Trenck-Hauptdarstellerin Vera Schmid geht: Zum Abschied fließen Tränen in Waldmünchen

Die diesjährige Festspielsaison ist schon wieder Geschichte – mit einem fulminanten Ausklang zur Verabschiedung von „Schwabenkatherl“ Vera Schmid, die am Samstagabend zum letzten Mal in diese Rolle schlüpfte. An ihrer Seite stand sehr kurzfristig Werner Zellmer als Trenck, da Lawrence Gast aus gesundheitlichen Gründen nicht spielen konnte. Die Spielerschar verabschiedete Vera Schmid mit großem Applaus und tollen Einlagen aus ihrer Hauptrolle und ebenso weitere Spieler aus ihren Rollen.
Für ihren letzten Auftritt wollte es sich Vera Schmid nicht nehmen lassen, noch einmal eine Feier bei sich zu Hause auszurichten. So waren dann einige Trenckianer am Samstagabend vor dem Festspiel in die Bahnhofstraße geladen und der Fanfarenzug gab ein paar Lieder zum Besten. Familie und Freunde waren gekommen und im Hof gab es Gulasch aus dem Kessel und ein tolles Buffett.
Vereinsvorsitzender Martin Frank dankte Vera Schmid für die Einladung und lobte ihren siebenjährigen Einsatz als Hauptdarstellerin: „Du hast das immer mit sehr viel Herzblut gemacht, warst immer zur Stelle, und du hast dich vor allem sehr in die Reitabteilung eingebracht.“ Sie hätte die Herzen der Spielerschar schnell erobert und sei bei allen sehr geschätzt gewesen.
Tränen und Blumen
Vera Schmid selbst konnte sich angesichts des großen Aufmarsches der Trenckianer vor dem Anwesen der Familie die ein oder andere Träne nicht verkneifen. Sie hatte dann auch noch Blumen dabei für Personen, die ihr besonders wichtig waren und die sie in all den Jahren intensiv begleitet hätten: Reitausbilderin Angelika Haberl, Regisseurin Yvonne Brosch und ihre Mutter Doris Schmid, die so gut wie bei jedem ihrer Auftritte dabei war. Um 20 Uhr kamen sodann die Pferde aus Blumlohe und so zogen alle mit dem Fanfarenzug hinauf zum Trenckplatz, begleitet von Familie und Freunden sowie einigen Zuschauern.
Die letzte Vorstellung der diesjährigen Saison war ausverkauft, es mussten sogar noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden. An diesem Festspielabend gab es dann noch eine Besonderheit, die sich sehr kurzfristig ergab: Beide aktuellen Hauptdarsteller konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht reiten, und so sprang Werner Zellmer ein, der zuletzt im Jahr 2023 gespielt hatte. Die Trenckianer gaben bei dieser letzten Vorstellung noch einmal alles und das Publikum belohnte dies mit überaus viel Applaus.
Am Ende der Aufführung verabschiedete Martin Frank die Hauptdarstellerin offiziell auf der Bühne und er dankte ihr mit einem Blumenstrauß und einem Bild für das große Engagement in den letzten sieben Jahren. Da gab es dann noch viele Fotos von Zuschauern und Trenckianern mit Vera Schmid, bevor dann alle zum Feiern in den Trenckstadl gingen.
Dort verabschiedete Martin Frank sodann Barbara Löffler als Mariuzza: Sie habe ebenfalls sieben Jahre diese Rolle gespielt und habe dabei vier Trencks die Stirn geboten. „Jetzt sind alle vier Trencks fertig“, so sein schmunzelnder Kommentar mit Blick auf die gesundheitlichen Probleme. Barbara Löffler wird dem Verein aber natürlich erhalten bleiben, auch weil sie die zuständige Kassenwartin für den gesamten Verein ist.

Außerdem wurden noch Sabine Auerbeck als Frau Nothaas und Susi Heiner sowie Bernadette Gruber als Kinderbetreuerinnen verabschiedet.

Um kurz vor zwölf Uhr wagte Martin Frank dann auch noch einen Blick auf die vergangenen Festspiel-Wochen: „In den Massenszenen sind gute Bilder entstanden, hier hat die Regie ganze Arbeit geleistet. Und die Schirmherren Benedikt und Stefan Kulzer haben ganze Arbeit in diesem verregneten Sommer geleistet: Bei nur drei Aufführungen gab es leichten Nieselregen, aber keine starken Schauer oder Gewitter.“ Man sei, so Martin Frank, mit der Saison zufrieden, auch wenn der Kartenvorverkauf nicht ganz so gut lief, was auch dem Wetter geschuldet gewesen sei. Vor und hinter den Kulissen hätten sich viele Personen eingebracht, was ein Mega-Kraftakt gewesen sei. Werner Zellmer sei ohne Murren sofort eingesprungen und habe mit Bravour den Pandurenoberst gespielt.
Das 17. Schwabenkatherl
Zuletzt war es dann Benedikt Kulzer, der das Mikrofon ergriff und der der Spielerschar zu einer gelungenen Saison gratulierte. Er hatte für das damalige Schirmherrenbitten ein tolles Gedicht angefertigt, welches er nun graviert in Edelstahl an Martin Frank übergab.
Nach der obligatorischen Bayernhymne zu Mitternacht waren es dann zum einen die Reitermädels und zum anderen die aktuellen und ehemaligen Hauptdarsteller, welche mit kleinen Einlagen Vera Schmid gebührend verabschiedeten.
Mit einem Quiz wollten die Trenckianer das Wissen testen: So spielte Vera Schmid in diesen Jahren vor gut 11 000 Zuschauern, und sie war das 17. Schwabenkatherl. Der letzte Abend endete so äußerst gesellig erst weit nach Mitternacht. Und die Trenckianer konnten stolz sein, was sie wieder alles auf die Beine gestellt hatten.
