Donikkls achtjähriger Star bricht das Eis – 1,3 Millionen Aufrufe binnen Stunden

Von Martin Rutrecht · 6. August 2025 um 19:00

Mit dem Fliegerlied, das jüngst auch Helene Fischer abkupferte, sang sich Andreas Donauer alias Donikkl in die Kinderherzen. Die Bühne hat der Ihrlersteiner (Landkreis Kelheim) inzwischen verlassen. Aber als Songschreiber lässt er gerade ein Talent hochfliegen: die achtjährige Anna Blank. Ihr „Bester Tag“ geht durch die Decke, der nächste Song folgt. Ihre Ziele hat das Mädel klar im Blick.

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Das blonde Mädchen fläzt sich auf die Bank in Donikkls wildromantischem Garten. „Anna, du musst wieder Autogrammkarten unterschreiben“, weist sie ihr musikalischer Ziehvater an. „Und wir brauchen noch kurze Videoschnipsel für den neuen Song.“ Anna lächelt: „Machen wir, alles kein Problem.“

Freundlich, aufgeschlossen: So wirkt die achtjährige Grundschülerin aus Ihrlerstein. Beim Wort „Kinderstar“ bremst Donikkl. „Wir machen alles aus Spaß und nicht um groß rauszukommen“, sagt der 49-Jährige. Und doch ist Annas Einstieg bemerkenswert. Erst seit wenigen Wochen läuft ihr Lied „Bester Tag“ auf Sozialen Kanälen und Streamingportalen. Auf Tiktok generierte das etwa einmütige Video dazu 1,3 Millionen Aufrufe – an einem Tag. „Wir stehen jetzt bei 1,6 Millionen“, erklärt ihre Mama Nadine.

Anna Blank strahlt über ihren Erfolg. - Foto: Martin Rutrecht

Text, Melodie und Produktion stammen von Donauer. „Ein bisschen“ sei er ihr Vorbild, sagt Anna. Nina Chuba oder Shirin David gehen ihr aber eher ins Ohr. „Da muss ich durch“, lächelt Donikkl, der mit „So ein schöner Tag“ (Fliegerlied) einen weltweiten Kinderhit landete. Selbst tritt er seit Jahren nicht mehr auf. „Ich verspüre auch keine Lust auf ein Comeback. Ich bin jetzt gerne im Hintergrund.“

Tochter Mia entdeckte Anna

Über einen Job hinter den Kulissen stieß er auch auf Anna. Donauers Tochter Mia musste als Abschluss ihrer Tanzausbildung ein Video aufnehmen. Die 20-Jährige suchte dazu auch eine junge Darstellerin und fand in Anna, die bei ihr in Kelheim einen Hip-Hop-Kurs besucht, die Idealbesetzung. Das Mädel hüpfte unbeschwert vor der Kamera – die Donauer führte. „Kannst du auch rappen?“, fragte er spontan.

Der Liedermacher hatte „Bester Tag“ längst in der Tasche. „Geschrieben habe ich es in einem Ägypten-Urlaub mit Mia am Roten Meer“, erzählt er. Der Inhalt lässt sich schnell umschreiben: „Du brauchst nicht viel, nur ein Miteinander, dann hast du den besten Tag.“

Anna übermittelte ihm per Handy erste Gesangsproben. Dann durfte sie an Donikkls Lied ran. „Eigentlich hatte ich es schon komplett eingespielt, mit mir als Sänger. Aber dann kam mir die Blitzidee: Lass ein junges Talent ran.“ Mama Nadine war etwas skeptisch. „Singen kannst du ja nicht so gut, aber rappen“, erklärte sie ihrer Tochter. Heute lächelt die 39-Jährige über die damalige Bemerkung. Denn Anna hatte nicht nur den Text, sondern auch die Tonlage rasch drauf. In Donauers Musikstudio in Ihrlerstein wurde der „Beste Tag“ aufgenommen.

Eltern, Schwester und weitere Familienmitglieder tanzten im Urlaub am Pool zum „Besten Tag“: Das Video ging viral. - Foto: Donauer

Bevor es an die Veröffentlichung ging, drehten die Achtjährige und Donikkl an die 35 Kurzvideos. „Wir haben sie in Sozialen Netzwerken gestreut und merkten an den Aufrufen, dass der Song ankommt.“ Das längste Video nahm die Schülerin mit ihren Eltern, ihrer Schwester Thea (3) und weiteren Verwandten bei einem Kroatien-Urlaub an Pfingsten auf. Die Familie tanzt und singt – und hüpft am Schluss in Klamotten in einen Pool.

Dieser Mitschnitt sorgte für den viralen Höhenflug. „Ich war im Bayerischen Wald und dachte, die Klickzahlen können doch nicht stimmen“, drückt Donauer sein Staunen aus. Von da an war es nur ein kurzer Weg in (Internet-)Radiosender, Streamingportale taten ihr Übriges. „Ein Musikvideo vom ganzen Lied haben wir nie gemacht. Sich über drei Minuten einen Clip anzusehen, entspricht nicht mehr den heutigen Gewohnheiten. Heute wird kurz geklickt, dann wieder raus.“

Ich will Tänzerin und Sängerin werden.

Anna Blank

Anna grinst, wenn ihr Mentor erzählt. „Mich hat es gefreut, dass er mich gefragt hat, ob ich sein Lied singen will.“ Schon zuvor habe sie sich gedacht: „Wie komme ich zur Musik?“ Denn „Tänzerin und Sängerin werden“ ist ihr klar definierter Berufswunsch. „Von Kindesbeinen an singt sie und tanzt“, berichtet die Mama. Nach zwei Jahren Block- lernt sie jetzt Querflöte.

Autogrammkarten sind gefragt

Bald kamen erste Autogrammwünsche. „Sie hat keine Autogrammkarten, also unterschreibt sie auf meinen“, schmunzelt Donikkl. Ein Fan druckte Screenshots der Musikvideos aus und schickte diese zum Signieren auf die Brand. „Eine Mitschülerin hat mir ein Bild gemalt und drauf geschrieben: Ich finde euer Lied cool“, erzählt Anna außerdem.

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Nun ist Song Nummer zwei am Start: „Eis“ läuft ab Freitag, 8. August, auf verschiedenen Streamingportalen wie Spotify oder Amazon Music. „Da hab’ ich die E-Gitarren ausgepackt, es ist Rock, Ska und Reggae drin, ebenso ein Rap-Teil“, erklärt Donikkl. Besungen wird leckeres Schlecker-Eis. „Im Rap fetzen wir die unterschiedlichen Eissorten raus.“ Der Kinderliedermacher übernimmt diesmal mehr Songparts.

Videoschnipsel mit Anna wurden erst in letzter Minute erstellt. „Ich hab’ immer Zeit für Aufnahmen“, beruhigt sie Donauer, der etwas drängt. Die blonde Achtjährige bleibt trotz des Rummels unaufgeregt. „Ich freue mich einfach, wieder dabei zu sein.“ Sie selbst möchte auch komponieren, schickt sie nach. „Die ersten Zeilen habe ich schon geschrieben.“