Neumarkter Münster ist fertig renoviert – obwohl ein wichtiges Detail Sorgen bereitete

Nach vier Jahren Arbeit und zuletzt gut drei Wochen Schließung ist die Sanierung des Neumarkter Münsters jetzt abgeschlossen. Doch fast hätte ausgerechnet sein Namensgeber das nicht erlebt. Die Statue des Heiligen Johannes war plötzlich verschwunden.
Die Sorge von Domkapitular Norbert Winner um die Statue des Heiligen Johannes währte glücklicherweise nicht lange. Unbekannte hatten ihn zum Schulschluss vom Sockel im Südportal gewuchtet. Doch am nächsten Tag tauchte sie ohne „Bekennerschreiben“ hinter der Kirchentür wieder auf. Sie ist nun unbeschädigt und gut gesichert auf ihren angestammten Platz zurückgekehrt. Der potenzielle Abiturscherz hat also ein gutes Ende genommen – ebenso wie die Münstersanierung.
„Ich bin Seelsorger und kein Baumensch und war meinem Vorgänger sehr dankbar, dass die große Renovierung abgeschlossen war, als ich hier als Stadtpfarrer angefangen habe“, erinnert sich Domkapitular Norbert Winner. „Wenn nächstes Jahr Stefan Wingen ein intaktes Münster übergeben wird, wird der ähnlich dankbar sein.“
Brandgefährliche Elektrik im Neumarkter Münster
Das haben die Priester den Ehrenamtlichen der Kirchenverwaltung zu verdanken. Allen voran Kirchenpfleger Franz Ebenhöch und Johann Lang. Weil die Nachkriegs-Elektrik brandgefährlich war, zog das Bauamt der Diözese 2020 unter anderem wegen „unzureichendem Berührungsschutz“ im alten Stromverteiler, verschlissenen Sicherungsanschlüssen und defekten Leitungen die Notbremse.
Zuletzt musste das Münster für die Erneuerung von Elektrik und Heizung vom Chorbereich bis hinauf zur Orgel sogar einige Wochen zugesperrt werden. Mesner Max Großhauser kann jetzt sogar gezielt und damit sparsamer die einzelnen Bankbereiche heizen. Neu sind auch Heizkörper hinter dem Hochaltar, wo früher die absinkende warme Luft aus dem Kirchenraum die Altarkerzen flackern ließ.
Auch Chor und Organist auf der Empore wärmen im Winter neue Heizkörper. Was schon einem „normalen“ Bauherrn graue Haare gemacht hätte, war in einem Baudenkmal wie dem Münster mit Baujahr 1404 eine noch größere Herausforderung mit vielen Überraschungen. Bis hin zu den originalen 20 mal 20 Zentimeter kleinen Ziegelplatten des Fußbodens, die unter den heutigen Solnhofener Kalkstein zum Vorschein kamen.
Neue Heizung im Münster: Keine Fördermittel zugesagt
Mit dem, was die Neumarkter Firma Nibler in der langen Bauzeit geschafft hat, sind Pfarrer und Kirchenverwaltung sehr zufrieden. Zuschüsse aus der klammen Eichstätter Bistumskasse sind allerdings bis jetzt nur für die Elektrik von der Turmspitze bis zur Sakristei in Höhe von 150 000 Euro für die Kosten von fast 300 000 Euro zugesagt. Nicht aber für die neue Heizung.
Während der vorübergehenden Schließung wurde auch ein großer, tiefer Riss im Südschiff neben der Figur des Apostels Bartholomäus saniert, wo die Mauern der beiden Baumeister des Münsters aufeinander treffen und die Kirche einen Knick nach Norden macht.

Bevor nun die Orgel für einen weiteren kräftigen sechsstelligen Betrag gereinigt und, wenn möglich, zur Freude von Organist Jan Blahuta mit neuen Registern verbessert werden kann, muss die Kirche mindestens einen Monat lang geputzt werden.
Probeweise Reinigung im Neumarkter Münster
„Einen zwei Meter langen Streifen haben wir jetzt probeweise von einem Schwenkkran aus vom Gewölbe bis zur Christkönig-Statue mit Besen und Staubtüchern reinigen lassen, um die Kosten zu ermitteln“, sagt Pfarrer Winner.
Und es steht schon die nächste Baustelle an – diesmal im barocken Pfarrhof. Wenn im Sommer 2026 Norbert Winner mit 70 Jahren zum Ruhestandspfarrer wird, soll im Pfarrhaus am Münsterplatz das zentrale Pfarrbüro der neuen Stadtkirche entstehen, die neben St. Johannes und Hofkirche auch Heilig Kreuz und Pelchenhofen umfasst.
Fit für die Stadtkirche Neumarkt
Auch die Schreibtische und Besprechungszimmer von Dekan Stefan Wingen und seinem „pastoralen Personal“ wird man hier finden. „Möglicherweise kommt später hier auch ein Verwaltungsleiter rein“, greift Pfarrer Winner einen Herzenswunsch Stefan Wingens an das Bistum Eichstätt auf. „Und außerdem sollte hier wenigstens eine Wohnung bestehen bleiben, damit das Haus eine Seele hat und neben der Kirche ein wirkliches Pfarrhaus steht, das auch nach den Öffnungszeiten nicht zu ist“, legt Norbert Winner seinen Nachfolgern ans Herz. An Interessenten für eine solche Wohnung, für die ja alle nötigen Anschlüsse schon da seien, werde es nicht mangeln.

Finanzielle Hilfe für das Neumarkter Münster
• Spenden: Da die Pfarrei einen nicht unerheblichen Teil der Kosten für die Sanierung selbst aufbringen muss, sind Pfarrer und Kirchenpfleger dankbar für jede Spende.
• Konten: Spenden sind möglich auf das Konto bei der Sparkasse (DE 71 7605 2080 0000 0150 81) und der Raiffeisenbank (DE 72 7606 9553 0001 1112 05).