Vermisste finden, Brände bekämpfen: Drohne hilft Löschzug Keilberg aus der Luft

Von Lisa Steigerwald, Theresa Baumann · 18. August 2025 um 15:00

Wenn jede Sekunde zählt und Menschenleben in Gefahr sind, kommt er zum Einsatz: der Löschzug Keilberg der Freiwilligen Feuerwehr Regensburg. Ob vermisste Personen oder versteckte Brandherde: die Kameraden sind bereit. Doch sie sind nicht allein unterwegs. Mit an Bord: Unterstützung aus der Luft – modernste Drohnentechnologie.

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„Taking off“, gibt die Drohne DJI Mavic 3 Enterprise Thermal das Signal. Ein lautes Surren ist zu hören, Wind kommt auf. Die neue Drohne der FF Keilberg hebt ab. Der Suchscheinwerfer wird aktiviert und wirft einen hellen Lichtkegel auf den Boden. Rot-blau blinkend, wie eine amerikanische Sirene, fliegt sie in den Sonnenuntergang. Auf dem Display der Fernbedienung ist das Feuerwehrhaus von oben zu sehen.

Die Drohne hat auch ein Blaulicht. - Foto: Lisa Steigerwald

Rund 20 Einsätze hatte das Drohnenteam bereits in diesem Jahr. „Bei einem bestimmten Meldebild werden wir hinzugezogen“, sagt Heinz Schaffner, Vorsitzender der FF. So zum Beispiel nach einem Autounfall in Karlstein, als eine Person vermisst wurde, oder bei der Entschärfung einer Fliegerbombe in Regensburg, als Menschen im Evakuierungsbereich lokalisiert werden mussten. Auch bei Flächen- und Wiesenbränden komme die Drohne zum Einsatz. Gerade beim Aufspüren von Glutnestern ist sie hilfreich, sagt Wolfgang Dumm, einer der Drohnenpiloten. Wird das Team alarmiert, rücken vier bis sechs Einsatzkräfte aus: zwei Luftbeobachter, zwei Fernpiloten, ein Gruppenführer sowie ein Fahrer.

Deutlich günstiger als ein Hubschrauber

Ein großer Vorteil: Die Drohne sei jederzeit einsatzbereit – unabhängig von Tageszeit oder Verfügbarkeit, wie etwa ein Rettungshubschrauber. Auch die Kosten seien im Vergleich deutlich geringer, was sie zu einem effektiven und wirtschaftlichen Einsatzmittel mache. Doch trotz aller Technik gibt es auch Grenzen: dichtes Laub, Gebäude oder andere Hindernisse können Wärmesignaturen verdecken, erklärt Dumm.

Der Regensburger Löschzug Keilberg bei der Drohnenschulung: Florian Seidel, Vorsitzender Heinz Schaffner, Löschzugführer Manfred Arnold, stellvertretender Löschzugführer Stefan Beck, Stefan Jäger, Tobias Christoph, Rudolf Arnold, Wolfgang Dumm und Florian Schillinger (von links) - Foto: Wolfgang Dumm, Löschzug Keilberg

Bereits während der Coronapandemie schaffte sich der Löschzug Keilberg seine erste Drohne an. Drei Jahre lang wurde der Umgang mit der Drohne geübt, bevor sie zu den ersten Einsätzen ausrückten, sagt Schaffner. Inzwischen verfügt die Feuerwehr über drei verschiedene Modelle, darunter auch die neueste Errungenschaft: die DJI Mavic 3 Enterprise Thermal, die sie von der Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach geschenkt bekommen hat.

Um auch mit der neuen Drohne sicher fliegen zu können, schulen Florian Seidel und Florian Schillinger von Drohne112 die Ehrenamtlichen. Dabei geht es unter anderem um Blinkmuster, Bedienelemente und Flugmodi. Auch die Einstellung eines Wärmealarms wird erklärt. Wichtig zu wissen sei, dass der Alarm nicht die tatsächliche Körpertemperatur misst, sondern nur die Wärmesignatur, die bei der Drohne ankommt. Man kann also nicht einfach sagen: Eine Person hat 37 Grad und darauf wird der Alarm eingestellt, erklärt Seidel. Stattdessen sollen die Einsatzkräfte die Drohne auf die gewünschte Flughöhe bringen und dort zunächst ihre eigene Temperatur prüfen – daran soll anschließend der Alarmwert orientiert werden.

Auf der Fernbedienung ist das schwarz-weiße Wärmebild zu sehen. - Foto: Lisa Steigerwald

Tobias Christoph, ebenfalls Drohnenpilot bei der FF, erklärt, dass die Wärmebilddarstellung – die in Schwarz-Weiß ausgegeben wird – nicht immer eindeutig zeigt, ob es sich tatsächlich um einen Menschen handelt. Gerade bei Dunkelheit sei deshalb der Suchscheinwerfer wichtig. Denn dann könne mit der normalen Kamera überprüft werden, ob es sich um eine Person oder um einen Gegenstand handle.

Ein Akku reicht für etwa 30 bis 35 Minuten Flugzeit. Auf Wunsch kehrt die Drohne selbstständig zurück. Das leise Surren wird allmählich lauter, als sie sich nähert. Langsam senkt sie sich zu Boden. Dann heißt es: „Landing.“

Eine Drohne gewonnen haben die Feuerwehren Kürn/Bernhardswald, Keilberg und Oppersdorf. Diese überreichten der Vorstandsvorsitzende (7.v.l.) und der Vorstand der Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach, Hubert Platzer (6.v.r.) an (v.l.) Andreas Sattler, Herbert Kaiser, Katharina Sattler und Matthias Weigert (FF Kürn), Jürgen Seidl und Franz Schmid (FF Oppersdorf), Dietmar Weigert (FF Kürn), Heinz Schaffner (FF Regensburg, Löschzug Keilberg), Florian Obermeier (1. Bürgermeister Bernhardswald), Manfred Arnold (FF Regensburg, Löschzug Keilberg) und den Kreisbrandrat Johann Bornschlegl. - Foto: Theresa Baumann

Drohnenspende für Katastropheneinsätze zum 100-Jährigen verschenkt

Gewinnspiel: Zu ihrem 100-Jährigen verloste die Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach drei Drohnen unter den Feuerwehren ihres Geschäftsgebiets, um „den Einsatzkräften etwas zurückzugeben“, betonte Florian Mann, der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach.

Übergabe: Eine Drohne gewonnen haben die Feuerwehren Kürn/Bernhardswald, Keilberg und Oppersdorf. Diese überreichten der Vorstandsvorsitzende (7.v.l.) und der Vorstand der Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach, Hubert Platzer (6.v.r.) an (v.l.) Andreas Sattler, Herbert Kaiser, Katharina Sattler und Matthias Weigert (FF Kürn), Jürgen Seidl und Franz Schmid (FF Oppersdorf), Dietmar Weigert (FF Kürn), Heinz Schaffner (FF Regensburg, Löschzug Keilberg), Florian Obermeier (1. Bürgermeister Bernhardswald), Manfred Arnold (FF Regensburg, Löschzug Keilberg) und den Kreisbrandrat Johann Bornschlegl.

Eckdaten: Die VRhilft-Drohne wurde speziell für Rettungs- und Katastropheneinsätze entwickelt und mit einer Wärmebildkamera, einer Weitwinkelkamera und vier Akkus ausgestattet. Das 9500 Euro teure Flugobjekt hat eine Reichweite von acht Kilometern und kann bis zu zwei Kilometer hoch fliegen. Bei Windstille kann die Drohne eine Geschwindigkeit von 120 Kilometer pro Stunde erreichen. Bei Regen und Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius sollte die Drohne nicht starten.