekt, um den Streckenabschnitt Regensburg-Weiden zu modernisieren. Rund 127 Millionen Euro fließen in die Gesamtmaßnahme. Die Strecke Regensburg-Schwandorf sei sehr beansprucht gewesen und habe zuletzt täglich Störungen verursacht, sagte Lucas Griep, der für den Abschnitt zuständige Projektleiter der DB InfraGO, laut einer Pressemitteilung der Bahn. Man modernisiere, „um den Zugverkehr wieder zuverlässiger zu machen“.

Die Arbeiten sind nicht zuletzt deshalb nötig, weil auf die Strecke eine große Belastung zukommt. Im Jahr 2026 stehen nämlich die Generalsanierungen der Strecken Nürnberg-Regensburg und Obertraubling-Passau auf dem Programm. Für mehrere Monate werden die Bereiche gesperrt sein. Der Abschnitt zwischen Schwandorf und Regensburg wird hier als Umleitungsstrecke eine wichtige Rolle spielen. Für Lukas Iffländer, den stellvertretenden Bundesvorsitzenden des Fahrgastverbands Pro Bahn, ist die jetzt laufende Sanierung der Strecke Regensburg-Weiden insofern „eher als eine Notoperation“ zu interpretieren, damit die Strecken den Umleitungsverkehr „überleben“.
So weit zur Theorie. Für Fahrgäste, die mit dem Zug zwischen Schwandorf und Weiden unterwegs sind, heißt das in der Praxis: Sie müssen auf den Bus umsteigen, wenn sie an ihr Ziel kommen möchten. Denn vorerst bis 14. September entfallen auf dem Abschnitt sämtliche Züge der Oberpfalzbahn-Linie RB23 (nach Marktredwitz), der alex-Linie RE23 (nach Hof) und der DB-Regio-Linie RE2 (nach Hof). Der RE2 endet aber bereits in Regensburg – er fährt also nicht bis Schwandorf, obwohl die Strecke frei wäre.
Der RE2 nach Hof endet bereits in Regensburg
Insgesamt wird es für Fahrgäste drei Alternativen geben, wie sich der Internet-Seite der Länderbahn entnehmen lässt: Ein Bus, der die Oberpfalzbahn nach Marktredwitz (RB23) ersetzt, wird alle Haltestellen auf der Strecke anfahren. Zudem gibt es zwei Expressbusse – einer fährt von Regensburg über Schwandorf nach Weiden, der andere fährt ohne Zwischenhalt von Regensburg direkt nach Weiden. Diese beiden Verbindungen ersetzen die Linie RE2.
Für den Fahrgastverband Pro Bahn sieht das Ersatzangebot zwischen Weiden und Regensburg „erstmal okay aus“, heißt es auf Anfrage. Die Frage sei letztlich, „wie viele Busse dann jeweils wirklich bereitstehen“. Allerdings hat Lukas Iffländer einen großen Kritikpunkt: dass der RE2 der DB Regio zwischen Regensburg und Schwandorf ausfällt. Dies sei „unnötig“, kritisiert der stellvertretende Bundesvorsitzende. Es zeige mal wieder, dass es seitens der DB Regio München keine Priorität für diese Linie gebe.
Die Deutsche Bahn betont, dass man im konkreten Fall „verschiedene Lösungsoptionen geprüft und abgewogen“ habe. Das Problem sei aber, dass es mit einem „deutlich höheren Fahrzeugbedarf“ verbunden wäre, wenn die Bahn sowohl zwischen Regensburg und Schwandorf als auch zwischen Weiden und Hof einen Zugverkehr anbieten würde. „Diesen Bedarf können wir so nicht abdecken“, sagte eine Sprecherin. Mehr noch, es stünden auch nicht ausreichend Gleiskapazitäten am Bahnhof Regensburg zur Verfügung. „Mit dem jetzigen Konzept können wir unseren Fahrgästen ein stabiles und planbares Ersatzkonzept anbieten“, sagte die Sprecherin. Sie verweist konkret auf den Expressbus, der ohne Zwischenhalte von Regensburg nach Weiden fährt und den „Fahrzeitverlust so gering wie möglich“ halten solle.
Grundsätzlich ist unser Anspruch, dass die Fahrgäste trotz der Baumaßnahmen pünktlich und stabil von A nach B kommen.
Bahn-Sprecherin
Auch zwischen Schwandorf und Regensburg ist noch ein Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet, bis die Arbeiten beendet sind. Aus Sicht der Bahn habe der SEV „größtenteils gut“ geklappt. „Wenn es Hinweise von Fahrgästen gibt, dann meistens dahingehend, dass der Anschluss zwischen Zug und Bus nicht immer reibungslos klappt“, sagte eine Bahn-Sprecherin. Bei Zugverspätungen könne es manchmal leider vorkommen, dass ein Bus dann bereits losfährt. Der grundsätzliche Anspruch sei aber, „dass die Fahrgäste trotz der Baumaßnahme pünktlich und stabil von A nach B kommen. Daher nehmen wir die Rückmeldungen von Fahrgästen sehr ernst und steuern bestmöglich nach“.
Auch Lukas Iffländer von Pro Bahn sagte, dass der grundsätzliche Betrieb „nach anfänglichem Ruckeln gut funktioniert“ habe. Was teilweise zu Problemen geführt habe, sei die Kombination der Schienersatzverkehre. Außerdem habe es teils überlappende Sperrungen des Schwandorfer Nordkopfs mit Zugausfall bis Weiden sowie einen angepassten Fahrplan im Norden gegeben, weil südlich von Marktredwitz gebaut wurde. „Die Busse waren nicht immer abgestimmt, und oft waren größere Umwege die angenehmere Option“, sagte Iffländer.