Schwellenwerk in Schwandorf wird ausgebaut: Neue Arbeitsplätze und eine neue Halle

Von Hubert Heinzl · 28. April 2025 um 17:00

Die Deutsche Bahn erweitert die Produktion im Schwellenwerk Schwandorf. Künftig sollen hier pro Jahr etwa 800 sogenannte Herzstücke produziert werden – wichtige Bestandteile jeder Weichenanlage. Neben einer neuen Werkshalle entstehen dafür bis zu 25 weitere Jobs.

Bei einem Rundgang am Montag informierte der Schwandorfer Werkleiter Christian Suhren über das Vorhaben. Etwa zehn Millionen Euro will die DB InfraGO nach seinen Angaben im Schwellenwerk investieren, um den gestiegenen Bedarf an wichtigen Weichen-Komponenten zu decken, den Herzstücken.

Produktion in Schwandorf soll hochgefahren werden

Bisher wurden diese vor allem in Witten in Nordrhein-Westfalen (NRW) produziert, dem das Schwellenwerk organisatorisch zugeordnet ist. Doch die Kapazitäten in NRW reichen wegen der vielen Sanierungsprojekte der Bahn nicht mehr aus. Am Standort Schwandorf werden schon jetzt in begrenztem Umfang Weichenherzstücke hergestellt – neben Holz- und Kunststoffschwellen, sogenannten Rippenplatten oder weiteren Bauteilen.

Doch die Produktion soll von derzeit rund 300 Herzstücken im Jahr bis 2028 auf rund 800 hochgefahren werden. Dafür werden laut Werkleiter Suhren auch zusätzliche Mitarbeiter eingestellt – etwa zehn in einem ersten Schritt, weitere 15 in der zweiten Ausbauphase. Vor allem Schlosser und Industriemechaniker werden nach seinen Worten gebraucht. Zurzeit sind rund 140 Mitarbeiter in Schwandorf beschäftigt. Von der neuen Produktion aus einer Hand in der Großen Kreisstadt verspricht sich Suhren logistische und damit Kostenvorteile: „Wir beliefern ganz Deutschland. Aber der Schwerpunkt liegt im Süden und den östlichen Bundesländern.“

2026 soll der Betrieb losgehen

Um mehr Platz für die Produktion zu schaffen, hat das Schwandorfer Unternehmen Gebr. Donhauser im März mit dem Bau einer 120 Meter langen und 21 Meter breiten neuen Werkshalle im Norden des Schwellenwerk-Areals begonnen. Die Fundamente wurden bereits betoniert, und auch der Sozialtrakt am Südende des Hallenkomplexes nimmt Gestalt an. Hier sollen laut Geschäftsführerin Claudia Donhauser einmal Büros, Aufenthalts- und Lagerräume sowie Sanitäranlagen entstehen.

Auch der Maschinenpark für die Produktion der Weichenherzstücke soll modernisiert und aufgestockt werden, wie Werkleiter Suhren informierte. Bisher wurden die einzelnen Komponenten nur am Standort Witten zusammengeschweißt. Künftig sollen alle Fertigungsschritte in Schwandorf erfolgen – von der Bearbeitung der Rohlinge in der CNC-Fräsmaschine über die Biegetechnik bis hin zum Verschweißen von Herzstückspitze und Flügelschienen sowie der abschließenden Qualitätskontrolle. Der Rohbau für die neue Halle dürfte nach Angaben aus der Baufirma Gebr. Donhauser bis September stehen. Die Inbetriebnahme ist laut Zeitplan Mitte des nächsten Jahres vorgesehen.

Eingemauert wird auch die Mittelbayerische

Einer alten Tradition folgend, soll zuvor eine „Zeitkapsel“ im Bau einbetoniert werden, die beim Ortstermin am Montag ebenfalls präsentiert wurde. Sie enthält neben ein paar Münzen und den Bauplänen in analoger und digitaler Form auch die aktuelle Ausgabe der Mittelbayerische Zeitung und soll zusammen mit ihren Schätzen einmal Jahrzehnte überdauern.

Eine vergleichbare Lebenszeit wird den in Schwandorf produzierten Weichen-Teilen nicht beschieden sein. Für Gleisbauer sind die Herzstücke die wohl am meisten belasteten Komponenten und so etwas wie Verschleißteile, obwohl sie aus hochfestem Stahl bestehen. Im Schnitt, schätzt Schwellenwerks-Chef Suhren, müssten die Herzstücke auf den deutschen Gleisanlagen alle zehn Jahre ausgetauscht werden.

Der Sozialtrakt nimmt schon Gestalt an. Vor Ort informierten Werksleiter Suhren und Claudia Donhauser (v. r.) mit weiteren Vertretern der beteiligten Firmen über den Baufortschritt. Foto: Hubert Heinzl
Aus solchen Rohlingen werden die Komponenten der Weichenanlagen hergestellt. Foto: Hubert Heinzl