Aus für „Ferragosto“: Das kleine, feine Regensburger Weinfest in Stadtamhof gibt es nicht mehr

Lange Jahre gehörte das gemütliche Weinfest beim Andreasstadel zu den Konstanten des Regensburger Sommers. Damit ist es nun vorbei. Der Veranstalter erklärt, warum.
Das fürs dritte September-Wochenende geplante Comeback des Weinfests in der Stadtamhofer Hauptstraße hat bereits mehrfach Schlagzeilen gemacht. Still und unbemerkt hat sich derweil die kleine, aber feine Schwester-Veranstaltung im selben Stadtteil verabschiedet: Der „Ferragosto“, das von der Enoteca Italiana veranstaltete Weinfest auf der Wiese vorm Andreasstadel, gibt es nicht mehr. „Letztes Jahr war es für uns das letzte Mal“, sagt Enoteca-Chef Roland Brunner.
Der immer am 15. August begangene „Ferragosto“ ist in Italien einer der wichtigsten Feiertage. Er markiert den Höhe- und zugleich den Wendepunkt des Sommers, gefühlt macht das ganze Land Urlaub.

Für Wein-Liebhaber in Regensburg wurde der „Ferragosto“ im Lauf der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte ebenfalls zu einer Art Feiertag. Brunner und sein Team kredenzten eine Auswahl edler Tropfen, die Gäste ließen sich unter lauschigen Bäumen gut gehen, dezente Live-Musik, beispielsweise vom Trio Salato, machte die angenehme Atmosphäre perfekt.
Eine Hintertür bleibt offen
Am Freitag wäre es nun wieder so weit, viele Stammgäste planten schon wie gewohnt ihren Besuch. Doch ihr Warten auf den entsprechenden Eintrag im Online-Terminkalender der Weinhandlung war vergeblich.
„Es ist uns einfach zu viel geworden. Im Prinzip haben meine Frau, ein paar Freunde und ich die ganze Veranstaltung immer allein gestemmt – aber ich bin jetzt auch schon in einem Alter, wo man langsam kürzer treten muss“, erklärt der 67-jährige Brunner, dessen Geschäft in der Andreasstraße und damit gleich um die Ecke des nun ehemaligen Festgeländes liegt.

13-mal hat der Stadtamhofer „Ferragosto“ stattgefunden, lediglich in zwei Jahren musste er wegen Corona ausfallen. Beim Gedanken an das Ende dieser Tradition geht es Brunner nicht anders als seinen Gästen: „Ich bedauere es, es war ja immer ein schönes Fest.“ Gleichzeitig lässt er eine Hintertür für eine mögliche Neuauflage ab 2026 offen. Sollte sich ein neues Veranstaltungsteam finden, könne sich dieses jederzeit bei ihm melden.
Lob an die Genehmigungsbehörden
„Ich kann gerne mit Rat und Tat unterstützen, Equipment zur Verfügung stellen, Wein ausschenken oder auch Gläser polieren. Aber für alles die Verantwortung tragen will ich nicht mehr.“
Zu großen Bammel davor müsse man übrigens nicht haben, betont Brunner. Die Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden sei nämlich stets unkompliziert gewesen. „Da gab es über all die Jahre null Probleme. Die wollen ja schließlich auch dafür sorgen, dass so ein Fest funktionieren kann.“