Bürger befürchten wachsenden Windpark – Velburg beschließt Teilflächennutzungsplan

Der Stadtrat hat sich am Donnerstagabend erneut mit der Windkraftplanung für Velburg beschäftigt. Dabei gab es eine positive Entscheidung für die Bürger des Ortsteils Mantlach. Allerdings nur vordergründig.
Die Stadt Velburg hatte sich nämlich nach dem Gegenwind aus diesem Ortsteil dazu entschlossen, auf einen Teil der zusätzlich eingeplanten Flächen in der Konzentrationszone „Zieger“ zu verzichten. Als östliche Begrenzungslinie dient künftig die Ortsverbindungsstraße Mantlach – Standort Trocknungsanlage Harenzhofen.
Damit rücken weitere, am Standort Zieger noch mögliche Windkraftanlagen nun nicht noch näher an die unmittelbar angrenzenden Ortsteile Rammersberg und Mantlach heran.
Politische Ziele erreicht
Trotzdem erreicht die Stadt Velburg die politisch verfügte Vorgabe, zwei Prozent der Gemeindefläche als Konzentrationsfläche für die Errichtung von Windkraftanlage auszuweisen. Wie der von Seiten der Stadt Velburg mit der Planung beauftragte Landschaftsarchitekt Bernhard Bartsch mitteilte, erreicht einen Anteil von 2,02 Prozent der Gesamtfläche.
So weit, so gut – doch wie geht es mit dem Windpark Zieger weiter. Der Gebietsumgriff tangiert gleichsam wie ein gleichseitiges Dreieck die drei „Nachbarn“ Stadt Velburg, sowie die Gemeinden Seubersdorf und Deining. Und alle drei Kommunen beabsichtigen nun ihren Anteil an der „Zieger-Waldfläche“ als Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen auszuweisen.
Aus den derzeit schon hier befindlichen insgesamt 16 Standorten für Windkraftanlagen könnten gut und gerne auch das Doppelte werden, wird gewarnt. Die Ortssprecherin der früheren Gemeinde Mantlach, Sabine Kastner, machte dies in eindringlichen Worten vor dem Gremium der Velburger Stadträte deutlich.
Dieses hatte zuvor einstimmig den Beschluss für den Teilflächennutzungsplan „Windenergieanlagen“ zur Konzentrationszone Velburg im Waldgebiet Zieger gefasst.
Von Seiten der Behörden und weiterer tangierter Fachstellen hatte es bei den eingeholten Stellungnahmen keine wesentlichen Einwände gegen die Festlegung dieser Konzentrationszone „Windkraftnutzung“ gegeben, die nicht berücksichtigt werden könnten. Gleiches ist in den Gemeinden Seubersdorf und Deining zu erwarten.
Die Bürgerschaft von Mantlach, von den jetzt schon gegebenen Beeinträchtigungen durch die bestehenden Windkraftanlagen am stärksten betroffen, beklagte sich schon bei der Bürgerversammlung im Juli diesen Jahres vehement bei Bürgermeister Schmid, und kritisierten, dass hier jetzt noch mehr Windkraftanlagen aufgestellt werden sollen.
„Dies ist nicht zumutbar, man kann nicht einem einzelnen Ort und seinen Bewohner alles aufbürden, damit alle andern fein raus sind“, klagte ein aus Mantlach stammender Sitzungsteilnehmer gegenüber unserem Medienhaus. Er wolle nun zusammen mit der Ortssprecherin Sabine Kastner versuchen, im Verlauf der weiteren Planung beim nun aufzulegenden Regionalplan abzuwenden, was noch abwendbar ist.
Bürgermeister Schmid bedankte sich noch während der Sitzung ausdrücklich bei Sabine Kastner, weil sie sich als gewählte Ortssprecherin so engagiert für ihren Gemeindebereich mit den Ortsteilen Mantlach, Rammersberg und Vogelbrunn einsetze.
Nach dem Teilerfolg mit der Reduzierung der ursprünglich vorgesehenen Fläche für die Velburger Konzentrationszone „Windkraft“ droht laut Kastner nun jedoch durch die Planungen der beiden Nachbargemeinden noch größeres Ungemach.
Sorge in den Orten ist groß
Der Windpark Zieger auf Flächen der Bayerischen Staatsforstverwaltung sei schon jetzt die größte Konzentrationsfläche mit Windkraftanlagen im Landkreis Neumarkt und eine der größten Anlagen im gesamten Bereich der Oberpfalz. Gut möglich, das dieser Bereich nun mit noch deutlich mehr Windrädern bestückt wird – die Sorge in den umliegenden Ortsteilen ist groß.