Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern: Brigitta Hable übergibt Leitung an Michaela Menzinger

Von Martina Hutzler · 1. August 2025 um 19:00

Stabwechsel in der Kelheimer Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern: Brigitta Hable hat die Leitung an Michaela Menzinger abgegeben und geht „back to the roots“. Bei einer Feierstunde verriet sie, was ihre Kolleginnen schon immer von ihr wissen wollten.

Wer mal an der Spitze einer Institution angekommen ist, geht von dort meist in Rente. Nicht so Brigitta Hable: Bewusst wollte die Psychologin und bisherige Leiterin der Kelheimer Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern wieder „back to the roots“ gehen und sich wieder der Beratung widmen, speziell in ihrem Fachgebiet Traumatherapie. Den Weg dafür habe die „Kämpferin für den Kinderschutz“ in den vergangenen Jahren quasi selbst gebahnt, dankte Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge (KJf), bei einer Feierstunde in der Beratungsstelle.

Dank Hables „kluger Personalpolitik“ versammle die von der KJf getragene Beratungsstelle nicht nur einen „Erfahrungsschatz“ von jungen und älteren Mitarbeitenden. Mit der Erziehungswissenschaftlerin Michaela Menzinger habe Brigitta Hable frühzeitig die eigene Nachfolgerin schon aufgebaut, würdigte Eibl. Dass da durchaus ein bisschen Eigeninteresse mit im Spiel war, ließ Hable selbst anklingen.

Bei einem Interview, für das ihr Team Fragen gesammelt hatte, gestand die die 62-Jährige: Manche Leitungs-Aufgaben wird sie nämlich definitiv nicht vermissen. Das Anstemmen gegen die tägliche Mailflut etwa, die diversen Kontroll-Pflichten – vom Führerschein bis zur Energiesparvideo-Kenntnisnahme. Da hätte sie gerne aufs arabische Sprichwort „Vertrau‘ auf Gott“ gesetzt – aber irgendwann doch Teil zwei des Sprichworts verinnerlichen müssen: „Aber binde Dein Kamel an“, erzählte sie schmunzelnd bei der Feier mit dem Kelheimer Team, Vertretern von weiteren KJf-Familienberatungen sowie von Landratsamt und Partner-Institutionen.

Ihnen allen dankte Hable „für jahrzehntelange Unterstützung“, gerade seit ihrem sehr unvermittelten Wechsel 2013 auf den Chefsessel: Vorgängerin Birgit Böhm war ganz unerwartet verstorben.

Seither „haben Sie die Erziehungsberatungsstelle geprägt und weiterentwickelt, waren Vertrauensperson für das gesamte Team“, würdigte stellvertretender Landrat Ludwig Wachs namens des Landratsamts und insbesondere des Jugendamts. Wachs dankte Michaela Menzinger und der neuen Stellvertreterin Annina zu Eltz dafür, „dass Sie sich der Verantwortung stellen“ und zeigte sich überzeugt: „Auch Sie werden der Beratungsstelle Ihren Stempel aufdrücken“.

Allein schon deshalb, weil „das Einzige, worauf man sich verlassen kann, die Veränderung ist“, prophezeite Brigitta Hable ihrer Nachfolgerin Menzinger. Für die sie eine Schultüte dabei hatte, unter anderem mit „Nervennahrung“ sowie „Ressourcen-Karten“ mit Anti-Stress-Tipps: Eis essen, den nächsten Urlaub planen oder „Simon anrufen“. Damit gemeint: Simon Meier, Sprecher der zehn KJf-Beratungsstellen und Cover-Talent der Feier, der Hable und Menzinger mit Songs würdigte wie „Für Dich soll’s rote Rosen regnen“ und „Up where we belong“.

Ihrem Beratungsstellen-Team, dem sie nun wieder als Beraterin angehört, versicherte Brigitta Hable, „wie wichtig Eure Arbeit ist, wie viel Ihr leistet“. Nicht jedes Leid sei heilbar; umso mehr helfe es Betroffenen, „wenn man es mit ihnen gemeinsam aushält“. Leid zu erfahren war es im Übrigen auch, was sie selbst zum Psychologiestudium gebracht hat.

Ihre eigene Grundschulzeit sei geprägt gewesen von einer „extrem gewalttätigen Klosterschwester“, die reihenweise Kinder traumatisiert habe. Was mit ein Grund war für Hable, sich in der Traumatherapie weiterzubilden. Das vorherige Psychologiestudium wiederum sei die bessere Alternative zum ursprünglichen Berufswunsch „Schauspielerei“ gewesen – diese Karriere wäre am geringen Auswendig-Lernvermögen gescheitert, verriet sie schmunzelnd im Interview mit Annina zu Eltz.

Die Beratungsstelle

■ Zielgruppe: Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern bietet diesen ihre Unterstützung bei allen Fragen und Problemen an. Sie steht allen Ratsuchenden aus dem Landkreis Kelheim offen.

■ Kontakt: Hauptsitz ist die Riedenburger Straße 6 in Kelheim, eine Außenstelle im Maurer-Jackl-Weg 10 in Mainburg. Terminvereinbarung per Tel. 09441-67590 oder Mail: info@beratungsstelle-kelheim.de

■ Nutzung: Die Beratung durch das multi-disziplinäre Team ist überkonfessionell, kostenlos und vertraulich. Finanziert wird die Beratungsstelle vom Landkreis, dem bayer. Sozialministerium und der KjF.