Weitere Kelheimer Großbaustelle steht an – zunächst wird abseits des Verkehrs gebaut

Von Beate Weigert · 5. August 2025 um 19:00

Die neue, sicherere Zufahrt zur Grundschule Nord im Landkreis Kelheim samt Parkplätzen, Busbuchten und „Kiss-and-Ride“-Zone entsteht ab Herbst. Bis Mitte 2026 soll alles fertig sein. Ziel: Mehr Sicherheit für Schüler – und weniger Verkehr im engen Hohlweg.

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Eigentlich sollte die neue, sichere Zufahrt zur Grundschule Nord in Kelheim bereits 2024 gebaut werden. Doch dann musste sich die Stadt finanziell Luft für den Kauf des VfL-Geländes verschaffen. Nun wird bald hinter dem Kreisel beim Einkaufscenter weitergebaut. Die Ausschreibung läuft. Am Montagnachmittag informierte Christoph Wutz vom Ingenieurbüro Wutz im Bauausschuss die Stadträte, was genau geplant ist und was wann gebaut wird.

Gut eine Million Euro Kosten

Beschlossen ist der Ausbau längst. 870.000 Euro soll die Anbindung der Schule zu dem 2024 gebauten neuen Kreisverkehr an der Staatsstraße 2233 kosten, 250.000 Euro der Bau eines neuen Parkplatzes für die Grundschule.

Ab Herbst, eventuell auch etwas früher, soll die Baustelle Fahrt aufnehmen. Gebaut wird laut Christoph Wutz in Unterabschnitten. Der letzte soll im Juni 2026 fertiggestellt sein. Denn der Schulbetrieb soll möglichst ungehindert weiterlaufen.

Auf dem früheren Wertstoffhof-Gelände in Kelheim wird die neue Zufahrt zur Schule gebaut. Zuletzt bauten die Stadtwerke hier Fernwärmeleitungen. - Foto: Beate Weigert

Im Einzelnen wird auf dem Areal des früheren Wertstoffhofs – zwischen Einkaufscenter und Schule – die Zufahrt vom Kreisverkehr zur Schule entstehen, beidseitig flankiert von einem breiten Geh- und Radweg. Unter der Fahrbahn werde auch ein Regenwasser-Kanal eingebaut, der bereits für künftige Ausbauten der Grundschule dimensioniert sei.

Dort, wo sich derzeit noch der Fuß- und Radweg hinter dem Alten Friedhof in Kelheim befindet, werden künftig Parkplätze angeordnet. - Foto: Beate Weigert

Nördlich des Alten Friedhofs, wo sich jetzt noch der Fuß- und Radweg befindet, werden 44 neue Parkplätze entstehen. Jeder einzelne falle mit 2,75 Meter etwas breiter aus. Mit Blick auf moderne Pkws sei dies sinnvoll, so Wutz. Erhaltenswerte Bäume sollen stehen bleiben. Über den neuen Parkplatz solle später der Hol- und Bringverkehr der Eltern abgewickelt werden.

Vor Schulgebäude und Hort kommt ein großer Wendehammer mit einer „Kiss-and-Ride-Zone“ für „Elterntaxis“. Dies werde die Optik sehr verändern, so Wutz. Um dies im Bestand zu realisieren, werde auch ein minimaler Teil der roten Tartanbahn abgezwackt, sagte Wutz. Der Ballfangzaun rutsche ein Stück nach Norden.

12-Meter-Busse wie Sprinter sollen die neue Wendeanlage unkompliziert befahren können. Ringsum sollen „eilige Eltern“ schräg in der „Kiss- and-Ride“-Zone halten und ihre Kinder ein- und aussteigen lassen können. Dieser Wunsch sei von der Stadt explizit an das Büro herangetragen worden. Der Geh- und Radweg werde komplett um die Wendeanlage herumgeführt.

Beidseitig der neuen Zufahrt entstehen nahe der Schule Busbuchten. Sie sollen jeweils Platz für zwei Busse bieten. Hier plane man „maximal groß“, so Wutz. Auch wenn bislang der Busfahrplan so ausgelegt sei, dass nie zwei Busse gleichzeitig vor Ort seien.

Auch die Schulbusse werden künftig an anderer Stelle in Kelheim halten. - Foto: Beate Weigert

Ab Herbst, gegebenenfalls je nach Ausschreibungsergebnis etwas früher, sollen die Zufahrt zur Grundschule und der Parkplatz bis „Oberkante Frostschutzschicht“ gebaut werden.

Im Frühjahr 2026 soll der erste Teil des Wendehammers folgen. Dann werde die Schule auch nicht mehr über den Hohlweg anfahrbar sein. Stattdessen soll es laut Wutz eine Behelfszufahrt über den „geschotterten Parkplatz“ geben. Als Letztes komme der zweite Teil des Wendehammers an die Reihe, in dieser Zeit werde es auch Behelfsfußwege geben. Bis Juni 2026 soll alles fertig sein.

900 Kfz täglich im Hohlweg

Die Sperrung des Hohlwegs für den Schulverkehr sehnen Anwohner schon lange herbei. „Verständlich“, so Wutz. Denn laut einer Verkehrsanalyse bewegten sich täglich 900 Kraftfahrzeuge durch die schmale Straße. Noch sei nicht final beschlossen, an welcher Stelle die Straße dicht gemacht werde. Denn die Feuerwehrzufahrt müsse im Notfall gewährleistet sein, so Bürgermeister Christian Schweiger.

Die bisherige Schulzufahrt über den Hohlweg im Landkreis Kelheim soll künftig gesperrt werden. Wo genau werde noch diskutiert, hieß es. - Foto: Beate Weigert

Eine Sperre dürfe aber weder Anwohner oder Müllautos und Co. behindern, merkte SPD-Stadtrat Stephan Schweiger an. Dies sei nicht zu befürchten, entgegnete der Bürgermeister.

Die Stadtwerke wollten die Baustelle auch nutzen, um groß dimensionierte Leerrohre zu setzen, um für spätere Arbeiten gerüstet zu sein.

Bauarbeiter, die zuletzt bereits zwischen Schule und neuem Kreisel gesichtet worden waren, waren von den Stadtwerken beauftragt. Fernwärmeleitungen wurden verlegt.