Sanierung der Bahnstrecke Schwandorf-Regensburg läuft nach Plan

Die Sanierungsarbeiten auf der Bahnstrecke von Schwandorf nach Regensburg schreiten planmäßig voran. Ausgebaut wird parallel in beiden Richtungen, zum Einsatz kommen schwere Spezialmaschinen. Noch bis 22. August bleibt die wichtige Nord-Süd-Verbindung komplett gesperrt. Pendler müssen auf Ersatzbusse ausweichen.
Wie berichtet, will die DB InfraGO die Trasse von Regensburg bis nach Weiden grundlegend sanieren. Auf dem rund 87 Kilometer langen Abschnitt sollen Gleise, Weichen und Bahnübergänge für 127 Millionen Euro modernisiert werden, um die Qualität und Pünktlichkeit des Zugverkehrs zu verbessern. Die Bauarbeiten auf dem ersten Teilstück zwischen Regensburg und Schwandorf starteten Mitte Juni und verlaufen seither „nach Plan“, wie eine Bahnsprecherin erklärte.

Die eingesetzten Großmaschinen waren in den vergangenen Wochen schon von weitem zu sehen und lockten auch Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) als bekennenden Bahn-Fan kürzlich an die Strecke. Zitiert wird der OB von der städtischen Pressestelle mit den Worten: „Hier wird mit großem Einsatz und bemerkenswerter Präzision gearbeitet. Die Maßnahme ist für unsere Region von großer Bedeutung, denn ein leistungsfähiger Bahnverkehr ist ein wesentlicher Standortfaktor.“
Umbauzug ist mehrere hundert Meter lang
Die technischen Daten der Großgeräte dürften auch den Schwandorfer Rathauschef beeindruckt haben. Der mehrere hundert Meter lange Umbauzug RU 800 S beispielsweise, der in seinem leuchtenden Gelb schon von weitem die Blicke auf sich zieht, kann nach Angaben der Bahn „innerhalb kürzester Zeit den gesamten Oberbau erneuern“. Dazu fährt die Großmaschine über die Schiene, entfernt das alte Gleis inklusive Schiene und Schwellen, reinigt das Gleisbett und baut ein neues Gleis samt neuer Schwellen und Schienen ein – alles in einem einzigen Arbeitsgang.
Die Baustoffe hat der Umbauzug passender Weise gleich mit im Gepäck – in den angehängten Materialwagen. Etwa 200 Meter Gleis schafft das Großgerät in der Stunde, am Tag können also etwa 2000 Meter verbaut werden. Dabei werden nach Angaben einer Bahn-Sprecherin vier Kilometer Schienen, mehr als 3300 Schwellen und 3800 Tonnen Schotter ausgetauscht.
Mit anderen Maschinen erneuern die Bauteams den Boden unterhalb des Schotters, verdichten den Schotter und richten das Gleis in der korrekten Lage ein. Eisenbahn-Drehkräne werden zum Ein- und Ausbau von großen Weichenteilen auf der Strecke genutzt.
Die Anlieferung und Vormontage erfolgt übrigens auf dem Schwandorfer Bahnhof. Hier soll ab dem 21. Juli das Gleis 10 erneuert werden; ab dem 25. Juli sind die Weichen Richtung Schwellenwerk an der Reihe. Von hier stammen nach Angaben der Bahn „zu wesentlichen Teilen“ auch die verbauten Schwellen. Weitere Bauteile werden aus Neumarkt, Nürnberg, Augsburg und Bibersheim angeliefert.
Dass die Arbeiten mit dem Großgerät nicht immer ohne Lärm abgehen, versteht sich. Doch die DB InfraGO versucht nach eigenen Angaben, die Belastung für die Anwohner möglichst gering zu halten. An der Sanierung der Bahnstrecke wird der Bahn-Sprecherin zufolge zwar rund um die Uhr gearbeitet. Jedoch fänden lärmintensive Arbeiten in bebauten Gebieten nicht zwischen 22 und 6 Uhr statt. In dieser Zeit erfolgten geräuscharme Arbeiten wie etwa Logistikfahrten oder die Verlegung von Kabeln. Die Arbeiten mit dem Umbauzug fänden in der Regel zwischen 8 und spätestens 20 Uhr statt.
Ersatzbusse: Bedarf wird regelmäßig überprüft
Der Schienenersatzverkehr per Bus habe sich inzwischen gut eingespielt, sagte die Bahn-Sprecherin auf Nachfrage der MZ: „Die Fahrzeiten werden in der Regel wie geplant erreicht, und die Busse reichen in der Regel für die Anzahl der Fahrgäste sehr gut aus“, erklärte sie. Der Bedarf werde regelmäßig überprüft, die Kapazitäten gegebenenfalls angepasst. Die Kundenbetreuer am Schwandorfer Bahnhof seien weiter täglich im Einsatz. Pendler berichteten der MZ inzwischen aber auch von einzelnen Engpässen bei der Bus-Direktverbindung nach Regensburg, vor allem am frühen Morgen.