Weiteres Windrad im Gebiet Zieger: Bögl plant Anlage mit Nabenhöhe von 199 Metern

Von Heidi Bauer · 14. August 2025 um 19:00

Der Kampf der Mantlacher gegen den Bau neuer Windkraftanlagen gleicht dem des Romanhelden Don Quijote, der gegen Windmühlen kämpft: Wie er fühlen sie sich machtlos. Zu den bestehenden 17 Windrädern im Windpark Zieger soll nun ein weiteres hinzukommen. Noch höher als die anderen.

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Wie die neue Abnlage aussieht, darüber hat die Sengenthaler Firma Bögl in einer nicht öffentlichen Versammlung für Anwohner am Mittwoch in Velburg mitgeteilt.

Beantragt sei eine Windenergieanlage mit 199 Metern Nabenhöhe und einer Nennleistung von 7,2 Megawatt. Die Höhe werde jedoch noch an die Anforderungen des Turmes angepasst, informiert ein Sprecher von Bögl auf Anfrage unseres Medienhauses. Der Antrag sei im Juni beim Landratsamt Neumarkt eingereicht worden.

Das Unternehmen plane für den Standort eine neue Turmentwicklung – ähnlich der Anlage auf dem Winnberg bei Sengenthal, wo mit rund 300 Metern das höchste Windrad der Welt in Beton-Hybrid-Bauweise entstehen soll. Das im Gebiet Zieger vorgesehene Windrad werde aber niedriger ausfallen, so der Projektleiter.

Firma Bögl plant Baubeginn im Jahr 2028

Zu der Versammlung am Mittwoch waren die Bürger von Mantlach, Ramersberg und Harenzhofen eingeladen, informiert Velburgs Bürgermeister Christian Schmid. In den Wieserstadl nach Velburg kamen etwa 40 Personen. Die Gerüchteküche habe schon seit längerem gebrodelt, sagt Schmid . Deswegen sei ihm an einem Austausch gelegen gewesen, damit die Fragen der Bürger beantwortet werden – ein Wunsch, dem die Firma Bögl nachgekommen sei.

Vorgestellt wurden die Inhalte des Antrags und die Ergebnisse der Gutachten sowie die möglichen Auswirkungen auf die Umgebung. Die Bürger befürchten eine steigende Belastung beim Schall – obwohl laut Bögl die Gutachten zu einem gegenteiligen Ergebnis kommen. Deswegen habe man sich darauf verständigt, den Pegel vor Baubeginn mit einem Messinstitut zu überprüfen, kündigt der Unternehmenssprecher an.

„Wir müssen die Leute schützen. In der Region herrscht schon lange kein Verständnis mehr für den Bau so vieler Windräder“, betont Bürgermeister Schmid. Die Stadt Velburg sei vom Gesetz her verpflichtet, Vorrangflächen auszuweisen. Um zumindest ein wenig mitgestalten zu können, habe sie eine sechsstellige Summe für einen Teilflächennutzungsplan in die Hand genommen und mit den übergeordneten Behörden hart verhandelt. Doch habe der Ausbau der Windkraft höchste Privilegierung, weswegen die Kommune Windräder nicht ablehnen könne.

Bürgerinitiative Mantlach: Windrad wohl nicht zu verhindern

„Der Bau wird nicht zu verhindern sein“, klagt Norbert Schön von der Bürgerinitiative Mantlach frustriert. „Unser Naherholungsgebiet – der Wald – ist komplett mit Windrädern zugebaut.“ Da auch die Gemeinde Seubersdorf im Teilflächennutzungsplan direkt an der Gemeindegrenze ein weiteres Vorranggebiet ausgewiesen hat, befürchtet Schön, dass dort in Zukunft noch weitere Windräder dazukommen.

Ausweisung von Wind-Vorrangflächen

• Windpark Zieger: Der Windpark Zieger, der sich unmittelbar westlich von Mantlach auf dem Gemeindegebiet von Velburg, Deining und Seubersdorf befindet, besteht derzeit aus 17 Windkraftanlagen.

• Genehmigungsverfahren: Landratsamtssprecher Michael Gottschalk erklärt, dass es sich um ein im Regionalplan ausgewiesenes Vorranggebiet handelt. Der Antragsteller habe so Anspruch auf Genehmigung, wenn keine öffentlichen Belange gegen das Projekt sprechen. Im Fall einer Genehmigung hätten nur Eigentümer von angrenzenden Grundstücken die Möglichkeit, vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof zu klagen.