Kommentar zu illegaler Prostitution und Drogenkonsum: Hingehen, wo es wehtut

In Schwandorf wurden von der Polizei wiederholt Prostituierte hochgenommen, die ihrem Gewerbe illegal nachgegangen waren - zuletzt in einer Wohnung in der Nähe des Krankenhauses. Aber auch der blühende Drogenkonsum in der Großen Kreisstadt treibt die Bürger um. MZ-Redakteur Jan Lange zeigt in seinem Kommentar Lösungen auf.
Die von der Polizei aufgegriffenen illegalen Prostituierten oder das Drogen-Depot, das im Süden Schwandorfs entdeckt wurde – die Meldungen der vergangenen Wochen zeigen, dass es in der Großen Kreisstadt eine Reihe von Problemen gibt, die manchem Lokalpolitiker kaum bewusst sind. Diese Probleme nicht wahrhaben zu wollen, ist jedoch keine Lösung.
Die gesunkene Einwohnerzahl sorgt zwar dafür, dass Prostitution wieder offiziell verboten ist, dies wird aber Sexarbeiterinnen nicht davon abhalten, ihre Dienste in Schwandorf anzubieten. Das war vor und während der Legalisierung so – und wird künftig wohl kaum anders sein. Denn in den meisten Fällen stehen hinter den Prostituierten kriminelle Zuhälter, denen Verbote und Sperrbezirke egal sind.
Das gilt im Übrigen ebenso für die florierende Drogenszene in der Stadt. Hier muss wirksam kontrolliert werden. Es scheint, als würden sich Kriminelle mancherorts zu sicher fühlen.
Situation der Betroffenen verstehen und verbessern
Eine verstärkte Präsenz von Polizei und Ordnungshütern kann für eine gewisse Abschreckung sorgen. Das hilft aber meist nur für bestimmte Zeit. Wer nach dauerhaften Lösungen für die Probleme sucht, wird sie wahrscheinlich nur dadurch finden, indem er die Situation der Betroffenen versteht und verbessert. Das lässt sich kaum auf lokaler Ebene regeln, da braucht es strukturelle Veränderungen auf höherer politischer Ebene.
Die Probleme lassen sich aber auch nur lösen, wenn man sich ihrer bewusst ist. Das ist kein Hexenwerk – so haben die illegalen Prostituierten, die in jüngerer Zeit von der Polizei aufgegriffen wurden, ihre Dienste relativ offen angeboten. Wer sie finden will, braucht dafür keine fünf Minuten. Die lokalen Entscheider müssen einfach auch mal dorthin gehen, wo es wehtut.
Dieser Kommentar bezieht sich auf folgenden Haupttext: Schlechte Nachrichten fürs Rotlichtgewerbe - Prostitution in Schwandorf wieder verboten