Furth im Wald ist mit Stadtentwicklung und Landesgartenschau fit für die Zukunft

Fragt man die Fraktionsvorsitzenden im Further Stadtrat, wo sie ihre Stadt nach der Landesgartenschau und in Zukunft sehen, schwanken die Antworten zwischen Angst vor Überschuldung und der Forderung, sich in Zukunft nicht kaputt zu sparen. Wie sieht es Andreas Roder von der CSU, mit dem wir die kleine Serie abschließen?
Der Fraktionsvorsitzende, der Ende Mai auch zum neuen Ortsvorsitzenden seiner Partei gewählt wurde, sieht es so: „Wir haben etwas geschaffen und uns keine Fußfesseln für die kommenden Jahre angelegt.“ Er ist weiter überzeugt: „Wir müssen uns etwas trauen. Wenn wir etwas in die Wege leiten, dann passiert auch was.“
Chancen nutzen
Das Ergebnis könne jeder sehen, der mit offenen Augen durch die Stadt geht. In den letzten Jahren sei immens viel geschaffen worden. Damit meint er nicht nur die Landesgartenschau, sondern beispielsweise auch das Knabenschulhaus oder das Amtsgericht, das wieder zu einem Schmuckkästchen im Zentrum der Stadt geworden ist. Gerade wird das Museum von Grund auf modernisiert, Straßen wurden saniert, die Real- und die Mittelschule stünden gut da und vieles, was für die Landesgartenschau geschaffen wurde, bleibt auch danach für die Bevölkerung bestehen. Natürlich wurde in den letzten Jahren viel ausgegeben, der Schuldenstand von 17 Millionen Euro nach der Landesgartenschau erfordere Haushaltsdisziplin. Aber die habe man ja, sagt er, und verweist darauf: „Wir haben stets genehmigte Haushalte.“
Dass über die Vorgehensweise im Stadtrat gerungen und diskutiert wird, findet Roder richtig und gut, „Im Gremium sitzt keiner drin, der es besser weiß.“ Lösungen könnten nur aus der Diskussion heraus entstehen.
Die Angst davor, die Stadt könne ihre Pflichtaufgaben nicht mehr erfüllen, hat der CSU-Mann nicht. „Wir wissen, was die Feuerwehren leisten und dass wir sie brauchen“, nennt er ein Beispiel. Pflichtaufgaben könne man immer leisten. Roder hat ansonsten auch keine Glaskugel, in die er blicken kann: „Wir werden sehen, was kommt, wir haben ja eine gute Verwaltung, die alles im Blick hat.“ Der Fraktionsvorsitzende erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Vergangenheit. „Wir müssen doch sehen, wo wir herkommen. Vor einigen Jahren hatten wir Schulden aber sonst nichts.“
Ganz klar wird es nach der Landesgartenschau Projekte geben, die teuer sind, die aber in Angriff genommen werden müssen. Seit Jahren ist das Hallenbad ein Sorgenkind, es in Schuss zu halten, wird immer aufwendiger. Den Kritikpunkt, ohne die Landesgartenschau hätte man die Sanierung angehen können, weist er zurück. „Alleine hätten wir das niemals stemmen können.“ Heißt so viel, wie: Erst wenn es großzügige Fördergelder gibt, kann man an die Sanierung denken, die einige Millionen Euro kosten wird. In der Zwischenzeit können man sich nur darauf vorbereiten, zu handeln, wenn sich eine Chance auftut. Vielleicht, überlegt er, kommt von den 500 Milliarden Euro, die die Bundesregierung in den kommenden Jahren frei machen will, auch etwas in Furth im Wald an.
Wir haben etwas geschaffen und uns keine Fußfesseln für die kommenden Jahre angelegt.
Andreas Roder
Es wird weitere Themen geben, wie den Feuerwehrbedarfsplan, Liegenschaften und Straßen. Ein Problem ist die Kinderarztversorgung. Den würde sich Andreas Roder am liebsten ganz bald für seine Heimatstadt wünschen. Ein Thema wird auch das Späth-Bräu-Gelände werden. Innerstädtisches und grünes Wohnen ist hier geplant. Man werde sich im Stadtrat die Frage stellen müssen, ob man es selbst macht oder einen Investor ran lässt. Er ist zuversichtlich, dass man die richtige Entscheidung trifft. „Wir haben in den letzten Jahren viele gute getroffen, wenn ich es mir überlege, fällt mir keine ein, die falsch war.“
Ein Konzept für die Parkarena
Für die Parkarena muss ein Konzept entwickelt werden. Was man in Zukunft damit macht, wer sie nutzen kann, wird gerade sondiert, „Nicht nur im Kulturamt entwickeln da gerade viele Leute gute Ideen.“
Auch der Umstand, dass ISEK, also die Entwicklung des Stadtzentrums, fortgeschrieben werden muss, steht für Roder außer Frage. „Wir werden uns wieder alle zusammensetzen“, kündigt er an und betont: „Wir müssen es so gestalten, dass wir nicht aus der Förderung fallen.“
Schon jetzt sieht er die Drachenstadt gut aufgestellt: Die Spielplätze oder die Pumptrackanlage, die nach der LGS an die Further gehen, Freizeiteinrichtungen wie Flederwisch und Wildgarten, die lebendige Gastronomie, „wir sind schon eine Tourismusstadt und es wird noch mehr werden. Auch weil die Gäste von der Umgebung begeistert sind. “ Deshalb ist der Blick des Ortsvorsitzenden in die Zukunft optimistisch: „In zehn Jahren werden wir von dem, was gerade passiert, ordentlich profitiert haben. Wenn sich alles so weiterentwickelt, bleiben wir eine schöne Kleinstadt im Herzen Europas.“