Vom Schrei-Baby bis zum depressiven Jugendlichen: Kelheimer Beratungsstelle will passgenaue Hilfe bieten

Seit Juni leitet Michaela Menzinger, bisher Stellvertreterin von Brigitta Hable, die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien in Kelheim. Ihren Arbeitsort und ihren Arbeitgeber hatte sie schon lange zuvor gefunden.
Schon während des Bachelor- und Masterstudiums der Erziehungswissenschaften, in Regensburg, arbeitete Menzinger in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der Katholischen Jugendfürsorge (KJf). Noch länger kennt sie den Landkreis Kelheim – als ehemalige Gymnasiastin am Johannes-Nepomuk-Gymnasium in Rohr.
2016 kam Michaela Menzinger an die Beratungsstelle Kelheim. Nun ist die 35-Jährige – zusammen mit ihrer neuen Stellvertreterin Annina zu Eltz – verantwortlich für die sechs Beraterinnen und einen Berater, zwei Förderlehrkräfte, eine Mitarbeiterin für den Begleiteten Umgang zwischen Eltern und Kindern sowie zwei Teamassistentinnen. Sie will einerseits „Bewährtes fortführen“, das Brigitta Hable in den vergangenen Jahren aufgebaut habe; andererseits „offen sein für neue Entwicklungen, damit wir unser Angebot weiterhin passgenau und ansprechend für unsere Klientinnen und Klienten gestalten können“.
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Den Rahmen dafür setzen „die Themen, die unsere Gesellschaft bewegen“, sagte KJf-Direktor Michael Eibl bei der Feierstunde zum Leitungswechsel. Vieles seien bekannte Themen: etwa der Schutz von Kindern und Jugendlichen, insbesondere vor sexueller Gewalt; die Traumabewältigung bei jungen Menschen; Rat und Hilfe für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern, Unterstützung bei Schulschwierigkeiten.
Teils seien es aber auch neue Herausforderungen: die mutmaßlichen Auswirkungen der Pandemie-Zeit zum Beispiel. Oder der Einfluss von Social Media auf Kinder und Jugendliche, samt der „hochanspruchsvollen“ Frage, wie ein altersgemäßer Umgang mit TikTok, Instagram und Co. aussehen und erreicht werden könne.
Dass all dies auch die Familien im Landkreis Kelheim umtreibt, zeigt nicht zuletzt die Statistik der Kelheimer KJf-Beratungsstelle. So ist von 2023 auf 2024 die Zahl der zu beratenden Familien erneut gestiegen, um gut sechs Prozent auf 509. „Wir dramatisieren nicht – aber wir sollten uns schon fragen: Was passiert da gerade in unserer Gesellschaft?“, so Eibl.
Antworten darauf will auch die neue Beratungsstellen-Leiterin Michaela Menzinger geben. Neben den inhaltlichen Schwerpunkten sei es ihr wichtig, für personelle Kontinuität zu sorgen, wenn in voraussichtlich zwei Jahren Brigitta Hable in den Ruhestand geht, so Menzinger auf Nachfrage. Hable ist als ausgewiesene Expertin spezialisiert auf Beratungen bei sexueller Gewalt und Traumatisierung.