Bahn-Sanierung zwischen Schwandorf und Regensburg: Auftakt ohne große Pannen

Von Hubert Heinzl · 16. Juni 2025 um 19:00

Der Sanierungsbeginn auf der Bahnstrecke Schwandorf – Regensburg ist für Pendler und andere ÖPNV-Nutzer offenbar weitgehend reibungslos verlaufen. Von überfüllten Ersatzbussen oder gestrandeten Reisenden wurde am Montag nichts bekannt. Doch der Zeitverlust für die Fahrgäste ist teils enorm.

Es ist kurz nach acht und so etwas wie die Rush-Hour an diesem frühen Vormittag. Am Schwandorfer Busbahnhof sammeln sich die Leute, um einen Platz für die Fahrt nach Regensburg zu ergattern. Nicht wie gewohnt im Zug, sondern per Schienenersatzverkehr. Der Direktbus, der für die Strecke etwa 45 Minuten brauchen soll, ist bald gefüllt. Aber es steht ein zweiter bereit, um die restlichen Fahrgäste aufzunehmen: viel junges Volk, aber auch Berufspendler und Urlauber auf der Durchreise. Pünktlich um 8.20 Uhr geht es los.

Nachfrage nach Ersatzbussen ist groß

Zwei verschiedene Buslinien wurden eingerichtet, um die Vollsperrung der Bahnstrecke nach Regensburg zu kompensieren: Neben der Expressverbindung ohne Zwischenstopp gibt es auch eine Tour mit Halt in Maxhütte-Haidhof und Regenstauf. Auch schon um 7.15 Uhr ist die Nachfrage nach dieser Etappen-Fahrt am Montag nicht schlecht.

Am Pendlerparkplatz beim Bahnhof gibt es zurzeit noch jede Menge freie Plätze.

Die meisten Fahrgäste haben sich offenbar gut auf die neuen Umstände vorbereitet. Wer dennoch Informationsbedarf hat, kann sich an einen Ansprechpartner auf dem Bahnsteig wenden, der mit seiner knalligen Warnweste nicht zu übersehen ist. Für zweimal 20 Minuten hat der hauptamtliche Zugbegleiter heute die Rolle der „Reisendenlenkung“ übernommen, wie das im Bahn-Jargon genannt wird. „Ein paar Nachfragen hat es gegeben. Auch danach, wo die Toiletten sind“, erzählt der Mann in Bordeaux-Rot.

Fahrgastverband sieht Fortschritte

Beim Fahrgastverband Pro Bahn hat man das Sanierungsprojekt zwischen Schwandorf und Regensburg natürlich auf dem Radar. So kurz nach Beginn der Sperrung sei es allerdings „noch zu früh, etwas Abschließendes zu sagen. Das muss sich erst einmal einspielen“, sagt Lukas Iffländer, der Sprecher der Bezirksgruppe Oberpfalz. Grundsätzlich bewertet er es aber als positiv, dass es nun auch eine Kontaktperson der Bahn vor Ort gebe. Gleiches gilt nach seinen Worten für die beiden Bus-Korridore mit Nonstop- beziehungsweise Einzelverbindungen: „Das sind Forderungen, die wir seit Jahren erheben.“

Die Bahnübergänge in Schwandorf, wie hier am Klausensee, sind teilweise bis zum Ende der Sanierung gesperrt. - Foto: Martin Kellermeier

Der Zeitverlust durch den Schienenersatzverkehr lässt sich allerdings nicht wegdiskutieren. Erste Rückmeldungen von Fahrgästen ergaben, dass die geplanten Fahrzeiten wohl eher optimistisch angesetzt sind. Das gilt zurzeit offenbar besonders für die Etappen-Busse. „Bis Regenstauf haben wir eine ganze Stunde gebraucht“, erzählt eine Pendlerin. Mit dem Zug dauerte die Fahrt früher knapp 20 Minuten. Grund für die Verzögerung dürften die aktuellen Deckenbauarbeiten an der Einmündung der Kreisstraße SAD8 in die SAD1 in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Teublitz sein, die Richtung Maxhütte-Haidhof zu einem Umweg zwingen. Die Deckenbauarbeiten sollen am 20. Juni abgeschlossen sein.

Vollsperrung bis 22. August geplant

Die Vollsperrung der Bahnlinie Schwandorf – Regensburg ist planmäßig bis 22. August angesetzt. Dann folgen nach Angaben der DB Regio auch schon die nächsten Ausbauschritte auf der gesamten Bahnstrecke zwischen Regensburg und Weiden.

Der zweite Bauabschnitt zwischen Schwarzenfeld und Weiden soll ab dem 23. August erneuert werden. Ab 26. September ist der Bereich zwischen Schwandorf und Schwarzenfeld an der Reihe, ab 10. Oktober sollen zum Abschluss noch die Weichen im Regensburger Hauptbahnhof Richtung Betriebsbahnhof Regensburg Walhalla erneuert werden. Insgesamt werden 52 Weichen und 70 Kilometer Gleise ausgetauscht sowie sieben Bahnübergänge saniert. Unterm Strich investiert die Deutsche Bahn für die Maßnahme 127 Millionen Euro.