Schwandorfs OB besichtigt Betrieb: Für Motorräder ist bei Schißlbauer das ganze Jahr Saison

Da war Oberbürgermeister Andreas Feller ganz in seinem Element: Der OB, ein bekennender Motorrad-Fan, besichtigte kürzlich die Zweirad Schißlbauer GmbH, die seit mehr als 20 Jahren in einem Neubau an der Nürnberger Straße und noch länger gleich gegenüber am Angerring residiert. Als Anerkennung für das Handwerk wollte Feller seinen Besuch verstanden wissen.
Durch den Betrieb führte nicht Inhaber Franz Schißlbauer, der kurzfristig erkrankt war, sondern sein Stellvertreter und Werkstattchef Michael Liebl. Der hatte einiges zu erzählen von der Traditionsfirma, die inzwischen in dritter Generation weitergeführt wird. Gegründet wurde der Betrieb 1947, stellte anfangs noch Schmiedeteile für Pferde her.
Betrieb hat inzwischen 34 Mitarbeiter
Auf Motorräder sattelte man erst später um. Seit 1969 ist die Firma Schißlbauer nach den Worten Liebls Vertragshändler für Honda, 1972 kam BMW dazu. Die beiden Motorradbauer dominieren immer noch das Sortiment. Im Untergeschoss gibt es aber auch Roller von Vespa und Piaggio oder Marken wie Kymco oder Aprilia. Insgesamt verfügt der Neubau über eine Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern.
Und Liebl hatte noch weitere Zahlen parat: 34 Angestellte und vier Azubis arbeiten nach seinen Angaben aktuell allein in Schwandorf. Am Standort Neumarkt, wo die Firma einen BMW-Verkauf und Service-Point betreibt, kommen noch eine Handvoll weitere Mitarbeiter dazu. 250 Fahrzeuge präsentiert der Betrieb in dem Neubau an der Nürnberger Straße, und über den Winter werden regelmäßig an die 100 Roller und Motorräder von ihren Besitzern eingelagert.
E-Bikes werden gern geleast
Klimawandel hin oder her – die Motorradsaison dauert nach den Worten Liebls immer noch vom 1. März bis Ende Oktober. Und das merkt man natürlich auch am Umsatz. Aber auch in den Wintermonaten gibt es bei Schißlbauer genug zu tun. „Früher war im Winter wesentlich weniger los. Aber der Service läuft inzwischen das ganze Jahr durch“, erzählt der stellvertretende Betriebsleiter. Etwa 400 Reparaturaufträge werden laut Liebl monatlich abgearbeitet – in der Werkstatt und Gebrauchtfahrzeuge-Aufbereitung am Angerring.
Auch hier schaute die kleine Delegation der Stadt Schwandorf vorbei. Der Fahrradboom der Corona-Jahre hat sich nach Firmenangaben zwar abgeschwächt – wie überall in der Branche. Doch „die Nachfrage bleibt gut, vor allem wegen der Leasing-Modelle bei der Finanzierung“, wie eine Mitarbeiterin erzählt. Etwa 70 Prozent aller verkauften Räder sind nach ihren Worten aktuell E-Bikes. Sogar Kinder können inzwischen mit Akku fahren.

OB Feller schwört allerdings eher für die größeren Maschinen. Vor ein paar Jahren, erzählt der Rathauschef, hat er im Rahmen einer Bürgermeisterfahrt nach Berlin auch das dortige BMW-Motorrad-Zentrum besucht. „Alle haben gesagt, man sollte sich so etwas zulegen. Am Ende habe ich als einziger gekauft“, sagt der OB. Seither ist er Besitzer einer schwarzen Reiseenduro vom Typ BMW R 1200 GS Triple Black. Und die fährt er auch, wenn es die Zeit erlaubt.
Damit tanzt der OB nicht unbedingt aus der Reihe. Denn darauf hat sich die kleine Runde im Showroom von Zweirad Schißlbauer schnell geeinigt: Der typische BMW-Fahrer ist eher schon älter und mitunter von gesetzter Statur. Statt zur Übertreibung neigt er zum gemütlichen Cruisen – und muss sich seine Maschine nicht vom Mund absparen.