Vorwurf des „kulturellen Rassismus“: Kötztinger Comedian Susanne Pemmerl wehrt sich

„Gib nem Münchner zehn Maß Bock und er spricht fließend oberpfälzisch“, sagt Susanne Pemmerl aus Bad Kötzting (Landkreis Cham) in einem BR-Comedy-Format auf Instagram. Sie hält Oberpfälzisch für den „Endgegner der Dialekte“.
Äußerungen, die dem Verein Bund Bairische Sprache nicht sehr gefallen. Der Vorsitzende des Vereins, Niklas Hilber, reagiert darauf scharf: „Die Oberpfälzer reden also so wie Münchner im Vollrausch. Die Aussagen einer ‘Bühnenkünstlerin’ sind eindeutig ein Beispiel für sogenannten kulturellen Rassismus“ bei ARD und BR. Der Bund Bairische Sprache verleiht jedes Jahr die Bairische Sprachwurzel. Preisträger waren bairische Sprachgrößen wie Luise Kinseher, die Wellküren, Hans-Jürgen Buchner und sogar Papst Benedikt. Bekannt ist der Verein aber auch dafür, sich durchaus polarisierend für die Nordbairischen Dialekte einzusetzen.
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Ob man diesmal aber mit der Kritik die Richtige getroffen hat? Susanne Pemmerl (41) ist gebürtige Kötztingerin, Schauspielerin und Comedian und – in diesem Fall besonders wichtig – des Oberpfälzischen mächtig. Die Witze, die sie in dem Comedy-Format über das Oberpfälzische mache, seien fast so etwas wie Selbstverteidigung, sagt sie. Sie zeichne nur das nach, was man als in München lebende Oberpfälzerin durchaus an Witzen höre. Den besonders kritisierten Witz über den betrunkenen Münchner, den habe sie in Bad Kötzting am Küchentisch geschrieben und zusammen mit ihrer Mutter „sehr darüber gelacht“. So flach er auch sei, es sei einfach Comedy.
In München sowie im gesamten S-Bahn-Bereich ist die bairische Sprache ausgestorben.
Stand-up-Comedian Susanne Pemmerl
Schade sei, so Pemmerl, dass in dem Instagram-Ausschnitt, der kritisiert werde, der Kontext fehle. In einer Vorrede mache sie nämlich klar, dass sie aus der Oberpfalz stamme und einen Witz über ihre eigene Sprache mache. Sie sei quasi „zweisprachig“ aufgewachsen. Der Dialekt sei für sie so etwas wie eine „eigene Sprache“. In München werde jedenfalls kein Dialekt gesprochen, und deswegen könne sie ihren Dialekt auch nicht bei Auftritten nutzen, wenn sie verständlich sein wolle.
Da treffen sich Pemmerl und der Bund bairischer Sprache fast wieder. Hilber schreibt nämlich: „Es geht aber nicht nur um die Beleidigung der Oberpfälzer. In München sowie im gesamten S-Bahn-Bereich ist die bairische Sprache ausgestorben“. Deswegen aber dürften „einheimische Dialekte“ vom BR nicht diskriminiert werden.