Online-Riesen sind keine Konkurrenz: Schwandorfs OB besuchte das Modehaus Frey

Von Caroline Keller · 17. August 2025 um 17:00

Das Modehaus Frey wurde kürzlich mit dem Bayerischen Mittelstandspreis ausgezeichnet. Dies nahm Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) zum Anlass, persönlich im Geschäft an der Friedrich-Ebert-Straße vorbeizuschauen und zu gratulieren. Auch wusste er eine Anekdote im Zusammenhang mit dem Traditionsunternehmen zu erzählen.

Unternehmensleiter Helmut Hagner und Schwandorfs Filialleiterin Bettina Schmidt hießen neben dem OB auch Armin Rank von der Wirtschaftsförderung und City-Managerin Sonja Zindel in den Geschäftsräumen in Schwandorf willkommen. Hagner informierte, dass Frey mit zehn weiteren Unternehmen ausgezeichnet wurde und sie dabei aber die Einzigen aus dem Bereich Handel waren. Vor allem seien es laut Hagner die Mitarbeiter, die das Unternehmen zum Erfolg bringen würden.

Vorfreude auf das Mondscheinshopping am 11. Oktober

Als Beispiel verwies er auf Bettina Schmidt und ihr Team. Schmidt leitet das Geschäft in Schwandorf. Die Modeberaterin erzählte, dass ihr der Kontakt mit den Kunden wichtig sei und sie deshalb gerne Aktionen wie die Fahrten zu den Modenschauen in das Haupthaus in Cham plane. „Die Fahrten sind immer ein Höhepunkt. Es ist schön, die Kunden dort zu treffen, und einen tollen Abend miteinander zu verbringen“, berichtete sie. Auch auf das Mondscheinshopping am 11. Oktober in der Großen Kreisstadt freue sie sich schon.

Gerade dieses Engagement trage, wie OB Feller resümierte, zu einer lebendigen Stadt bei: „Nichts ist beständiger als der Handel.“ Vor allem der stationäre Einzelhandel sei eine Konstante. Dennoch sind sich Hagner und das Schwandorfer Team über die Herausforderungen und Änderungen im Handel bewusst. „Täglich kommen Millionen von Paketen mit Mode zu niedrigsten Preisen aus Asien“, informierte der Unternehmensleiter.en von Paketen mit Mode zu niedrigsten Preisen aus Asien“, informierte der Unternehmensleiter.

Eine Konkurrenz sehe er aber nicht in den Online-Riesen wie Temu und Shein. Diese würden nicht nur Themen wie Nachhaltigkeit, Preisbildung, faire Arbeitslöhne und Qualität vernachlässigen, sondern auch den seiner Meinung nach wichtigsten Bereich beim Thema Mode: Die persönliche Beratung käme bei diesen Online-Shops gar nicht zur Geltung.

Gerade die persönliche Modeberatung schreibt sich das Unternehmen auf seine Fahne. Patrick Straub, stellvertretender Hausleiter in Schwandorf, berichtet von Kunden, die von dem Angebot in Schwandorf überrascht seien.

Von einem Kunden, der auch von dem Modehaus schwärmt, wusste der Oberbürgermeister zu berichten. Ein Gast aus der französischen Partnerstadt Libourne habe bei einem Besuch in Schwandorf bei Frey einkaufen müssen. Denn die Airline habe seinen Koffer auf dem Hinflug verloren. Der Gast sei so begeistert gewesen von dem Angebot, dass er bei einem weiteren Besuch wieder das Modehaus an der Friedrich-Ebert-Straße ansteuerte. „Das Unternehmen ist auch weit über die Grenzen Deutschlands beliebt“, schloss Feller die Anekdote mit einem Schmunzeln.

Weniger Grundfrequenz in Schwandorf

Auch das Thema H&M-Schließung wurde in der Runde angeschnitten und wie sich das Frey-Unternehmen damit konfrontiert sehe. „Auch der H&M war keine direkte Konkurrenz für uns, da wir eine andere Zielgruppe ansprechen. Jedoch fehlt nun die Grundfrequenz in Schwandorf. Das merken wir schon“, erklärte Hagner.

Mehr unterschiedliche Geschäfte, die verschiedene Zielgruppen ansprechen, seien laut Hagner optimal. Am Beispiel einer Familie verdeutlichte er, dass die Kinder oder Teenager zu Modeketten gingen für jüngere Zielgruppen, wie H&M. Dafür würden die Eltern aber ihre Einkäufe in Modehäusern wie Frey erledigen. Daher bedauere er die Schließung des Moderiesen am Schwandorfer Marktplatz.

Frey betreibt an fünf Standorten sieben Häuser für Mode, Sport, Möbel und Gastronomie. Rund 550 Mitarbeiter sind in dem Unternehmen beschäftigt.

In einem Eckhaus an der Friedrich-Ebert-Straße in Schwandorf befindet sich das Modehaus Frey. - Foto: Caroline Keller